PSOE versinkt im Sumpf des größten Korruptionsskandal Spaniens

Dieses Thema im Forum "Allgemeines zum Thema Spanien" wurde erstellt von MVR1, 20. November 2019.

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  1. MVR1
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    PSOE versinkt im Sumpf des größten Korruptionsskandal Spaniens
    Der jahrelange Diebstahl von Steuergeldern durch die sozialistische Partei Spaniens in Andalusien hat nun endlich ein erstes Urteil ergeben. Vernichtend im Ton und zu milde in den Strafen wurden die führenden Köpfe des im allgemein bekannten ERE Skandals verurteilt. Manuel Chaves, José Antonio Grinán, Magdalena Alvarez (Ex Ministerin unter der glorreichen Ära von Zapatero und weitere ehemals Verantwortliche der vergangenen sozialistischen Regierungen in Andalusien haben ein zutiefst illegales System geschaffen um 679 Millionen Euro an Steuergeldern an Firmen zu verteilen, nur um angeblichen Arbeitsplatz Abbau zu vermeiden und sich selbst die politische Zukunft zu sichern. Diese Steuermittel wurden ohne jegliche Auflagen, Verfahren oder unter Einhaltung irgendwelcher Gesetze wohlwollend und sehr diskret verteilt. Die Urteile nehmen sich aber im Angesicht von 679 Millionen Euro extrem milde aus. Neun Jahre "politisches" Berufsverbot für Chaves oder 6 Jahr und 2 Tage gegen Grinan, um nur zwei Täter mit ihren Urteilen zu benennen, sind wie schon das Hinauszögerns des Urteils zu einem Zeitpunkt nach den Wahlen eine Höflichkeit der Justiz an die PSOE.

    Einsicht bei der PSOE - die man bei solchen Ziffern und im Angesicht des Urteils getrost auch die korrupteste Partei oder räuberischste Partei Spaniens nennen darf - ist nicht zu bemerken, all die Schreihälse die nach den Urteilen im Fall Gürtel so lauthals rumgrölten schwafeln heute von "Vergangenheit" oder "andere Generation" (Àbalos - aktueller spanischer Entwicklungsminister PSOE) und andere die solche Stuss von sich geben.

    Weitere Urteile aus diesem Umfeld kommen noch, da viele Verfahren, wie Beispielsweise die Kokspartys, Urlaube, persönlicher Bereicherungen, Begünstigungen und vieles mehr, von diesem Hauptverfahren abgetrennt wurden. In Summe sind es ca. 200 !

    Gruß
    Manfred
     
    #1 20. November 2019
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  2. MVR1
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    Nachtrag: Auch wenn mir persönlich Parteien, die sich dem Sozialismus oder einer seiner Derivate hingeben, zutiefst suspekt sind, kann ich das Wahlergebnis der letzten Wahlen nicht nachvollziehen. Ich hatte hier einen deutlichen Niedergang der PSOE erwartet und einen deutlichen Aufstieg von Podemos bzw. auch der sich davon abgespalteten Bewegungen. Aber vielleicht wäre so etwas eingetreten wenn das Urteil noch vor den Wahlen veröffentlicht worden wäre. Doch die nächsten Wahlen stehen ja geradezu vor der Tür bei den sich auf einmal so liebhabenden Sanchez und Iglesias ....
     
    #2 20. November 2019
  3. Gata
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    Spanier, die ich hier spreche, sagen immer: die sind alle gleich.(Politiker).
    Das glaube ich inzwischen auch und das nicht nur in Spanien. :-({|=
    Vielleicht wählen die Leute in ihrer Frustiertheit bei der nächsten Wahl noch mehr VOX.
    Das ist aber auch keine Lösung für Spanien, nur Frust muss irgendwo hin.
    Schwere Zeiten für die Demokratie.
     
    #3 21. November 2019
    Acacias37 und MVR1 gefällt das.
  4. MVR1
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    Hallo Gata, sehe ich etwas anders. Nur wenn das Pendel eines Uhrwerkes in beide Richtungen ausschlagen geht es vorwärts. Ähnlich sehe ich es in einer Demokratie, nur wenn das Verhältnis linker Rand und rechter Rand ausgeglichen besetzt ist kommt es zu einem politischen Diskurs. Die zu vielen Jahre der extremen Selbstbedienungsmentalität von PSOE und PP sind nun vorbei, das Parlament ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und nimmt seine Funktion vor allem unter dem Einfluss diese Links- und Rechtsaußen Parteien endlich wahr. Ich sehe keine schweren Zeiten, eher spannende Zeiten der spanischen Demokratie.

    Gruß
    Manfred
     
    #4 21. November 2019
  5. Gata
    Gata Well-Known Member
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    Wenn eine erneute Wahl spannend ist, mag man das finden. Wenn das jedoch zu "italienischen Zuständen" führt, ist das kein Aushängeschild.
    Diese knappen Mehrheiten verführen zu Koalitionen, die wenig bringen, ausser immer dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Das hilft alles nicht weiter.
    Der Selbstbedienungsladen hat sich bis in die kleinen Gemeinden durchgesetzt, da ist noch lange kein Ende in Sicht. Aber wir müssen abwarten, ich sehe schwere Zeiten, wo politisch nichts durchzusetzen ist. Dabei sind in so vielen Bereichen dringend Entscheidungen nötig.
     
    #5 21. November 2019