Deutsche Rente jetzt beschränkt steuerpflichtig

Dieses Thema im Forum "Residenten in Spanien" wurde erstellt von Libelula, 8. April 2012.

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  1. Libelula
    Libelula New Member
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    Deutsche Rente jetzt beschränkt steuerpflichtig
    Nachdem deutsche Rentner mit ausschließlichem Wohnsitz in Spanien seit Novellierung des Doppelbesteuerungsabkommens DE-ES im Februar 2011 mit einem jährlich steigenden Prozentsatz ihrer Rente in D beschränkt steuerpflichtig sind, kann es für Rentner und Pensionsempfänger ratsam sein, beim zuständigen deutschen Finanzamt (für Rentner zentral: Neubrandenburg) die unbeschränkte Steuerpflicht zu beantragen. Dies hat u.U. Vorteile, denn beschränkt Steuerpflichtige in D erhalten weder Grundfreibetrag noch Altersentlastungsbetrag noch Kinderfreibeträge; auch außergewöhnliche Belastungen (z.B. Krankheit, Unterstützung bedürftiger Angehöriger) können nicht geltend gemacht werden. So kann selbst bei einer kleinen Rente eine schmerzhafte Steuerlast anfallen (Schaut hier: " Beschränkte Steuerpflicht in Deutschland" unter
    "www.niederndorf.tirol.gv.at/system/web/news.aspx?gnr_search=3868&bezirkonr=0&detailonr=").
    Für einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht ist es erforderlich, das von der spanischen Hacienda unterzeichnete Formular "EU/EWR (Certificado UE/EEE) dem zuständigen deutschen Finanzamt vorzulegen. Aus dieser Bescheinigung geht hervor, wieviel Einkünfte im betreffenden Veranlagungsjahr in Spanien erzielt wurden (mindestens 90 % des Gesamteinkommens müssen in DE angefallen sein).
    Über eine Rückäußerung von Lesern, die bereits Erfahrungen mit der Bestätigung dieses Vordrucks durch die spanische Hacienda gemacht haben, würde ich mich freuen. Dabei wäre besonders wissenswert, welche Voraussetzungen für eine Unterzeichnung des Formulars durch die Hacienda erfüllt sein müssen und ob das örtliche spanische Finanzamt (welche Abteilung) hierfür zutändig ist.
    Grüße Libelula
     
    #1 8. April 2012
  2. Gast4401
    Gast4401 Guest
    Hallo zusammen,
    Der Beitrag liest sich erst mal erschreckend.
    Es ist doch so, das der größte Teil der Rentenempfänger aus der Pflichtversicherung, auch weiterhin steuerfrei ist.
    Eine jährliche Neubestimmung zur Zahlung von Einkommensteuer in steigenden Prozentzahlen ist mir auch nicht bekannt.
    Ein veränderten Steuersatz ist mir nur in Verbindung mit dem Eintritt der Rentenleistung bekannt.
    Pensionen waren und sind meines Wissens noch nie in einen anderen Land als dem zahlenden zu versteuern.
    Von einer Mitteilung an einem Finanzamt in Deutschland würde ich abraten.
    Die erste Info würde ich mir bei meinen Rententräger holen.
    Die Leistungen aus der Rentenversicherung werden dem Finanzamt doch sowieso mitgeteilt und da sich an der Zahlung nichts ändert (wesentliches) ist doch nur relevant ob ich eine Rente in einer steuerpflichtigen Höhe bekomme.
    Eine generellen Steuersatz ist sowieso schwer zu nennen.
    Wenn ich als Anhaltspunkt 19000Euro br. als Alleinstehender oder die die Summe als Verheiratender verdopple sind es m:M. nach nur wenige Renten die steuerpflichtig wären.
    Eine private Rente muss sich allerdings in fast allen Fällen als Steuerpflichtiges Einkommen ohne Abzug rechnen lassen.
    Das sind dann Einkommen die einem Steuersatz unterliegen im Zahlland.
    In Austria ist es ein bisschen anders ,ist aber hier kein Thema.
    Gruß
     
