Spanien führt indirekten Zoll ein

Dieses Thema im Forum "Nachrichten und Aktuelles" wurde erstellt von imported_Miguel, 14. Februar 2007.

  1. imported_Miguel
    imported_Miguel New Member
    Registriert seit:
    14. Februar 2007
    Beiträge:
    1
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    0
    Ort:
    Chiclana
    Spanien führt indirekten Zoll ein
    Es geht um die Einfuhr von Fahrzeugen nach Spanien.
    Dazu muß man wissen, daß es in Deutschland vor 1998 für jedes Fahrzeug eine ABE Nr. gab, welche auch bisher anstandslos in Spanien akzeptiert wurde. Ab 1998 gibt es europäische Homologationsnummern (einheitlich für Europa) und damit gibt es garkeine Probleme, bis auf wenige Ausnahmen!
    In 2006 wurden die spanischen Bestimmungen schon geändert aber jetzt in 2007 ist es verschärft!
    Hier ein sehr sehr simples Beispiel von einem VW California Coach, Bj.97! Dieses Fahrzeug hat eine ABE Nummer, welche in der Regel akzeptiert wurde. Jetzt kommt die Besonderheit und damit ist diese Nummer unakzeptabel in Spanien! Der VW hatte als Erstzulassung "PKW Kombi" mit 2775 kg Gesamtgewicht in den Papieren. Bei einem Halterwechsel ließ der neue Besitzer das Fahrzeug auf 2810 kg auflasten (ohne techn. Veränderung!!!) und als So. KFZ Wohnmobil eintragen. Das geschah wegen der damals günstigeren KFZ Steuer (wäre heute hinfällig), dauerte 5 Minuten beim TÜV und sonst nichts. Wegen dieser 35 kg Auflastung behauptet der span TÜV, daß es eine technische Veränderung ist und somit die ursprüngliche ABE Nummer ungültig ist.
    Was ist jetzt zu tun, um das Fahrzeug in Spanien anzumelden?
    Man benötigt eine "Homologation Individual" (Einzelabnahme), welche nur in 2 Prüfstellen (Madrid u. Barcelona) erhältlich ist. Von der Unzumutbarkeit der Fahrstrecke mal abgesehen, soll diese Einzelabnahme 1.500,-- Euro kosten!!
    Auf mein Nachfragen wurde mir bestätigt, daß diese Bestimmung vom "Ministerio de Idustria" kommt und das eigentlich die EU Bestimmungen daran Schuld sind.
    Fazit: Fahrzeuge die 20 Jahre lang nach Spanien eingeführt werden konnten, sind heute erstmal für 1500,-- Euro zu begutachten.
    Das sieht ganz nach "Abzocke" und künstlichem Zoll aus.
    Beschwert habe ich mich bei "SOLVIT". Das ist eine EU Beschwerdestelle für den Handel zwischen den EU Ländern und jeder Betroffene sollte das auch tun.
     
    #1 14. Februar 2007
  2. Anzeige
     
  3. Gast36
    Gast36 Guest
    Danke, Miguel,
    dies ist ein äußerst interessanter Beitrag (jedenfalls für mich persönlich), weil ich das ganze Prozedere mit der Ummeldung noch vor mir habe.
    Da bin ich aber heilfroh, dass unser Fahrzeug noch nicht so alt ist :D !

    Saludos
    Cangreja
     
    #2 14. Februar 2007
  4. Gast36
    Gast36 Guest
    Hola Miguel,
    hoert sich ja regelrecht nach "Beamtenwillkuer" an :?
    Hattest Du aus Deutschland das "spanische Datenblatt" mitgebracht ?

    Ansonsten hilft nur

    - Fahrzeug in Deutschland wieder ablasten lassen und Datenblatt besorgen
    - eine andere ITV aufsuchen (vielleicht sind die dort anders :wink: - oft haengt es von den Menschen ab.....)

    SOLVIT muss ich mir unbedingt merken ! Melde Dich mal, ob und welche Rueckantwort Du bekamst !
     
    #3 18. Februar 2007
  5. imported_morayma
    imported_morayma New Member
    Registriert seit:
    6. August 2006
    Beiträge:
    5.587
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    0
    Ort:
    Benissa
    Es ist schwierig dazu etwas zu sagen, ohne die Papiere des Fahrzeugs gesehen zu haben. Wichtig ist, dass alles in den deutschen Papieren eingetragen ist. Wenn Dein Fahrzeug eine allgemeine Betriebzulassung in Deutschland hat, muss es in Spanien zugelassen werden.

