Notfallversorgung der Seguridad Social

Dieses Thema im Forum "Auswandern, Leben und Arbeiten in Spanien" wurde erstellt von Lilac, 17. November 2010.

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  1. Lilac
    Lilac Gesperrt
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    Notfallversorgung der Seguridad Social
    Dies ist ein kurzer Erlebnisbericht, der helfen soll, hier lebenden Ausländern oder Menschen die vorhaben nach Spanien zu ziehen, einen Einblick in die staatliche Gesundheitsversorgung zu geben.
    Gestern fuhr mich mein Mann ins Centro Salud (Gesundheitszentrum der Sozialversicherung)von Teulada/Costa Blanca. Ich verspürte einen Druck hinter dem Brustbein, der mir Angst machte. So schnell, wie ich im Centro Salud an ein EKG angeschlossen war, konnte man kaum schauen. Unglaublich.
    Das Resultat war ohne Befund. Trotzdem rief der Arzt meinen Mann hinzu und erklärte, es sei absolut notwendig, sofort ins Kreiskrankenhaus Denia zu fahren. Das EKG sei zwar in Ordnung, aber sicherheitshalber sollte ich doch gründlicher untersucht werden.
    Dazu hatte ich nun gar keine Lust, hatte ich doch von den unendlichen Wartezeiten im Krankenhaus gehört. Trotzdem fuhren wir hin, denn allein die Empfehlung des Arztes machte mir schon wieder ein wenig Angst.
    Von draußen schon sah man durch die Glasscheiben, dass alle drei Wartezimmer der Urgencia (Notaufnahme) im neuen Krankenhaus von Denia gut gefüllt waren.
    Wir gingen zur Rezeption, um die "Überweisung" und das EKG aus Teulada abzugeben. Sofort bekam ich ein Plastikarmband um das Handgelenk. So etwas hatte ich bisher immer nur bei Neugeborenen gesehen.
    Wir wollten ins Wartezimmer, doch schon auf dem Wege dort hin wurde ich von einer Krankenschwester gebeten ihr zu folgen. Es wurde abermals ein EKG gemacht, Blutzucker und Blutdruck gemessen. Dann kam ich in ein Behandlungszimmer und es wurde Blut abgenommen. Eine Ärztin kam, horchte mich ab und fragte haargenau nach meinen Beschwerden, nach der Vorgeschichte und so weiter. Kaum war sie fort holte man mich ab zu einer Röntgenuntersuchung. Es gibt wirklich Schlag auf Schlag. Dann musste ich warten. Mein Mann wurde aus dem Warteraum zu mir gebracht, was ich als sehr umsichtig und freundlich empfand.
    Es dauerte dann natürlich einige Zeit, bis alle Untersuchungsergebnisse vorlagen. Rund zwei Stunden später teilte man mir mit, dass organisch alles in Ordnung sei.
    Wir verließen das Krankenhaus mit dem absolut guten Gefühl: wenn wirklich mal etwas passiert, sind wir bei der Seguridad Social in der Notaufnahme des neuen Krankenhauses von Denia 100 %ig gut aufgehoben.
    Ich kann nicht für alle Kreiskrankenhäuser sprechen und weiß, dass es nicht überall so perfekt funktioniert. Vielleicht sollte die Versorgung auch als Punkt mit in die Entscheidungsfindung aufgenommen werden, wo man sich in Spanien niederlassen will.
    Übrigens hörte ich von einer Bekannten, dass man mir im Krankenhaus sofort einen Übersetzer zur Verfügung gestellt hätte, wenn ich der spanischen Sprache nicht mächtig gewesen wäre. Beruhigend, nicht wahr?":)"
     
    #1 17. November 2010
  2. finorico
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    Kann mich dem nur anschliessen. Mit Augenverletzung zum Centro Salud.
    Versorgung vom feinsten. Nachuntersuchung im Krankenhaus mittel.

    Und so gings weiter: Ich werde aufgerufen. Frage höflich bin ich hier richtig.Ja sicher, Sie müssen nur noch einen Moment warten. Auf die Frage warum. Sie müssen warten vor Ihnen kommt noch ein Deutscher. Mein Gesicht wird länger. Die Antwort ich bin der Deutsche. Vielleicht kommt daher die Einstufung -mittel- Er wollte die Peinlichkeit wieder schnell vom Behandlungstisch haben. Eine denuncia könnte ihm ja auch noch ins Haus flattern.
     
    #2 17. November 2010
  3. Lilac
    Lilac Gesperrt
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    Hallo finorico!
    Ich glaube, ich stehe immer noch etwas neben mir, aber ich habe den letzten Absatz nicht verstanden. Was für eine Peinlichkeit und wieso denuncia?
    Kannst Du mir bitte von der langen Leitung herunter helfen?
     
