Doppelwohnsitz möglich?

Dieses Thema im Forum "Auswandern, Leben und Arbeiten in Spanien" wurde erstellt von nina256, 2. September 2017.

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  1. nina256
    nina256 New Member
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    Doppelwohnsitz möglich?
    Hallo,

    es könnte sein, dass ich sehr bald nach Spanien gehe und dort erstmal 2-3 Jahre bleibe.

    Wie sieht das nun eigentlich rechtlich mit dem Wohnsitz aus?

    Darf ich in beiden Ländern meinen rechtmäßigen Wohnsitz haben, oder muss ich mich in Deutschland abmelden, bevor ich nach Spanien ziehe?

    Ich habe in Deutschland eine Gewerbeanmeldung - die darf ich nur behalten, wenn ich meinen Wohnsitz in Deutschland habe.

    Ich will in Spanien meinen Führerschein machen - darf ich erst nach 180 Tagen Wohnsitz in Spanien.

    Danke im Voraus für eure Antworten.
     
    #1 2. September 2017
  2. Gata
    Gata Well-Known Member
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    Hallo,
    du kannst weltweit soviele Wohnsitze haben, wie du magst.
    Wichtiger ist, wo du deinen Lebensmittelpunkt hast, wo du also am meisten Zeit verbringst. Dort wirst du steuerpflichtig.
    Bei dir wäre es nach deinen Plänen Spanien.

    LG
     
    #2 2. September 2017
  3. Rolf2
    Rolf2 Nada
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    Hallo,
    du sprichst ein häufiges Problem an, welches rechtliche Aspekte berührt, bei denen die umgangssprachliche Wortwahl nicht der Wortwahl in den Gesetzen betrifft. Zudem sind Spanien und Deutschland unterschiedlicher Meinung in diesen Bereichen, was unerwartbare Probleme, aber auch fantasievolle Lösungen ermöglicht. Mit 3 Worten ist das nicht erklärt, ich empfehle dir in alten Threads zu stöbern und nicht alles zu glauben. So hat @Gata 100%ig Recht, aber was DEIN Lebensmittelpunkt ist, ist deine Entscheidung, man muss es nur glaubhaft machen können, UND die Aussage gegenüber den dt. Behörden muss nicht zwangsläufig die gleiche wie bei den span. Behörden sein. Der Big Brother, der das alles abgleicht existiert nicht.


    Du bist Deutsche, hast eine gemeldete Wohnung in Deutschland, somit ist zwangsweise aus Deutschlands Sicht dieser dein Hauptwohnsitz, 1. Wohnsitz, etc.

    Aber eben nicht Aufenthalt - hast du also eine Wohnung und den "padron" (blablabla de empadronamiento), darfst du 2 Tage (offiziell) in Spanien sein, 6 Monate in sonstwo außerhalb Spaniens, und dann wieder in Spanien. Bei den 180 Tagen wäre ich mir unsicher, das war früher viel weniger.

    ....und immer daran denken - solange kein Beamter 24Std./Tag neben dir steht - wer soll das überprüfen? Es sollte natürlich eine glaubhafte Story bereit liegen, dann kann man die dollsten Konstruktionen präsentieren.

    Viel Spaß!
     
    #3 2. September 2017
  4. baufred
    baufred Well-Known Member
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    ... mal das "Problemfeld" der Aufenthaltsdauer in Spanien und deren Fristen und "Wirkungen" auf den 2 "Kampfplätzen" durchleuchtet:

    Wir "splitten" unsere "Jahresaufenthaltsdauer" auf insgesamt nachweislich < 183 Tage aber in mehreren Einzelaufenthalten wg. möglicher "Fallen" aufgrund nachstehender Regelungen:

    Aufenthalt > 183 Tagen in Spanien > egal, ob gemeldet oder nicht :idea:, ist man voll steuerpflichtig mit dem "Welteinkommen" gegenüber Hacienda (Finanzamt > verstärkt praktizierte Steuerfahndung :idea: über Strom-/Wasserverbrauch)
    > Info: Persona física residente en España - Agencia Tributaria

    Aufenthalt > 3 Monate < 183 Tage (ohne Unterbrechung) unterliegt man der Meldepflicht am Wohnsitz (Empadronamiento) - aber noch nicht der vollen Steuerpflicht mit seinem "Welteinkommen"

    ... aber man(n)/frau kann den Aufenthalt (ohne empadronamiento!) bei Einhaltung der jeweiligen Einzelaufenthaltsdauer < 3 Monate mehrmals pro Jahr nach jeweiliger Grenzüberschreitung auf insgesamt max. < 6 Monate/a nutzen! ... so interpretiere ich den folgenden Artikel:
    > Info: La estancia legal en España | iAbogado

    ... bei Überschreitung der 6 Monate "schnappt" neben der Meldepflicht dann auch wieder die Falle Steuerpflicht zu (s.o.)

    ... ergo, was jeder Betroffene daraus letztlich macht und sich möglicherweise "schönredet" ist dabei erst einmal unwesentlich, denn wer irgenwie "erwischt" wird bzw. aufgrund seiner und der Sichtweise und Entscheidungsfreiheit der "Hemdsärmelschoner" an den maßgeblichen Stellen in die "Mühlen" gerät, hat auf jeden Fall ein Problem "an der Backe" mit einem nicht einschätzbaren Ausgang und einem nicht kalkulierbarem Zeit- und Kostenaufwand für den "Marsch durch die Instanzen" der jeweiligen Rechtssysteme zur Lösung seiner Probleme ....
     
    #4 2. September 2017
  5. Rolf2
    Rolf2 Nada
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    Es ist kein banales Problem, das kann man nicht oft genug wiederholen. Einfach dem spanischen Staat sein Weltgeltungsbedürfnis aus dem Jahre 1492 durchgehen zu lassen, ist aber auch keine Lösung.

    So hätten Turing und Zuse kein Recht als Informatiker in Spanien zu arbeiten ](*,) - so ein wenig Boden der Tatsachen sollte man schon behalten dürfen.:club:
     
    #5 2. September 2017
  6. MVR1
    MVR1 Member
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    Verschiedene Informationen zum Thema "wohnen" in Spanien kenne ich nicht. Es gibt nur eine !

    "...De acuerdo con el artículo 15.1 de la Ley 7/1985, Reguladora de las Bases del Régimen Local, todo español o extranjero que viva en territorio español deberá empadronarse en el municipio en que resida habitualmente. Quien viva en varios municipios deberá inscribirse en el que habite durante más tiempo al año. …."

    Nachzulesen im BOE-A-1995-21553. Also alles klar und eindeutig.

    Sobald Du die Wohnung hast, gilt obiges aus dem BOE. Also anmelden, der Rest ergibt sich dann wegen der Arbeitsstelle aus dem Steuerrecht. Da ist es egal ob ihr die Wohnung behalten werdet oder nicht.

    Der deutsche Wohnsitz interessiert die spanischen Behörden ja auch nicht, nur im Falle von Eigentum möchte das Finanzamt darüber Bescheid wissen - aber das ist dann wieder das Steuerrecht.

    Gruß
    Manfred
     
    #6 23. Mai 2019
    Biggi gefällt das.