Auswandern - sehr viele scheitern

Dieses Thema im Forum "Auswandern, Leben und Arbeiten in Spanien" wurde erstellt von dali, 7. Februar 2007.

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  1. dali
    dali New Member
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    Auswandern - sehr viele scheitern
    Auch wenn es die, die auswandern wollen, einfach nicht hören wollen: Es sind irre viel, die in Andalusien scheitern und in ihre Heimatländer zurückkehren!

    Solange man in sein Heimatland zurückkehrt und die Zeit in Andalusien als eine lehrreiche Erfahrung bezeichnen kann ist alles prima. Wenn man aber zurück muß, weil man die Miete, den Strom ... nicht mehr zahlen kann, dann ist das schon eine üble Sache. Und genau das trifft viel mehr Menschen, als man sich vorstellt.

    Sieht man im TV diese Serien über Auswanderer, so fragt man sich sehr häufig, was in den Köpfen einiger dieser Menschen abgeht (komischerweise sind es meist die, die sich in Andalusien niederlassen wollen). Und oft lehnt man sich zurück und denkt, daß diese eh nur eine kleine Minderheit sind. Aber genau das ist eben nicht der Fall. In Andalusien ist es ein Kommen und ein Gehen, die meisten "Auswanderer" überleben die ersten 2 Jahre nicht.

    Im letzten Jahr erhalten wir wöchentlich Anfragen nach Langzeitvermietungen und viele teilen uns zumindest teilweise ihr Konzept mit. Die meisten können kein Spanisch, viele haben Kinder und keine Ahnung vom spanischen Schulsystem, finanzielle Reserven fehlen meist und fast alle sind der Meinung, daß man in Andalusien nicht nur auf sie wartet, sondern daß die Geschäftsidee genial sei.


    Warum schreibe ich das hier? Anlaß war eigentlich folgendes mail, welches wir heute bekommen haben:

    ... "...manchmal frage ich mich warum ich mich aus dem ruhigen Deutschland in ein solches Chaos begeben habe.....ich bin noch nielmals in meinem Leben so vielen gescheiterten Existenzen begegnet!!!!! Im Moment geht es so vielen Menschen in meinem näheren Umkreis finanziell schlecht...das ist kaum auszuhalten!!!!"

    Und genau das spiegelt unsere Erfahrungen der letzten Monate wieder.
     
    #1 7. Februar 2007
  2. Sidona
    Sidona New Member
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    letzte Woche kam in Spiegel TV ein Bericht über Rückkehrer. Es wurde ein Pärchen vorgestellt, das nach Griechenland auswanderte. Die Voraussetzungen waren - entgegen vielen anderen - ideal, er war Halbgrieche, seine Mutter, die in jungen Jahren nach Deutschland ist, hat in ihrer alten Heimat ein schönes Häuschen gekauft, eine Wohung für sich, eine für Sohn und Schwiegertochter, im Parterre wollte das Pärchen einen Frisiersalon aufmachen, war auch schon sehr schön eingerichtet - dann der Hammer, sein deutscher Gesellenbrief, den es brauchte zur Geschäftseröffnung wurde nicht anerkannt! Keiner weiss warum, der Brief eines Kollegen wurde problemlos anerkannt... nach einiger Zeit wurde klar, dass sie nun keinen Boden sehen und nach D zurückkehren. Und auch die Mutter verkauft das Haus wieder und kehrt auch zurück...
     
    #2 7. Februar 2007
  3. Mariposa
    Mariposa New Member
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    Vielleicht kommt die Aussage nur durch 5 Jahre Spanienerfahrung, aber ich fand das trotzdem naiv...Es ist allgemein bekannt, dass solche Anerkennungen EWIG brauchen. Aber darauf verlassen hätte ich mich keinesfalls. Im längeren Urlaub erstmal die Anerkennung wenn möglich beantragen und dann losziehen, wenn wirklich alles davon abhängt.
    Bei nem Freund von mir hat die Anerkennung des Diploms hier in Spanien zwei Jahre gedauert. Nach einem Jahr hatte er die Anerkennung als Diplomado, was aber falsch war und ne Stufe unten drunter, nach 2 Jahren hatte er dann die Anerkennung als Licenciado.
     
    #3 7. Februar 2007
  4. Cortijero
    Cortijero New Member
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    Hallo Guggi
    ich kann dir auch nur zustimmen. Die Leichtsinnigkeit mancher Leute ist schon erschreckend. Manchmal habe ich den Eindruck "Auswandern" ist gerade in und da möchte man doch mitmachen. Über die Folgen macht man sich erstmal keine Gedanken. Und die Kinder werden einfach ins Ungewisse mitgenommen. Ich war letzte Woche auf dem Konsulat in Sevilla. Da waren einige deutsche Auswanderer anzutreffen, die um Geld baten, damit sie wieder nach D zurück konnten. Auch hat die Anzahl deutscher Obdachloser in Sevilla in letzter Zeit zugenommen. Ich seh sie immer vor der Kaufhalle betteln. Aber ich glaube, da kann man warnen und Tipps geben so viel man will, manche werden erst durch ihre eigene Erfahrung schlau. Erschreckend dabei ist nur, daß es hier um die Existenz ganzer Familien geht, die so leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Urlaub machen oder hier leben und arbeiten sind zwei vollkommen verschiedene Dinge. Nur leider wollen das viele nicht begreifen. :evil:
     
