Tourists go home

Dieses Thema im Forum "Nachrichten und Aktuelles" wurde erstellt von Gata, 14. August 2017.

  1. Gata
    Gata Well-Known Member
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    Tourists go home
    Die Meldung, dass Spanier zunehmend die Touristenmassen ablehnen, häufen sich dieses Jahr. Alle grossen dt. Zeitungen berichten darüber.
    Spanische Urlaubsorte vor dem Kollaps: Erboste Einwohner greifen Touristen an
    Ich kann die Menschen teilweise verstehen, aber eben nur teilweise. Denn erstens lebt das Land von den Einnahmen aus dem Tourismus und zweitens betrifft es 2 Monate im Jahr.
    Ich finde, dafür muss man mal " die Zähne zusammen beissen".
    Auf die Einhaltung gewisser Regeln muss die Verwaltung achten: kein Urinieren in öffentl. Bereichen, Lärm nur bis 24 Uhr, etc. Da liesse sich sicherlich noch einiges verbessern.
    Gute Einnahmen im Sommer sind unverzichtbar, da auch das spanische Kalenderjahr 12 Monate hat.
    Wenn der Urlauber erst in grossen Umfang begreift, dass z.B Bulgarien und Kroatien viel günstiger und genauso sonnig sind, wird man in Spanien schnell lange Gesichter machen.
     
    #1 14. August 2017
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  3. Acacias37
    Acacias37 Member
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    Es betrifft eben nicht nur 2 Monate im Jahr. In Barcelna sind die Touristen mittlerweile ganzjährig in großer zahl anzutreffen.

    Die Spanier (sei es an den Küsten, auf Mallorca, in den Kapitalen) wehren sich in erster Linie gegen die Low-Cost-Urlauber. Die bringen kein Geld ins Land und haben ein Benehmen wie ne offene Hose.

    Es hqat in Spanien ja längst ein Umdenekne eingesetzt: weg vom Billig-Sauftourismus, hin zu Qualitätstourismus. Und jemand, der beispielsweise das Joan Miro Museum in Barcelona besucht, wird sicherlich nicht zur Zielscheibe für Touristenhasser.
     
    #2 14. August 2017
    La Pita gefällt das.
  4. Gata
    Gata Well-Known Member
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    Ok, aber wenn man etwas gegen Lowkostler hat, kann man doch einfach gegensteuern: die Preise poco a poco anheben.
    Allerdings müssen dann auch die span. Leistungen steigen.
    . Da ist noch einige Luft nach oben, wenn ich an die Bausubstanz der Hotels denke, z.B. oder Sprachkenntnisse der Servicekräfte.
    Wer billig anbietet, bekommt nunmal das entsprechende Publikum. Wobei auch das viel Geld für Essen, Trinken und Discos vor Ort lässt .
    Es bleibt schon viel Geld vor Ort und ich glaube nicht, dass man darauf ernsthaft verzichten kann / will.
     
    #3 14. August 2017
  5. Rolf2
    Rolf2 Well-Known Member
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    Man muss auch mal den Vergleich aus spanischer Sicht sehen.
    In den 70ern lebte die Familie im eigenen Haus oder Eigentumswohnung, man hatte einen Cortijo, lebte vom Land und Gelegenheitsarbeit oder ein Familienmitglied schickte Geld aus Deutschland. Da waren Touristen ein nettes Zubrot, zumal die mit spanischen Verhältnissen zufrieden waren, und nicht mit dem Argument das Geld ins Land zu bringen auch noch riesige Forderungen stellten.
    Inzwischen leben immer mehr in einer Wohnung, die eine horrende Miete kostet, Ansparen ist Utopie, das Geld der Touristen wandert selbst am Mittelstand vorbei, oder verbleibt "All-Inclusive" gleich im Herkunftsland. Man arbeitet in unsicheren Vertragsverhältnissen und bekommt das gleiche Geld wie vor 20 Jahren. Da fragt man sich doch, was einem der wachsende Tourismus und die Aufgabe spanischer Verhältnisse zu Gunsten der "Eindringlinge" gebracht hat, und kommt auf die verständliche Idee, dass irgendwann mal gut ist. Dann leben Spanier in einer anderen Filterblase in der man hört, wie viel Deutschland netto an den Gastarbeitern verdient, aber dennoch von "Sozialschmarotzern" spricht. Dass man von einem nicht auf alle schließen kann ist hingegen auch in Spanien keine allzu verbreitete Einsicht. Die Ablehnung von Ausländern in Deutschland und die Forderung an Spanier in Spanien den Diener zu machen kommt dann auch noch von den gleichen Leuten, und Spanier mit identischen Gedankensprüngen stehen direkt allen Touristen hasserfüllt gegenüber, hören der Gegenseite nicht zu.
    Vielleicht sind ja doch Hass, sowie Respekt fordern ohne ihn zu geben das eigentliche Problem.
     
