Wirtschaftskrise in Spanien

Dieses Thema im Forum "Allgemeines zum Thema Spanien" wurde erstellt von Gast1805, 6. August 2009.

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  1. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Wirtschaftskrise in Spanien
    Wirtschaftskrise in Spanien

    Jetzt trifft es den Mittelstand

    Zunüchst hat sie die ladrillos getroffen, die Ziegelsteine, wie im Volksmund die Konstruktionsbranche liebevoll genannt wird. Doch nun scheint sie mit voller Wucht den Mittelstand erreicht zu haben. Besonders Firmen mit 10 bis 50 Angestellten tuen sich in diesen Zeiten doch recht schwer.

    So berichtet das spanische Amt für Statistik, dass allein in diesem Trimester 1.727 Firmen die Insolvenz anmelden mußten. Damit ist Spanien im ersten Halbjahr schon bei über 3.200 Firmenpleiten. Zum Vergleich 2007 gab es insgesammt keine 1.000 Insolvenzen. Im Vorjahresvergleich hat dieses 2. Trimester eine Steigerungsrate von 174 Prozent. Zum Jahresende sollen es über 300 Prozent werden. Mit anderen Worten, in Spanien müssen täglich an die zehn Firmen ihre Türen schließen.

    Besonders schlimm betroffen ist die Region Andalusien, die Comunidad de Madrid und man staune: Katalonien. Zwei Regionen vermeldeten keine Insolvenz: Extremadura und Navarra. Und in Rioja, wo die leckeren Tropfen herkommen waren es auch nur zwei Firmen.

    Erstaunlich dabei, das Hotel- und Gastgewerbe ist davon fast garnicht betroffen.


    Quellennachweis:
    INE, Instituto Nacional de Estadística
     
    #1 6. August 2009
  2. blubb
    blubb New Member
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    Wir haben noch nicht so viel davon gemerkt. In Männes Firma steht die Bude voll und er hat die ganze Woche Überstunden geschoben. Vielleicht, weil die nächsten Mitbewerber erst in Sevilla sind.

    Ich hoffe das bleibt so und die Kunden zahlen auch weiterhin ihre Rechnungen.
     
    #2 7. August 2009
  3. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Nun, die so genannten Nischenprodukte oder Dienstleistungen stehen eigentlich fast immer gut da. Was bietet ihr denn an?

    9 von 10 Spaniern kaufen marcas blancas!

    Ansonsten merkt man die Krise eher im Konsumverhalten der Spanier. Laut dem Ministerio de Medio Ambiente y Medio Rural y Marino bevorzugen immer mehr Spanier (89,6%) beim Einkaufen die marcas blancas gegenüber den um in der Regel 30 Prozent teureren Markenartikeln. Das ist eine Steigerungsrate von 28,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Billigprodukten sind besonders begehrt: Nudeln, Hülsenfrüchte, Reis und Milchprodukte. Auch greift man bei technischen Artikeln wie Steckdosen eher zu denen bei den Billigchinesen als im Fachgeschäft. Das Marketingkonzept der Billiganbieter scheint aufzugehen: 44,3 Prozent der Kunden glauben, dass hinter den Namen der marcas blancas sich gute Markenartikel befinden. 36,1 Prozent vermuten, dass ab und zu mal ein wenig Qualität dabei zu finden ist. 6,3 Prozent erwerben nur qualitativ hochwertige Produkte.

    Erstaunlich jedoch, beim Reisen wird gar nicht mal so viel gespart. Nur 9,7 Prozent wollen dieses Jahr darauf verzichten. Allerdings will knapp die Hälfte (48%) ihre Ausgaben dafür reduzieren. So meiden 8,3 Prozent die teuren Flieger.

    España caña: Aber getrunken wird immer noch!

    Zwar merken vor allem die Restaurants eine schwindende Ausgabefreudigkeit der Kunden, jedoch 83 Prozent denken gar nicht daran auf ihre cañas und tapas zu verzichten. Laut dem Generaldirektor der Cerveceros de España, Jacobo Olalla Marañón nehmen die Spanier in diesem Sommer pro Kopf und Besuch eine halbe caña weniger zu sich. Am meisten wird auf den Kanarischen Inseln ausgegeben, gefolgt von Navarra und Kantabrien. Richtig gespart wird in Rioja, Kantabrien und Castilla La Mancha.


    Quellennachweise:
    Vocento Mediengruppe
    Cerveceros de España
     
    #3 7. August 2009
  4. Sidona
    Sidona New Member
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    Mit Betonung auf fast. Gut - Wirte jammern immer, aber diesen Sommer in Medina musste ich schon staunen wie leer das eine oder ander restaurante war. Da spreche ich nicht von denen, die am Hauptplatz liegen (wobei auch die über Rückgang klagen), wo am Wochenendabend die "Flaniermeile" ist und auch die wenigen Touristen, die abends noch im Ort sind sich niederlassen, sondern die restaurantes in den barrios, wo ausschliesslich das örtliche Publikum abends gerne zum Essen ist. Total leer, man trinkt höchsten noch ein Bierchen. Einer der Wirte - der vor nicht allzulanger Zeit das Restaurant kaufte, meinte wenn es nicht ein Familienbetrieb wäre hätte er bereits Probleme.
     