    #4 8. Februar 2007
  5. tarifa28
    tarifa28 New Member
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    Guggi, ich glaube, dass gerade Andalusien eine starke Anziehungskraft für Menschen hat, die sich das Leben in Spanien als Sonnenschein und Siesta vorstellen. Aber ob genau diese Klientel erst in Andalusien scheitert, bezweifle ich: Die meisten sind eigentlich schon in Deutschland gescheitert (Schulden, kein Job, keine Ersparnisse...) und erhoffen sich durch einen Umzug in den Süden den Sonnenschein in ihr Leben zu bringen. Letztendlich wird das "Elend" aber meist nur exportiert und häufig noch schlimmer, da es eben in Spanien nicht so viele Hilfsangebote vom Staat gibt, wie in Deutschland.
     
    #5 8. Februar 2007
  6. Sidona
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    Über viele Dinge wird schlicht und einfach auch nicht nachgedacht - wie oft muss man sich z.B. anhören wie schlimm die Bürokratie in D ist, man will nach Spanien weil da alles einfacher ist - man hat mit den bürokratischen Hürden als Urlauber bisher aber nichts zu tun gehabt, man stellt es sich einfach so vor! Weiteres Beispiel - die Sprache, im Urlaub spricht der Verkäufer und der Kellner deutsch, die Speisekarte ist übersetzt - man braucht doch nicht spanisch zu sprechen! Das der Beamte und der Lehrer nicht deutsch sprechen, darüber denkt man gar nicht nach. Uswusf...
     
    #6 8. Februar 2007
  7. woody
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    no Risk, no Fun

    hola guggi,

    deine negativnachrichten schrecken mich nicht. ich gehöre auch zu denen mit kind. gescheiterte existenzen gibt es überall.....
    ich denke mal, wir haben alles gut durchdacht. aber gegen schicksalsschläge bist selbst du nicht immun.
    wir sehen uns in competa 8)
    halta luego y saludos
    woody
     
    #7 8. Februar 2007
  8. claudita
    claudita New Member
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    Ihc denke auch wirklich nicht, dass die ganzen negativen Dinge auf alle zutreffen. Den Bericht von dem Halbgriechen habe ich auch gesehen, aber Sidona, ehrlich, mit so einer Basis, hätte ich das Handtuch nicht so schnell geworfen, zumal die einiges an Arbeit und Geld investiert hatten. Dann sucht man sich vielleicht einen mit den erforderlichen Papieren und macht das mit dem denjenigen zusammen oder so.
    Und Woody, als Schreiner, wie gesagt, denke ich eh hat man in Spanien gute Karten.. anders sind die vielen, die ohne Ausbildung meinen in der 'Touristikbranche' was finden zu können, selbst hier reicht einfach nur Deutsch nicht aus.
    Pauschal kann man das sicher nicht sagen, auf jeden Fall braucht man sicher viel Durchhaltevermögen...
     
    #8 8. Februar 2007
  9. Sidona
    Sidona New Member
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    Die Überschrift von Guggi heisst ja auch sehr viele scheitern und nicht alle scheitern...

    Das mit dem Griechen hat mich auch etwas gewundert, ich denke aber, dass man in einem so kurzen Beitrag auch nicht alle Aspekte beleuchten kann oder vielleicht auch nicht will. Zumal sie ja auch sehr gute Ansätze mit dem Haus etc. hatten.

    Heute habe ich wieder eine Geschichte in einer Zeitschrift gelesen - Frau, frisch geschieden will sich neu orientieren, als gelernte Krankenschwester will sie in die Türkei auswandern, in das Ort in dem sie so einen schönen Urlaub verbracht hatte. Sie fliegt zwei Wochen dahin, findet relativ schnell eine Anstellung bei einem Arzt, der jemand Deutschsprachiges für die Touris sucht, findet auch schnell eine schöne Wohnung - Heimfliegen, Arbeit kündigen, Wohnung kündigen und nüscht wie weg. Damit man mit richtig versteht - ich gönne es der Dame und jedem, aber genau diese Geschichten - die es sicher gibt - animieren doch die Leute zum kopflosen auswandern.
     
    #9 8. Februar 2007
  10. Cortijero
    Cortijero New Member
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    tarifa28, ich denke auch, wer in D schon gescheitert ist, der wird es hier auch nicht schaffen. Seine Probleme ist man mit einem Umzug in ein anderes Land nicht automatisch los, die nimmt man mit. Und viele kommen schon total verschuldet hierher. Denken die, sie sind jetzt ihre Schulden los? Die Gläubiger werden sich ihr Geld auch hier holen. Und Privatinsolvenz wie in D gibt es hier nicht. Also schön Schulden abtragen, bei geringem Lohn, gleichen Unterhaltskosten, Schulgeld, Büchergeld usw.. Ohne finanzielles Polster für mindestens ein halbes Jahr würde ich den Schritt nicht wagen. Aber zum Glück bin ich ja schon hier :lol:
     
    #10 8. Februar 2007
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