La Crisis, Bettler überall

Dieses Thema im Forum "Allgemeines zum Thema Spanien" wurde erstellt von pepe, 16. November 2012.

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  1. pepe
    pepe New Member
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    La Crisis, Bettler überall
    Meine Frau ist nun wieder zurück und geschockt von den Erlebnissen in Andalucia. Im Sommer fiel uns das wegen der Touristen gar nicht so auf, aber die Situation für die Bevölkerung hat sich weiter verschlechtert. Vor Mecadona, Lidl gibt es jetzt viele Bettler, nicht nur wie früher einen Typen mit Hut. Viele Leute leiden Hunger, stehen vor der Caritas Schlange. Leute welche Lebensmittel zu Caritas bringen wollen bekommen diese von den Wartenden aus der Hand gerissen.
    Laut Auskunft unserer spanischen Nachbarn bekommt eine familia etwa 300.- Euro ayuda. Davon muss aber noch die Miete bezahlt werden. Schlimm!
    Wie schaut es bei Euch in der Gegend bezüglich crisis aus?

    LG
     
    #1 16. November 2012
  2. peruano
    peruano New Member
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    Hier im nördlichsten Zipfel der Comunidad Valenciana ist es nach meinen Beobachtungen sehr unterschiedlich.
    Auf der einen Seite gibt es viele Bettler (in den Straßen, vor den großen Geschäften aber auch vor Kirchen) unterschiedlichster Art. Einige sind ziemlich abgerissene, ungepflegte Typen, die rauchend und z. T. auch trinkend um Geld betteln. Andere sitzen geduldig mit einem Schild und bitten um eine Spende für sich und ihre Familien. Wiederum andere (häufig Frauen), die man südosteuropäischen Volksgruppen und evtl. auch Gitanos zuordnen kann, sitzen vor den Geschäften und auch Kirchen und bitten um einige Monetas. Lediglich die Letzteren sehe ich aber dann auch bei Mercadona einkaufen. Dies kann man hier aber über das ganze Jahr hindurch feststellen.
    Auf der anderen Seite sehe ich neben Alten (Rentnern) viele junge Leute schon morgens in den Bares, kaffeetrinkend, rauchend und dies teilweise von morgens 9.00 bis ca. 11.00 Uhr. Dies einzuordnen fällt mir schwer, ist man Arbeitslos und schlägt die Zeit tot oder hat man genug Geld, um sich dies leisten zu können. Wenn ich dann in den Läden sehe, welche Mengen und was eingekauft wird, sowie mit welchen Fahrzeiugen man ankommt, scheint es mir mit der Crisis nicht weit her zu sein. Dies ist keine Momentaufnahme, es ist für mich lediglich hier festzustellen. In anderen Bereichen ist es sicherlich unterschiedlich, nur bin ich dort nicht so lange, um es deutlich zu registrieren.
    Grüße
     
    #2 16. November 2012
  3. Desco Negut
    Desco Negut Active Member
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    Hallo Peruano,

    Deine Beobachtungen kann ich auch in Barcelona und Umgebung bestätigen: Einerseits wird gebettelt, oft allerdings von den "üblichen Verdächtigen", mittlerweile aber auch von Spaniern, die in ungewohnter Offenheit zugeben, daß sie nicht mehr über die Runden kommen. In der S-Bahn gibt es Leute (Spanier), die den ganzen Tag auf einer Linie hin- und herfahren und im Zug betteln, dies allerdings auf zurückhaltende Art, nicht so wie die nervtötenden Akkordeon- oder Mundharmonika spielenden Osteuropäer, die leider immer wieder von Touristen Geld bekommen).

    Andererseits sind an den Wochenenden die Restaurants, teure wie billige, gut gefüllt. Der Unterschied ist, daß die billigen Restaurants weniger Umsatz machen, die wirklich teuren Läden dagegen laufen wie eh und je.

    Spannen wir doch jetzt einfach mal den Bogen zur Menge der 500 €-Scheine, die in Spanien im Umlauf sind. Wie es aktuell ist, weiß ich nicht, aber vor wenigen Jahren waren davon in keinem Land Europas so viele im Umlauf wie in Spanien.
    Solidarität? Gemeinsinn? In Spanien? Da lachen ja die Hühner! Spnien war, ist und bleibt el país de la pandereta und wird nie ernst zu nehmen sein. Wenn man sich daran gewöhnt und es akzeptiert, lebt man hier recht gut. Ich tue es und gehe am Wochenende essen - richtig gut und überhaupt nicht billig. Und ohne schlechtes Gewissen. Olé!
     
    #3 16. November 2012
  4. HCA2
    HCA2 Active Member
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    Das ist auch meine Beobachtung, in Andalusien wie auch in CyL. Und wenn wir uns durch die Einkaufsstrassen und Einkaufszentren von Sevilla oder Valladolid zwängen, fragen wir uns oft: "Crisis???"

    Bettler gibt es hier wie dort, in CyL meiner Beobachtung nach etwas weniger.
    Aber ganz im Ernst, ich habe weder in Andalusien noch in CyL bisher soviele Bettler gesehen wie vorher in Köln.

    Was aber auch daran liegen mag, dass in D wohl stellenweise organisierte rumänische Bettelkolonnen tätig sind.


    Guter Plan. :D Das werden wir wohl auch tun. Und nehmen noch einen besonders guten Wein zum Esssen. Olé!
     