    #4 7. August 2009
  5. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Also hier in Fuengirola ist seit Juli alles doch ziemlich gut besucht. Gerade letzten Freitag mußten wir regelrecht suchen, um etwas zu finden mit einem freien Tisch. Erst bein vierten Anlauf wurden wir fündig.

    Allerdings in den barrios von Málaga capitalfinde ich die Lokalitäten im Vergleich zu den letzten Jahren auffallend leer. Man bekommt fast immer einen Platz.
     
    #5 7. August 2009
  6. tarifa28
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    eigentlich wäre es ja fast auch ein Wunder, wenn man die Krise nicht inzwischen auch in der Gastronomie spüren würde - 18 Prozent Arbeitslosigkeit landesweit, in Andalusien noch deutlich höher, muss sich irgendwo bemerkbar machen. Für junge Leute, die jetzt mit ihrem Studium oder ihrer Ausbildung fertig sind, gibt es nahezu keine Chance auf einen Job und die Hoffnung auf eine schnelle Änderung der frustrierenden Situation besteht eigentlich auch nicht.
     
    #6 7. August 2009
  7. blubb
    blubb New Member
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    Männe arbeitet bei BMW, gut, viele Kunden fahren auch in freie Werkstätten, kommen dann aber meist doch wieder in die Fachwerkstatt, weil die freien Werkstätten einfach nicht das Material (Software zum Programieren, spezielles Werkzeug) haben um das dann vernüftig zu machen. Und so stehen die meisten doch wieder vor der Tür. :lol: Und die nächste BMW-Fachwerkstatt ist nun mal erst in Sevilla, oder irgendwo gaaaaaaannnnzzz weit weg in Portugal. Aber das muß weiter im NOrden sein, denn es kommen auch viele Portugiesen.
     
    #7 7. August 2009
  8. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Nun ist aber die Gastronomie nicht unbedingt insolvenzgefährdet. Denn fast kein Gastronom hat seine Angestellte in einem festen Arbeitsverhältnis. Alles Teilzeit oder Hilfsarbeiter. Und Produkte werden nach Bedarf bestellt. Also weder übermäßige Lohn- noch Lagerkosten.

    Hinzu kommen, wie Sidona schon geschrieben hat die Familienbetriebe, oder jene Betriebe, wo die Familie jetzt selbst einmal tatkräftig unterstützen muss.
     
    #8 7. August 2009
  9. tarifa28
    tarifa28 New Member
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    ok.. das ist sicherlich eine Besonderheit in diesem Sektor - somit können Gastronomen recht lange eine "Durststrecke" durchhalten, sofern das Lokal Eigentum ist und nicht Mietzahlungen geleistet werden müssen.
     
    #9 7. August 2009
  10. juergen
    juergen New Member
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    Mal ein kleiner Situationsbericht aus Roquetas und Aguadulce

    In Roquetas,wo wir weniger ausgehen,( wegen dem Autofahren ) wird seit 2-3 Jahren nur noch gejammert,erst weil immer mehr Hotels alles inclusive angeboten haben und nun kommt noch die Krise hinzu.Engländer haben ja nun permanent ( viel ) Durst,die wenigen deutschen Touristen scheinen alles Geld für die Reise / Hotel ausgegeben zu haben,Tasse Kaffee und Kuchen in erster Strandreihe für 2.50 wird als Nepp bezeichnet !Den weitaus groesseren
    Anteil machen die span. Urlauber aus und die verzichten weniger.Unsereins ist mit ein paar Tapas sehr gut bedient,aber Spanier fangen nach diversen Tapas erst einmal an zu essen.(Essen fängt ganz langsam an)Allerdings vermehrt Menu del dia oder Rationen,ein wenig wird also auch da gespart.
    In Aguadulce gibt es nur zwei groessere Hotels und so gut wie keine Ausländer.Ich glaube,sehr viele Spanier haben hier Eigentum und versorgen sich selbst,einige gehen mittags schon noch ihr Tapa essen,aber lange nicht mehr so,wie in früheren Zeiten.Altbekannte Bars / Restaurants sind noch gut besucht,aber da laufen keine 3 Kellner mehr rum,die ganze Fam. packt an und neuere Bars haben es ganz,ganz schwer.Mieten zwischen 800.- und 1300.- Euros sind nicht mehr zu erwirtschaften.Man hat sich so über den Winter geschleppt,in der Hoffnung auf die Saison.Die Rechnung geht nun garnicht auf.Da nutzen auch keine Ofertas contra la crisis ( neun mal menu-das 10 ist gratis u.ä.) Also Fazit-hier ist die Gastronomie nicht auf Rosen gebettet.2.- Euro fürs Weinchen und noch mal 2.- fürs Bier und noch mal 2.- ein Saft fürs Kind und das ganze vielleicht 3 mal weil die Tapas so lecker schmecken,das geht nicht mehr so einfach ! Gruss von Juergen
     
    #10 7. August 2009
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