Steuer 214 für Nichtresidenten (Hausbesitzer) bald fällig

Dieses Thema im Forum "Allgemeines zum Thema Spanien" wurde erstellt von Morayma, 17. Oktober 2006.

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  1. Morayma
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    Steuer 214 für Nichtresidenten (Hausbesitzer) bald fällig
    Nichtresidenten in Spanien müssen bis zum 31. Dezember 2006 die Impuesto sobre el Patrimonio y sobre la Renta (Nichtresidentensteuer) für das Jahr 2005 bezahlen. Das gilt für alle ausländischen Immobilienbesitzer in Spanien.

    Dafür muss man sich das Formular 214 beim Finanzamt (Agencia Tributaria) holen und ausfüllen oder einen Steuerberater (asesor fiscal) beauftragen.

    Die Nichtresidentensteuer setzt sich aus zwei Abgaben zusammen: aus der Vermögens- und aus der Eigennutzungssteuer.

    Der obere Teil des Formulars 214 betrifft die Vermögenssteuer (Renta de Patrimonio). Als Besteuerungsgrundlage (base imponible bzw. valor) werden entweder der Katasterwert (valor catastral) oder der Escriturawert der Immobilie genommen. In jedem Fall muss der höhere der beiden Werte genommen werden.
    Der Hebesatz beträgt mindestens 0,2%, kann je nach Wert der Immobilie bis 2,5% steigen. Die genauen Hebesätze stehen auf der Rückseite des Formulars 214.
    Ist das Haus mit einer Hypothek (deudas) belastet, kann diese (Stand der Hypothek 31. Dezember 2005) von der Besteuerungsgrundlage (Katasterwert oder Escriturawert) abgezogen werden.

    Rechenbeispiel: Wert der Immobilie 100.000 Euro
    0,2% von 100.000 € = 200 € zu zahlende Steuer


    Der zweite, untere Teil des Formulars 214 bezieht sich auf die Eigennutzungssteuer (Impuesto sobre la renta de no Residentes). Als Besteuerungsgrundlage (valor) wird hier immer der Katasterwert (valor catastral) genommen.

    Bei Immobilie, deren Katasterwert bis zum 1. Januar 1994 revidiert oder geändert wurde, berechnet man vom Katasterwert 1,1% und von der Summe, die herauskommt, zahlt man 25% Steuer.

    Für alle anderen Immobilien berechnet man zunächst 2% vom Katasterwert und dann werden von dieser Summe ebenfalls 25% berechnet.

    Rechenbeispiel: Der Katasterwert der Immobilie beträgt 100.000 Euro.
    1,1% von 100.000 € = 1.100 €
    25% von 1.100 € = 275 € = zu zahlender Steuerbetrag

    Nun zieht man die beiden Steuerbeträge zusammen und zahlt für das Jahr 2005 einen Gesamtsteuerbetrag von 475 Euro.

    Unten im Formular 214 muss noch die Katasternummer (referencia catastral) eingetragen werden. Diese findet man, ebenso wie den Katasterwert, auf der Grundsteuerquittung des Jahres 2005 (IBI Impuesto sobre Bienes Inmuebles).

    Dann unterschreibt man das Formular 214 links unten (firma) und trägt rechts unten die 20-stellige Kontonummer (código cuenta cliente)ein. Abgeben kann man das Formular 214 auf seiner Hausbank. Die überweist die Steuer vom Konto und schickt das Formular zum Finanzamt.

    Vorher sollte man sich allerdings beim zuständigen Finanzamt noch die Steueretiketten (etiqueta identificativa) besorgen. Diese werden oben links in den dafür vorgesehenen Freiraum eingeklebt. Voraussetzung für diese Steueretiketten ist allerdings die NIE-Nummer. Ohne diese bekommt man weder Etiketten noch kann man die Steuer 214 bezahlen.

    Bei mehreren Eigentümern muss jeder einzelne Eigentümer eine eigene Steuererklärung abgeben. Das gilt auch für Ehepaare. Der Katasterwert (bzw. Escriturawert) als Besteuerungsgrundlage, reduziert sich dann entsprechend der Eigentumsprozentsätze die im Grundbuchamt eingetragen sind. Man kann sie auch in der Escritura finden.

