Wer kennt sich aus im Erbschafts-Recht ??

Dieses Thema im Forum "Allgemeines zum Thema Spanien" wurde erstellt von Balu, 27. August 2006.

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  1. Balu
    Balu Member
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    Wer kennt sich aus im Erbschafts-Recht ??
    Hallo an alle im Forum,
    wer hat Erfahrung mit dem Erben und Vererben einer Immob. in Andalusien.

    Vor zehn Jahren haben wir in Zahara de los Atunes ein Grundstück
    gekauft und ein Haus darauf gebaut. (Escritura usw. perfekt und vorhanden.)

    Nun kommt so langsam bei uns die Frage hoch,-
    Wie vererben wir das GANZE am Besten unserem Sohn.

    Wir haben erfahren, dass die E.Steuer in Spanien ganz schön happig ist.
    Man hat uns hier in Deutschland auch schon zur Gründung einer spanischen SL mit anschl. Einbringung der Immob. geraten.
    Aber das kostet auch schon eine gehörige Stange Geld.
    Gibt es eigentlich überhaupt die Möglichkeit auf legalem Wege die hohe Erbschftssteuer zu umgehen?
    Das ganze eilt nun überhaupt nicht.
    Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo es dann passieren sollte.
    Deshalb dachte ich mir,-
    vielleicht hat jemand eine Idee, oder bereits eigene Erfahrungen mit dem Erben oder Vererben in Spanien gemacht.

    Ich freue mich auf Antwort
    Gruß Balu
     
    #1 27. August 2006
  2. Santioga
    Santioga New Member
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    Vorweg:
    Ich habe von der angefragten Sachlage keine Ahnung.

    Aber ein Griff in die google-kiste mit dem Stichwort:

    "Erben in Spanien"

    gibt rechtskundige Antworten.

    Santioga
     
    #2 27. August 2006
  3. John
    John New Member
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    Bis Ende des Jahres werde ich mehr wissen, aber vorerst mal eine Frage: Existiert noch ein Wohnsitz in Deutschland oder lebt ihr nur noch in Spanien?
    Im 2ten Fall ist ein Amtsgericht in Berlin (ich glaube Schöneberg) für die Abwicklung der Erbschaft zuständig, ansonsten das des Wohnortes. Für Deutsche gilt uneingeschränkt das deutsche Erbrecht!
    Wg. der Erbschaftssteuer wird es schwierig da offenbar die Schenkungssteuer auch nicht niedriger ist und es keine Freibeträge gibt. Evtl. wäre ein Verkauf an die Erben mit lebenslangem Wohnrecht sinnvoll aber an diesem Teil arbeite ich noch. Eine ungefähre Übersicht findest du hier

    Viel Vergnügen mit der Thematik :roll:

    John
     
    #3 27. August 2006
  4. Balu
    Balu Member
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    Na, das ging ja schnell.
    Zunächst einmal Danke für den Tipp. An das Verkaufen an meinen Sohn
    habe ich auch schon gedacht. Wir hätten eben im Vorfeld schon an den Fall des vererbens denken müssen. Aber hinter her ist man immer schlauer.
    Dann werden wir es Ihm vielleicht verkaufen, vielleicht nimmt man sich besser noch einen Notar zu Hilfe, der einen erst einmal in die richtige Richtung berät.

    Übrigens, :- Glückwunsch zu deiner Hompage.
    Super gemacht.

    Gruß
    Balu
     
    #4 27. August 2006
  5. Sidona
    Sidona New Member
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    Eine interessante Thematik, mit der ich mich auch befassen muss. Allerdings bin ich eher diejenige, die in den "Genuss" des Erbens kommt und ich fürchte auch, dass ich es nicht ohne Anwalt machen kann.

    Was mich interessieren würde (und was mir auch bei allem googeln bisher nicht schlüssig beantwortet werden konnte) - wie wird der Wert eines Hauses für die Erbschaftssteuer berechnet, was wird Zugrunde gelegt? Unser Haus ist undefinierbaren Alters (Schätzungen liegen bei 200 Jahren), den Betrag, den wir vor über 30 Jahren dafür zahlten liegt um vieles unter dem jetzigen Wert. Einziger Trost - ich bin Mitbesitzer, es geht also nur um 50%
     
    #5 27. August 2006
  6. Morayma
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    Erben in Spanien
    ist bei weitem nicht so kompliziert, wie es sich liest oder anhört. Nur etwas umständlich :wink: Wer der spanischen Sprache mächtig ist, kann sich die Kosten für den Anwalt sparen. Nur ein Steuerberater zum Ausrechnen der Erbschaftssteuer ist erforderlich.