    #2 9. April 2012
  3. Libelula
    Libelula New Member
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    Hallo Galicia1, auch Rentner aus der Pflichtversicherung sind seit 2011 gemäß § 49 Abs.1 des deutschen Einkommensteuergesetzes (EStG) steuerpflichtig. Es ist richtig, dass von der Jahresbruttorente nur ein bestimmter Teil steuerpflichtig ist. Beginnend mit 50% im Jahr 2005 erhöht sich der Besteuerungsanteil für jeden neuen Rentnerjahrgang um jeweils 2 Prozentpunkte (vgl Tabelle in § 22 Nummer 1, Satz 3, Buchstabe a, Doppelbuchstabe aa, Satz 3 EStG. Insoweit hatte ich mich in meinem obigen Beitrag mißverständlich ausgedrückt.

    Rentner, die wegen ausschließlichen Auslandswohnsitzes (also wenn kein Inlandswohnsitz mehr besteht) nur beschränkt steuerpflichtig sind, erhalten keine Freibeträge (Grundfreibetrag, Altersentlastungsbetrag, Kinderfreibeträge, Außergewöhnlich Belastung). Damit tritt eine Steuerpflicht auch bei kleineren Renten ein. Wer dies vermeiden will, kann unter bestimmten Bedingungen (siehe obiger Beitrag) einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht beim Finanzamt Neubrandenburg stellen oder gründet wieder einen inländischen Wohnsitz. Da die Rentenversicherung, wie Du richtig schreibst, Kontrollmitteilungen an das FA versendet,kann man abwarten bis man von dort die Aufforderung erhält, rückwirkend ab 2005 die Steuererklärungen auszufüllen.

    Es ist richtig, dass Pensionen nur im Zahlstaat zu versteuern sind. Der Haken ist allerdings auch hier, dass man bei ausschließlichem Auslandwohnsitz wegen der dadurch bedingten beschränkten Steuerpflicht bestimmte Freibeträge nicht erhält. Pensionsempfänger können aber auch einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht bei ihrem bisher zuständigen FA stellen.
    Gruß Libelula
     
    #3 12. April 2012
  4. Libelula
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    #4 14. April 2012
  5. Libelula
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    Hallo Leute! Ganz neue Aspekte! Auf meine Bitte um Zuteilung einer Steuernummer schrieb mir das Finanzamt Neubrandenburg, Frau Donner, mit Datum vom 18.04.2012 folgendes:
    Sehr geehrter Herr ...,
    mit dem Beginn des Kalenderjahres 2005 ist eine grundlegende Reform der Besteuerung von Alterseinkünften in Deutschland in Kraft getreten. Als Folge des Alterseinkünftegesetzes (AltEinkG) hat sich die Besteuerung der Leibrenten, welche von im Ausland ansässigen Personen aus der deutschen gesetzlichen Sozialversicherung bezogen werden, in der Weise geändert, dass die Renten nunmehr grundsätzlich zu den gemäß § 49 Abs. 1 Nr. 7 Einkommensteuergesetz (EStG) in Deutschland beschränkt steuerpflichtigen Einkünften zählen. Diese Änderung des deutschen Einkommensteuerrechts findet grundsätzlich ebenfalls Anwendung auf in Spanien ansässige Personen, welche eine gesetzliche Sozialversicherungsrente aus Deutschland beziehen.

    Gemäß Art. 21 des zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Spanien abgeschlossenen Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) wird aber das Besteuerungsrecht an deutschen Sozialversicherungsrenten (Deutsche Rentenversicherung) ausschließlich dem Wohnsitzstaat, sprich Spanien, zugewiesen.

    Sofern sich Ihre Einkommens-, Vermögens- und persönlichen Verhältnisse (z.B. Wohnsitzstaat) sowie die steuerlichen Bestimmungen nicht wesentlich ändern, brauchen Sie in Deutschland keine Einkommensteuererklärung abzugeben. Dies gilt nicht, sofern Sie vom Finanzamt gesondert zur Abgabe aufgefordert werden.
    Mit freundlichen Grüßen! Donner
     
    #5 18. April 2012
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