Ghetto?

Dieses Thema im Forum "Residenten in Spanien" wurde erstellt von rainer3, 15. Februar 2013.

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  1. rainer3
    rainer3 Member
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    Ghetto?
    Neulich hat in diesem Forum jemand Urbanisationen als solche ganz pauschal als Ghetto beschimpft. Ich bin mir zunächst einmal nicht sicher, ob dem Jemand bewusst war, womit dieses Wort vorbelastet ist und wie entsprechend vorsichtig man deshalb auch heute noch damit umgehen sollte.

    Aber selbst, wenn man das mal beiseite lässt, und nur heranzieht, was mancheiner auch ansonsten mit diesem Begriff heutzutage wohlmöglich verbindet, passt in diesemFall davon ja eigentlich nichts. Oder? Man möge mich überzeugen, daß ich in einem Ghetto lebe, aber nicht mit Gemeinplatz- und Pauschalurteil- Blabla, sondern mit seriösen Fakten.:cool: Und auch nicht mit diesem und jenem ganz allgemeinen Werturteil, sondern nur ganz konkret zum Begriff:Ghetto.
     
    #1 15. Februar 2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. Februar 2013
  2. bäckersfrau
    bäckersfrau New Member
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    ...............................

    ich hatte etwas geschrieben, aber das sich keiner auf den Schlips getreten fühlt habe ich es wieder entfernt ....
     
    #2 15. Februar 2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. Februar 2013
  3. estudiante
    estudiante New Member
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    Der Begriff ist aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung nicht einfach inflationär zu verwenden. Die deutsche Sprache kennt vielmehr Wörter, um den Sachverhalt nüchtern und sachlich in einer angemessenen Art und Weise darzulegen.

    Davon unabhängig finde ich den Threadtitel dennoch genau in diese selbe, von dir kritisierte, Richtung laufend.
     
    #3 15. Februar 2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. Februar 2013
  4. baufred
    baufred Well-Known Member
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    ... bevor hier wieder die Klingen gewetzt werden:

    Zitat aus Wikipedia:
    Umgangssprachlich werden heute auch Stadtviertel als Ghetto bezeichnet, in denen vorwiegend soziale Randgruppen leben. Übertragen findet er auch ohne direkten räumlichen Bezug im Diskurs um abgrenzbare soziale Strukturen (Subkulturen, Soziale Netzwerke) Anwendung.

    ...der komplette Artikel mit den geschichtlichen Hintergründen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto

    ... damit kann man wohl durchaus diese "Wohnquartiere" in kleinen Mini-Urbanisationen bzw. "einsamen" Reihenhauskomplexen in freier Flur ohne Infrastruktur und oft weitab gelegen von Versorgungseinrichtungen mit den mehr oder weniger isoliert lebenden Bewohnern sooo bezeichnen ... zumal der Effekt der Isoliertheit oft noch verstärkt wird durch fehlende Kenntnisse der Landessprache ...

    Saludos -- baufred --
     
    #4 15. Februar 2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. Februar 2013
  5. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Natürlich sind wir dazu geneigt das Wort Ghetto vor allem mit der Endlösung im Zweiten Weltkrieg zu verbinden.

    Für mich selbst stellt ein Ghetto in erster Linie ein Wohn- oder Stadtviertel dar, in dem sich vor allem eine Struktur einer bestimmten ethnischen Gruppe bildet, die auch das soziale Umfeld bestimmt. Ich meine auch mal gelesen zu haben, dass man in den Vereinigten Staaten die Chinatowns als Ghettos bezeichnete oder auch die Bronx. Überhaupt in Amerika wird es viel benutzt. Denken wir doch mal an das Lied von Elvis Presley "In the ghetto" welches, wenn ich mich recht erinnere, den Lebensweg eines Kindes in einem Armutsviertel von Chicago beschreibt.

    In Ghettos fühlt man sich in der Regel nicht wohl und wenn man die Möglichkeit hat es verlassen zu können dann tut man das auch. Um auf das Thema zurückzukommen, eine deutsche Urbanización verfügt eindeutig über eine bestimmte ethnische und soziale Struktur. Und ich selbst (subjektive Meinung!) würde mich auch in einer solchen definitiv nicht wohl fühlen. Es deswegen als Ghetto zu bezeichnen würde mir nur dann einfallen, wenn ich auf die soziale und kulturelle Struktur provokativ anspielen will.
     