    #4 14. August 2017
  6. Baldo44
    Baldo44 Active Member
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    Der Touristenhasser, der also die Reifen von Touristenbussen zersticht (siehe Zeitungsartikel), muss auf nichts "verzichten", denn er bekommt eh nichts. Ob er nun die Reifen zersticht oder nicht.
     
    #5 14. August 2017
  7. Phoenix57
    Phoenix57 New Member
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    Leider kommt es vermehrt zu ablehnenden Äußerungen und sehr gelegentlich auch regional beschränkt zu Sachbeschädigungen gegenüber Touristen und deren Hab und Gut.
    Dies ist aber letztlich die Folge ungezügelter wirtschaftlicher Gewinnmaximierung spanischer Regionalverwaltungen und Tourismusunternehmern. Über viele Jahrzehnte wurde auf Regulierungsmaßnahmen und Kodex verzichtet.
    Verschlimmert wird heute die Situation durch 2 gravierende Veränderungen.
    1. In Spanien wird eine ganze Generation vergessen. Junge Menschen haben kaum eine Chance auf Zukunft, kein Politiker im Land und eben sowenig in der EU gehen diese Problematik beherzt an. Hierdurch fehlt es einfach an Kaufkraft der Einheimischen gegenüber "reicher Nordländer"
    2. Durch den Wegfall ehemals sicherer südlicher Urlaubsländer (Ägypten, Marokko, Türkei..) erlebt Spanien einen regelrechten Ansturm in den Sommermonaten. In diesen 3 Monaten werden viele Jobs geschaffen. Aber wenn die Touristen gehen sind auch diese Jobs dahin, die Perspektivlosigkeit bleibt.
    Die Verantwortlichen in Spanien (Politik, Gewerkschaften, Kirchen, Tourismusverbände, Hoteliers) wären gut beraten, einen Gipfel für die Zukunft der Jugend sowie einen Aktionsplan und die Definition von Rahmenbedingungen für nachhaltigen Tourismus einzuberufen.
    Dem bedingungslosen Gewinnstreben einiger regionaler Tourismusbetrieben sollte konsequent Einhalt geboten werden.
     
    #6 14. August 2017
  8. Gata
    Gata Well-Known Member
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    Um dieses Problem anzugehen hat man auf den Balearen die Tourismussteuer eingeführt. Das Geld wird zielgerichtet eingesetzt, aber was man über Jahrzehnte verschlafen hat, lässt sich nicht in Kürze wieder beheben.
    Nachzulesen hier, sogar auch auf Deutsch: Steuer für nachhaltigen Tourismus-Forschung
    Die aktuelle Touristenschwemme hat man sicher dem Wegfall anderer Sommerziele zu verdanken. Das Mehrgeld sollte man mitnehmen ohne zu murren, es kommen auch wieder andere, schlechtere Zeiten.
     
    #7 15. August 2017
  9. Rolf2
    Rolf2 Well-Known Member
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    Also trifft die Schuld nur Leute, die im letzten Jahrzehnt schon genug gelitten haben?
     
    #8 18. August 2017
    alex3r4 gefällt das.
  10. Rolf2
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  11. Rolf2
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    Ganz von alleine hört das bestimmt nicht auf.

    So die Besucher wüssten sich zu benehmen... das ist aber nicht der Fall.
     
    #10 6. Dezember 2017
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