    Erbschaften von Vermögen (Immobilien, Geld, etc.) in Spanien, können nur in Spanien angenommen werden. Dabei wird aber das deutsche, schweizer bzw. jedes andere ausländische Erbrecht anerkannt. Auch ein Testament des Erblassers, sofern es ordnungsgemäss verfasst ist und nicht gegen die jeweiligen Erbgesetze verstösst, wird in Spanien anerkannt.
    Es spielt übrigens keine Rolle, wo der Erbe wohnt.

    Im Fall des Todes braucht man erst einmal den Totenschein(Sterbeurkunde) (certificado de fallecimiento oder defunción) des Verstorbenen. Starb der Erblasser in Spanien, bekommt man diese Bescheinigung vom Standesamt (Registro Civil). Starb er im Ausland, gibt es den Schein ebenfalls beim dortigen Standesamt. Er muss dann aber von einem vereidigten Übersetzer übersetzt werden und mit der Apostille versehen sein.

    Das gleiche gilt für den Erbschein (certificado de herencia). Das kennt man in Spanien nicht. Wohl aber in der Schweiz und in Deutschland. Er muss ebenfalls in Übersetzung und mit Apostille vorliegen.

    Der nächste Schritt ist ein Schreiben nach Madrid ans zentrale Testamentsregister (Registro central de últimas voluntades). Das Formular samt Umschlag dafür gibt es in jedem staatlichen Tabakladen (estanco). Derzeit kostet es 3,90 €.
    Das Formular muss ausgefüllt werden, das certificado de defunción und die übrigen Dokumente (welche steht auf dem ausführlichen Beiblatt) müssen im Original beigelegt werden. Deshalb empfiehlt sich ein Versand per Einschreiben mit Rückantwort (certificado con acuse de recibo).
    Nach 1, 2, 3 Wochen bekommt man alles abgestempelt zurück.

    Dieses Schreiben ist notwendig, weil der spanische Staat darauf besteht, zu überprüfen, ob der Erblasser ein Testament in Spanien gemacht hat.

    Ist Vermögen auf der Bank vorhanden, dann braucht man von der Bank eine Bescheinigung über den Kontostand zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers. Hat man jedoch eine Kontovollmacht des Erblassers, kann man das Konto, ohne der Bank etwas vom Todesfall zu sagen, "abräumen". Da ist zwar illegal :wink: , aber durchaus üblich.
    Erfährt die Bank von dem Todesfall, bleibt das Konto bis zur Erbschaftsannahme u.U. gesperrt.

    Mit den Unterlagen (certificado de defunción, certificado de herencia, certificado del Registro de últimas voluntades, evtl. Bankbescheinigung und , falls vorhanden dem Testament) geht man zum Notar um die Erbschaftsannahme durchzuführen (aceptación de la herencia).

    Danach lässt man sich vom Steuerberater die Erbschaftssteuer (Impuesto sobre sucesiones) ausrechnen. Als Besteuerungsgrundlage dient der Katasterwert (valor catastral), der z.Zt. noch weitaus niedriger ist als der tatsächliche Wert des Hauses. Den Katasterwert kann man auf der Quittung für die Grundsteuer (IBI, Impuestos sobre bienes inmuebles) finden.

    In der Information von John steht zwar, dass der Escriturawert des Hauses als Besteuerungsgrundlage angenommen werde. Aber das stimmt nicht immer. Der Escriturawert des Hauses meiner Mutter (1970 gekauft) ist 35.000 Pesetas. :lol: ,der Katasterwert hingegen rund 75.000 Euro. Natürlich wird der Katasterwert genommen.
    Bei neueren Häusern, deren Escriturawert höher sein kann als der Katasterwert, wird dann der Escriturawert genommen.

    Für direkte Erben (Ehepartner und Kinder) gibt es einen Freibetrag. Da der Katasterwert oft noch niedrig ist, muss die Erbschaftssteuer nicht unbedingt sehr hoch ausfallen.

    Es gibt nur einen Weg, sich die Erbschaftssteuer zu ersparen: Man wartete mit der Erbschaftsannahme 5 Jahre. Dann ist die Erbschaftssteuer verjährt (prescrito). In dieser Zeit können die Erben das Haus allerdings weder verkaufen noch auf ihren Namen eintragen lassen.