    Grundsätzlich kann man aber in Spanien beim spanischen TÜV das Fahrzeug wieder "ablasten". Dazu braucht es kein Einzelgutachten. Ausserdem macht auch der TÜV Rheinland Iberica S.A. Einzelgutachten OHNE dass Du dorthin fahren musst. Eine Kopie der Papiere per Fax zuschicken und circa 140 € überweisen reicht (zumindest bei der Filiale in Valencia).

    Im manchen Fällen reicht es auch aus, wenn man einfach den spanischen TÜV wechselt und zu einem anderen TÜV geht :wink:

    Noch ein Tipp: Wenn Du Dein Fahrzeug als "Umzugsgut" wegen Wohnsitzwechsel in Spanien anmeldest, dann geht es sowieso nahezu problemlos


    Saludos
    Morayma
     
    #4 18. Februar 2007
  6. carati
    carati New Member
    Registriert seit:
    20. Juli 2007
    Beiträge:
    212
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    0
    hallo,
    mich würde das mit dem umzug und kfz einfuhr brennend interessieren. kann mir da bitte jemand näheres erklären wie das geht ?
     
    #5 20. Juli 2007
  7. Gato
    Gato New Member
    Registriert seit:
    23. Juni 2007
    Beiträge:
    1.570
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    0
    Ort:
    Moròn de la Frontera, Andalucia
    EDIT: Hab gerade bemerkt dass der Eingangsbeitrag nicht von carati ist, und auch schon etwas älter datiert. Ich las jetzt meinen Beitrag hier doch stehen, da die Thematik trotzdem aktuell ist.




    Es stimmt tatsächlich dass die Bestimmungen in España bez. eingeführter EU-Fahrzeuge verschärft wird/wurde, offensichtlich gegen einheitliche EU-Bestimmungen.


    Völlig normale Veränderungen und Umbauten, welche in D gang und gäbe sind und auch anstandslos vom Tüv per Einzelgutachten (kostet in D gerade mal um die 40 Euro) eingetragen werden, stellen in Spanien plötzlich eine Veränderung am Fahrzeug dar, die der ursprünglichen Homologationsnummer nicht mehr entspricht, dadurch wird eine komplette Neuabnahme in Spanien fällig.

    Diese hat aber nichts mit der ITV zu tun, sondern läuft über Industria, dem zuständigen Technico und dem Laborprüfer in Madrid, Barcelona, in Donostia geht das auch.

    Die ca 1400,- setzen sich so zusammen: 400,- für die Ficha Tecnica, ITV, Industria und Zulassung, 1000,- für das Labor, bzw. dessen Haupting., der in den 3 genannten Städten die Kisten untersucht.

    Ich lass immer wieder mal Pkws und amerikanische Pickups hier homologieren, von daher kenn ich das Prozedere.

    Im Prinzip werden jetzt die Bestimmungen und Tarife die bisher nur auf AMI-Fahrzeuge als nicht EU-Fzg. zutrafen auf diese EU-Fzg. umgelegt.

    Klar ist das Abzocke, mit Zoll hat das nichts zu tun, eher damit, dass immer mehr Spanier auf den Geschmack gekommen sind in D Autos zu kaufen, um nicht die horrenden Gebrauchtwagenpreise in Spanien zu bezahlen. Wenn man bedenkt, dass ein gleichwertiges und gleichaltes Fzg. in besserem Zustand als hier im Schnitt 35% weniger kostet...

    Den Spaniern fallen immer wieder ganz tolle Sachen ein um ihren Markt wieder anzukurbeln...

    Umzugsgut und ähnliches hilft dir da überhaupt nicht weiter, auch nicht wenn das Fzg. schon länger in deinem Besitz war, da es sich hier um Bauart und EU-Nummergeschichten handelt.

    Was hilft ist, in D wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen lassen, am besten einen neuen Brief machen, kostet ja fast nichts, und die Spanier merken dann nichts davon.

    Der Clou ist, wenn du einen entsprechenden Ing. findest der dir die neue Ficha Technica entsprechend schreibt fällt das alles unter den Tisch... :shock:

    Bin froh dass ich einen hab der reinschreibt was ich brauch. 8)

    Mit dem Tüv/ITV hat der ganze Film nichts zu tun, da dieser erst am Schluss nach dem ganzen Papierkram an der Reihe ist, und da ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Bei der ITV wird nur das abgenommen was in der Ficha steht. Da lässt sich NICHTS mehr ändern!