    #3 17. November 2010
  4. finorico
    finorico Active Member
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    Peinlichkeit, hab mich so empfunden, wenn der Arzt die Untersuchung mit rotem Kopf ausführt.:rolleyes: Ein Ausländer der auch noch Frage und Antwort in seiner Sprache besteht. Ungewöhnlich. Das schien ihm noch nicht untergekommen zu sein trotz seines gesetzten Alters. Eine Höflichkeitsfloskel kam am Ende nicht rüber.
    denuncia Wie auch in DE kannst du das in ES machen. Es fällt unter den allg. Bereich Diskriminierung. Kann den Einzelnen hier in arge Bedrängnis an seinem Arbeitsplatz bringen.
    Jedoch was bringt’s am Ende NICHTS (Vielleicht zu viel gesagt, wer gerne RA`s beschäftigen will schon) Ich brauche meinen Gegenüber irgendwann doch wieder, also die Tür zuschlagen? Bei solchen Institutionen und Behörden mach ich das lieber nicht. Es spricht sich so schnell rum
    Gruss Fino
     
    #4 17. November 2010
  5. Lilac
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    Danke! Nun habe auch ich es verstanden.
    Ausländerunfreundlichkeit (um nicht von -feindlichkeit zu sprechen) gibt es in Spanien natürlich auch. Genau wie in allen anderen Ländern.
    Es ist richtig, darüber hinweg zu schauen. Denn wie Du schon schreibst: man könnte sich noch einmal begegnen.
    Ich konnte mich gestern über mangelnde Freundlichkeit allerdings nicht beklagen. Alle waren einfach toll. Obwohl sich ja herausstellte, dass ich "nur" unter Panikattacken leide. Ich fühlte mich ernst genommen und in absolut guten, kompetenten Händen.
     
    #5 17. November 2010
  6. Lilac
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    Ich habe erfahren, dass das neue Krankenhaus der Sozialversicherung in Denia privatisiert wurde. Das hat mich über alle Maßen erstaunt. Es wird also von einem Privatunternehmen betrieben für die Sozialversicherung.
    Es gibt nun sehr viele ausländische Ärzte, sehr viele ausländische Hilfskräfte. Der Grund dafür: der neue Betreiber zahlt 30 bis 40 % weniger an Gehalt für Ärzte und Pflegepersonal als früher im alten Krankenhaus, welches ja direkt von der Seguridad Social betrieben wurde.
    Ist das inzwischen der Trend in ganz Spanien?
    Wer weiß etwas Näheres darüber?
     
    #6 18. November 2010
  7. cori
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    auswandern

    hola maruja , bin neu , aber lebe schon einige jahre in españa.
    Nach einem reitunfall wurde ich schnell und gut in der urgencias behandelt. Leider war die nachsorge durch den "cabecera" so schlecht , das ich am ende mit nieren und leberversagen fast wieder im krankenhaus gelandet bin. Dank eines privat behandelden arztes konnte das problem behoben werden. Ich lebe auf menorca und hier ist man weit entfernt von guter versorgung, leider
     
    #7 18. November 2010
  8. Lilac
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    Hallo cori!
    Erstmal ganz herzlich willkommen bei uns im Spanienforum.
    Du lebst auf Menorca! Das ist ja geradezu exotisch. Ich glaube nicht, dass wir schon ein Mitglied haben, welches dort lebt. Na, da hoffe ich, von Dir ein wenig über Dein Leben dort zu hören.
    Das mit den Ärzten im Centro Salud ist manchmal ein Problem. Ich habe das Glück, dort auch eine recht gute Ärztin zu haben - aber auch erst seit einigen Monaten. Davon hatte ich einen Arzt, der sich noch nicht einmal traute, die Patienten anzufaßen. Daher ist der beste Weg sicher die Urgencia.
    Hoffentlich geht es Dir inzwischen wieder ganz gut und Du reitest weiterhin voller Freude. Es gibt nichts Schöneres:D
    Dir wünsche ich viel Unterhaltung und Information im Forum und freue mich auf weitere Beiträge von Dir.:grin:
     
    #8 18. November 2010
  9. Morayma
    Morayma New Member
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    Das war doch von Anfang an so geplant. Der private Betreiber des Kreiskrankenhauses von Denia ist die deutsche DKV (als DKV-Marina Salud zu 80% und Bancaja und CAM zu 20%). Die DKV-Marina Salud hat das Krankenhaus auch gebaut und betreibt auch das alte Krankenhaus in La Pedrera.

    Das ist schon seit Jahren die übliche Praxis, nicht nur in Spanien. Auch andere Leistungen wie Müllabfuhr, Straßenreinigung, Trinkwasserversorgung, etc. werden an Privatfirmen verkauft.

    Das schlimmste in diesem Zusammenhang ist das Cross Border Leasing. Was das ist, steht in dem Link ;-)

    Du hast Glück Maruja, daß Du mit Deinen Beschwerden zum Notdienst gegangen bist. Eine Freundin von mir hatte vor exakt einem Jahr die gleichen Beschwerden und ging nicht zum Notdienst, sondern zum Hausarzt. Sie wartet noch heute, nach 12 Monaten, auf einen Termin beim Kardiologen im neuen Kreiskrankenhaus von Denia.

    Weil das allgemein bekannt ist, geht "jeder" mit seinen Beschwerden direkt zum Notdienst (urgencias) in Denia und deshalb ist der Notdienst immer total überlastet und überfüllt.

    In Denia seien nach Auskunft meiner Hausärztin (Médico de cabecera) nur ganze zwei Halbtagsstellen für Kardiologen vorhanden....Deshalb wäre die Warteliste auf einen Termin so lange.

    Gruß

    Morayma
     
    #9 25. November 2010
  10. Lilac
    Lilac Gesperrt
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    Ich danke Dir ja schon sehr für die Aufklärung, Morayma - aber Du hast bei mir dadurch wirklich einen Brechreiz erzeugt.:mad: Das kann doch alles nicht wahr sein? Krankenhäuser als Abschreibungsmodelle. Ich fall nun wirklich und endgültig von Glauben ab.
    Ich merke mal wieder: ich weiß, dass ich nichts weiß.
     
    #10 25. November 2010
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