    #4 16. November 2012
  5. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Málaga

    In Málaga entwickelt sich eine regelrechte Zwei-Klassen-Gesellschaft

    In kaum einer anderen Stadt entwickelt es sich dermassen extrem wie in der südspanischen Metropole Málaga. Im letzten Monat wurde alle zweieinhalb Minuten eine Person arbeitslos gemeldet. Die Jugendarbeitslosigkeit pendelt sich bei 55 Prozent ein!

    42 Prozent der Bevölkerung leben an der Armutsgrenze. Das bedeutet, sie wissen nicht, wie sie den nächsten Monat bezahlen können. 58 Prozent können sich unvorhersehbare Ereignisse, wie Autopannen, kaputte Elektronikgeräte etc. einfach nicht leisten.

    Man kann nicht behaupten, dass der Mittelstand zusammenschrumpft, aber er wird definitiv nicht größer. In Málaga kann man ein Trennlinie ziehen. Ungefähr vom Plaza de la Merced, wo das Geburtshaus von Pablo Picasso steht über das Kaufhaus El Corte Inglés und den Bahnhof María Zambrano zum Hafen.



    Rechts davon, ca. 80.000 Einwohner, denen geht es gut. Mittelstand bis Oberschicht. Westlich und nördlich davon etwa eine halbe Million Menschen, für die ist ihre Zukunft ein Fragezeichen, bzw. kämpft täglich um das Überleben.

    ____________________________________________
    Quellennachweis:
    Verschiedene Ausgaben des Diario SUR, Grupo Vocento
     
    #5 16. November 2012
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 19. November 2012
  6. estudiante
    estudiante New Member
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    Ist ist doch sehr auffällig, dass vor allem die Leute am Meer einen gewissen Wohlstand haben. Jetzt wäre interessant zu wissen, ob das schon vor der Krise 2008 der Fall war oder sich erst so entwickelt hat.
     
    #6 16. November 2012
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 16. November 2012
  7. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Málaga

    Die Stadt Málaga liegt direkt am Meer und da kann man von Wohlstand nun wirklich nicht sprechen.
     
    #7 16. November 2012
  8. Ally
    Ally New Member
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    GIB
    Es hat sich schon einiges veraendert. Was jawohl ganz klar ist im Angesicht dieser Krise.

    Viele Familien haben Probleme Lebensmitteleinkaeufe zu bezahlen.
    Sonntags bei der Essenausgabe der Obdachlosen in GIB steigt die Anzahl Spanischer Gaeste. Es sind mittlerweile auch Familien mit Kindern dabei, die Obdachlos geworden sind.
    Die Toepfe sind jetzt immer leer.

    Viele Leute von denen man es frueher nicht vermutet haette, sind agressiver und Freundschaften, oder Nachbarschaften zerbrechen an Kleinigkeiten die vor ein paar Jahren noch Undenkbar gewesen waeren.

    Beispiel
    In La Linea Umgebung wohnt eine Bekannte die in GIB arbeitet. Sie erzaehlte mir das ein Nachbar sich von ihr 50 Euro geliehen hat, weil er Angeblich nichts zu essen fuer seine Kinder hatte.
    20 Minuten nach dem sie ihm das Geld fuer den Einkauf geliehen hat, hielt der Kokaindealer mit seinem Motorrad an der Tuere des Nachbarn und brachte ihm eine Besondere Lieferung.

    Ein paar tage spaeter brachte der Nachbar dann das geliehene Geld zurueck.
    Er gab ihr 35 Euro.
    Sie machte ihn darauf aufmerksam das da noch 15 Euro fehlen.
    Der Nachbar sagte, das er 15 euro abgezogen hat, weil sie im Sommer an einer seiner Grillpartys teilgenommen hat, und das dass nicht Umsonst gewesen ist.

    Bettler sehe ich in ES auch viel mehr als noch vor ein paar Jahren, meistens mit einem Schild "habe Hunger"
    Bei Lidl finde es Extrem nervend, vor allem in Los Barrios.

    Der Drogenkonsum steigt.
    Mich wundert das sich sehr viele der Armen in Spanien Koks, Speed, Valium ect finanzieren koennen.
    Was ich da in den letzten Jahren an Veraenderungen beobachten konnte ist sehr schockierend.
    Die meisten konsumieren es heimlich, und kaum einer in ihrer Umgebung wuerde es vermuten.
    Ich erkenne sofort, wenn jemand auf Koks ect ist, und bin sehr Froh darueber.
    So kann ich die Leute gleich aussortieren.

    Vor allem die Auslaenderfeindlichkeit empfinde ich anders als noch vor ein paar Jahren.
    Viele Kinder leiden, an mangelnder Kleidung, Spielsachen und Aufmerksamkeit der Eltern.
    Fuer viele ist das Leben ein richtiger Kampf geworden.

    Hier in GIB bekomme ich zum Glueck nur sehr wenig von der Krise mit.
    Die Leute die vor 10 Jahren schon arm waren, sind es heute immernoch.
    Man nimmt sein Leben an und macht das Beste draus.
    Trotzdem hoere ich sehr Oft, gerade von aelteren.... yo tengo no esperanza.
    Auch hier gibts wie ueberall Leute die Kredite abzahlen, und sich uebernehmen ect ect.
    Diese Woche sagten einige Kunden im Restaurant das sie Angst haben vor dem was aus Spanien hier her kommen koennte.
    Viele sagten: Seit der Grenzoeffnung war die Luft Nie so Agressiv wie seit diesem Jahr.
     
    #8 16. November 2012
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 16. November 2012
  9. estudiante
    estudiante New Member
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    was meinst du mit GIB?
     
    #9 17. November 2012
  10. elanco
    elanco Member
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    Gibraltar! :)
     
    #10 17. November 2012
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 17. November 2012
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