    #5 15. Februar 2013
  6. Eloy
    Eloy Gesperrt
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    Dem was Philip geschrieben hat, ist nichts hinzuzufügen. Der Begriff "Ghetto" ist eindeutig negativ besetzt.
     
    #6 15. Februar 2013
  7. rainer3
    rainer3 Member
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    Der Ort, in dem dein Haus steht, baufred, ist ein gutes Bespiel dafür, was hier in der Gegend eher die Regel als die Ausnahme ist. Er ist eine Urbanisation, aber weder eine Mini- Urbanisation noch ein einsamer Reihenhauskomplex. Randgruppe? Diese Urbanisation ist zehnmal so groß wie der verschlafene spanische Ort, dem sie politisch zugeordnet ist. Subkultur? Das hieße, dass sich eine bestimmte gleichartige Gruppe absondert. Hier gibt es aber keineswegs nur Menschen einer bestimmten Nationalität, sondern ein bunteres Nationengemisch als dort ist kaum vorstellbar. Weltoffener kann es eigentlich kaum zugehen. Also, Philip, auch alles andere als eine rein deutsche "Kolonie", die Deutschen stellen nicht einmal den größten Anteil. Würdest du dir, Baufred, also nachsagen oder vorhalten lassen müssen, in einem Ghetto (moderner Bedeutung) zu wohnen? Ich denke nicht. Und darum geht es mir.
     
    #7 15. Februar 2013
  8. baufred
    baufred Well-Known Member
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    Rainer, absolut nicht, denn viele unserer unmittelbaren Nachbarn sind Spanier. Die Bevölkerungsstruktur ist ansonsten bunt gemischt.

    Ein Großteil der gesamten "Bandbreite" wohnt permanent dort, gerade weil die Infrastruktur sehr gut besetzt ist. Das geht von Ambulatorio (m. 2 Ärzten!) über private Arztpraxen, Apotheken, Büro des Ayuntamientos, Supermärkte unmittelbar in der Urbanisation sowie weitere in "Laufnähe" etwas außerhalb - auch hat sich 2x/Woche ein Markttag etabliert ... sogar 'ne Kirche wird irgendwann mal fertig - im teilausgebauten Rohbau steht sie schon und wird bereits für soziale Zwecke genutzt ... usw. usf. .

    Da schon seit Jahren viele Familien mit schulpflichtigen Kindern dort wohnen, gibt's auch 'nen regelmäßigen Buslinienverkehr - also ist m.E. diese Urbanisation längst aus der Schablone "Feriensiedlung" rausgewachsen und entwickelt sich zu einem ganz normalen Wohnort ...

    Einiges davon ist natürlich der Entstehungszeit des ursprünglichen, großzügig angelegten städtebaulichen Planungskonzeptes des damaligen Bauträgers Mitte/Ende der 80er Jahre des letzten Jhdts. zuzuschreiben, was auch in den letzten Jahren durch weitere kleinere Bauträger - als "Lückenfüller" in den Reserveflächen in dieser Struktur sinnvoll fortgeführt wurde ... ob alles nun "stilvoll" gelöst wurde - darüber kann man sich natürlich streiten ... funktionell ist es aber allemal ... denn weitaus schlechter strukturierte Baugebiete stehen ja als (Teil-)Ruinen in allen Größenordnungen als Opfer der Immo-Blase im weiteren Bereich der Küste rum ....

    Saludos -- baufred --
     
    #8 16. Februar 2013
  9. rainer3
    rainer3 Member
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    - Was sehr schön definiert, was eben auf z.B. die Urbanisation von Baufred gerade nicht zutrifft. Und "meine", gleich nebenan, genauso wenig. Es sollte also jeder besser nur darüber reden und schreiben und vor allem Werturteile verbreiten, wo er auch wirklich mitreden kann.
     
    #9 16. Februar 2013
  10. Gunther
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    Hallo,

    es ist schön und entspannend einmal einen Tread zu verfolgen in dem ohne verbale Attacken agiert wird.

    Auch bei uns gibt es mehrere Urbanisationen, die sich entwickelt, und absolut nichts ( mehr ?) mit einem " Ghetto " gemein haben.

    Weiter so ! ::daumen:

    Gruß
     
    #10 16. Februar 2013
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