    Achtung: Das Argument "Ich habe diese Steuer noch nie bezahlt und bin nicht aufgeflogen" hört man oft. Doch der Fiskus schlägt spätestens zu, wenn das Haus verkauft werden soll. Dann fallen Bußgeld und Verzugszinsen an. Auch verlangen mittlerweile viele Notare den Nachweis, dass die Steuer 214 bezahlt wurde. Generell ist zu beobachten, dass die Steuerfahndung seit etwa drei Jahren entsprechenden Verstösse verstärkt nachgeht. Man sollte es besser nicht darauf ankommen lassen :wink:


    Saludos
    Morayma
     
    #1 17. Oktober 2006
  2. Balu
    Balu Member
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    Hallo Morayma,
    das ist mal wieder eine Erklärung für alle "Unwissenden" wie sie besser nicht sein kann und das finde ich einfach suuuper. An dieser Stelle einmal ein großes DANKE!!
    Gerade gestern bin ich aus Andalusien zurück und habe die besagte Steuer vom Modelo 214 auch in Algeciras beglichen. Zu den Mitarbeitern auf diesem Amt kann ich nur sagen,
    daß diese überaus freundlich und hilfsbereit sind und mir sogar das Formular ausfüllen, da ich mir immer noch unsicher mit der Berechnung bin, ob sich nicht doch etwas geändert hat.
    Nun einmal eine Frage zu dem Katasterwert,-
    Was sagt dieser Wert eigentlich im Gegensatz zum tatsächlichen Wert einer
    Immobilie und einem evtl. Verkauf der Immob. aus ?

    Muchas Gracias,
    y
    con muchos recuerdos
    Balu
     
    #2 31. Oktober 2006
  3. Capullo
    Capullo Member
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    Wenn ich mich recht erinnere, dann hängt vom Katasterwert neben dem IBI (impuesto de bienes inmuebles) auch die sogenannte "Plusvalía municipal" (hab vergessen wie es offiziell heisst) ab.

    Plusvalía municipal ist eine Steuer, die du beim Verkauf der Immobilie bezahlen musst. Dein Wohnort erhebt diese Steuer auf den theoretischen (katastralen) Wertzuwachs der Immobilie zwischen Kauf und Verkauf.

    Gleichzeitig wird unter Plusvalía aber auch die viel wichtigere (weil normalerweise viel teurere!) staatliche Steuer auf den Wertzuwachs verstanden. Die hängt von der Differenz der Beträge in der Ankaufs- und der Verkaufs-Escritura ab (grob gesagt gehören 15% des Gewinns dem spanischen Staat), und ausserdem davon, wie viel Zeit zwischen Kauf und Verkauf vergangen ist (grob gesagt, je länger desto besser). Da diese Steuer eine Form der Einkommenssteuer IRPF ist, wird sie "normalerweise" mit der jährlichen Steuererklärung geregelt. Frag mich bitte nicht, wie das bei Nicht-Residenten ist!!
     
    #3 31. Oktober 2006
  4. Morayma
    Morayma New Member
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    Die Plusvalía municipal (El impuesto sobre el incremento de valor de los terrenos de naturaleza urbana) hängt nicht unbedingt mit dem Katasterwert (valor catastral) zusammen. Die Rathäuser können den Katasterwert nehmen, tun es aber selten, da der Katasterwert in den meisten Fällen niedriger ist als der Escriturawert.
    Besteuert wird die Differenz zwischen dem alten und dem neuen Escriturawert evtl. Katasterwertwert.

    Je länger man eine Immoblie als Eigentum hatte, desto teurer wird diese städtische Steuer :cry:

    Das ist die Steuer über Vermögenszuwachs, von einigen auch Spekulationssteuer genannt. Bisher waren es für Ausländer 35% des Escriturawertes. Der Hebesatz sinkt mit jedem Jahr (wobei die ersten 2 Jahre nicht zählen).
    Da wird es aber auf Betreiben der EU im Jahr 2007 wichtige Änderungen geben, das die Spanier bisher nur 15% zahlten. Vermutlich werden ab 2007 alle Immobilieneigentümer 18% zahlen müssen.



    Saludos
    Morayma
     
    #4 16. November 2006
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