    Nach Zahlung der Erbschaftssteuer geht man mit allen Papieren zum Grundbuchamt (Registro de la propiedad) und lässt das Haus auf den Namen der Erben eintragen.

    Nicht vergessen: auch Erben, als neue Eigentümer der Immobilie, müssen die städtische Wertzuwachssteuer (Plusvalía) zahlen. Mit der Erbschaftsannahmeurkunde (Escritura de aceptación de herencia) zum Rathaus gehen, vorsichtshalber die alte Escritura des Erblassers mitnehmen, und die Plusvalïa ausrechnen lassen. Das muss innerhalb von 30 Tagen (días habiles), nach der Erbschaftannahme geschehen, (Achtung: Die Samstage zählen als Werktage :!:) , sonst gibt es einen Strafzuschlag (multa). Um die Plusvalía kommt man auch nach den 5 Jahren Wartezeit selten oder gar nicht herum. Je länger man das Haus besass, desto höher ist die Plusvalía :cry:

    Saludos
    Morayma

    P.S. Für diejenigen, die nicht wissen was eine Apostille ist:

    Die Apostille von den Haag vom 5.Oktober 1961 (Apostilla de la Haya)
    ist ein Stempel (etwa DIN A 5 Format) mit dem eine staatliche Behörde ein Dokument (vom Notar, von Behörden, etc.) oder dessen beglaubigte Kopien versieht. Damit wird beglaubigt, dass das Dokument echt ist, der Notar ein Notar ist, etc. Man nennt sie auch auf Deutsch Überbeglaubigung.. Damit werden sozusagen ausländische öffentliche Dokumente beglaubigt.

    Fragt jetzt bitte nicht, wo man die Apostille in Deutschland oder in der Schweiz bekommt. Da sollte die Behörde/der Notar wissen, die/der das Dokument ausstellt. In Baden Württemberg wird eine Apostille z.B. vom Landgerichtspräsidenten ausgestellt.
     
    #6 28. August 2006
  7. Morayma
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    Hola John,

    Auch der Verkauf an die potentiellen Erben will gut überlegt sein. Jeder Verkauf/Kauf einer Immobilie in Spanien kostet eine Menge Geld :cry:

    7% Grunderwerbsteuer, Notargebühren, Gebühren für das Grundbuchamt,
    städtische Wertzuwachssteuer(plusvalía) und im Fall dass der Hausbesitzer kein Resident oder Spanier ist, auch noch evtl. die 5% Einbehalt der Kaufsumme (escritura) zur Abgabe ans Finanzamt.

    Das kann u.U,. teurer werden als eine Erbschaftssteuer. :roll:

    Saludos
    Morayma
     
    #7 28. August 2006
  8. Sidona
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    also zusammengefasst - verstehe ich das jetzt richtig - da ich Alleinerbe bin, das Haus mir sowieso zur Hälfte gehört und ich es nicht veräussern will komme ich um die Erbschaftssteuer rum, wenn ich erstmal (also 5 Jahre) warte. Eigentlich muss man dann ja gar nichts machen im Falle des Ablebens der Mutter :roll:

    Und ich kann meinen Nachbarn guten gewissens sagen, ich KANN das Haus nicht verkauften *kicher* - die lauern nämlich schon und ich bin jetzt schon gespannt welcher zuerst mit einem Angebot kommt - der zur Linken oder die zur Rechten... :roll:
     
    #8 28. August 2006
  9. Morayma
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    Genau, Sidona :wink:

    Im Fall des Falles schön den Mund halten, die laufenden Kosten fürs Haus (Steuer, etc.) wie bisher weiterzahlen und mit der Erbschaftsannahme 5 Jahre warten.
    Genau sind es sogar nur 4 Jahre und 6 Monate, die man nach der Annahme der Erbschaft als Frist für die Zahlung der Erbschaftssteuer hat.

    Saludos
    Morayma
     
    #9 28. August 2006
  10. Sidona
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    na, das sind ja mal gute Nachrichten - merci Morayma! Und Mutter kann ich auch noch beruhigen, die Angst hat, dass ich das Häuschen veräussern möchte. Dazu liebe ich die alte Hütte aber viel zu sehr... :D
     
    #10 28. August 2006
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