    Es ist auch so, dass du wenn du ein in Spanien angemeldetes Fzg. umbauen willst, beispielsweise ein höheres Fahrwerk am Geländewagen, oder eine Höherlastung, egal ob mit tatsächlichem Umbau oder nur auf dem Papier, du musst IMMER erst ein Proyecto anmelden, brauchst deinen ING., Industria, und dann erst zum Tüv. Das kommt pro Proyecto auf ca. 250,- Euro, lässt du z.B. gleichzeitig eine andere Reifengrösse eintragen werden gnädigerweise nicht 500,- fällig sondern "nur" 400-450,-...

    Aus diesem Grund siehst du in Spanien verhältnismässig wenig umgebaute Geländewagen und amerikanische Fahrzeuge.

    Ich hab beides.... 85er Ford F350 und Landrover Discovery Rally Raid Project :twisted: deshalb weiss ich wie schwierig es werden kann, Kisten die nicht der Norm entsprechen zu homologieren.

    Fast vergessen: Ein Fahrzeug was einer kompletten Neuabnahme unterliegt, muss den jetzigen Bestimmungen für Neufahrzeuge entsprechen!!

    Dass bedeutet z.B., hinten kein Beckengurt mehr zulässig, muss auch in der Mitte ein Dreipunktgurt verbaut werden.

    An allen Türinnenseiten muss oben ein Haltegriff verbaut sein, auch am Fahrersitz. Verbaute schwarze Fensterfolien die du ohne eingestanzte oder eingeklebte EU-Homologationsnummer verbaut hast, weil das is D niemand interessiert, kannst du gleich rausreissen, da du ohne diese Nummern bei einer Neuabnahme keine Chance hast durchzukommen.

    ...etc...

    Gruss Mastino
     
    #6 20. Juli 2007
  8. imported_Hannes
    imported_Hannes New Member
    Registriert seit:
    28. August 2006
    Beiträge:
    257
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    0
    Ort:
    Österreich
    Die Frage ist ob eine techn. Veränderung durchgeführt wurde. Wenn ja so ist auch in anderen EU-Ländern eine techn. Überprüfung fällig. Allerdings die Summe ist schon gewaltig hoch.

    hannes
     
    #7 20. Juli 2007
  9. Gato
    Gato New Member
    Registriert seit:
    23. Juni 2007
    Beiträge:
    1.570
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    0
    Ort:
    Moròn de la Frontera, Andalucia
    HAllo!

    Nein, es geht eben nicht darum ob was technisch verändert wurde. Es geht auch nicht um eine technische Überprüfung.

    Wenn das FZg. z.B. ohne jede technische Veränderung in D eine Höhere Achslast eingetragen bekommen hat, was ja bei vielen Fzg. geht, erlischt für Spanien die EU-Nummer, also die Homologationsnummer.

    Das bedeutet, es muss dann in Spanien eine komplette Neuabnahme gemacht werden, quasi als gäbe es diese Fahrzeug nur 1 mal, als hättest du es selbst gebaut. Eben so wie bei US Fahrzeugen, die ja auch keine europäische Homologation haben, und erst auf EU. bzw. spanische Vorschriften umgebaut werden müssen, was in D viel easyer gehandelt wird als in Spanien.

    Kommts jetzt rüber?
     
    #8 20. Juli 2007
  10. Gato
    Gato New Member
    Registriert seit:
    23. Juni 2007
    Beiträge:
    1.570
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    0
    Ort:
    Moròn de la Frontera, Andalucia
    Wenn dir das Auto was du hier umschreiben willst länger als ein halbes Jahr schon gehört, ist die Umschreibung in der Regel problemlos. Ausser du hast auch so ein verändertes Fzg.

    Ich hab aber auch gute Erfahrung mit gerade erst in D gekauften und dann hier umgeschriebenen Fzg., darfst ja als Privatmensch 6 Stück im Jahr einführen. So wurde mir das zumindest hier erklärt, und so halte ich mich daran.

    Umschreiben geht wie folgt: Da wo du in Spanien deinen Wohnsitz hast gibt es einen zuständigen Ing. der dir eine Ficha Tecnica macht. Damit gehst du zu Industria, dann aufs Finanzamt, da Zahlst du wenn es sich um einen PKW handelt je nach Alter und Modell Impuesto, wenn es ein LKw, also Camion, oder Mixta ist, gibt es keine Impuesto.

    Dann zu Traffico, dort bekommst du die grünen Übergangsnummern, damit kannst du 8 Wochen lang rumfahren, die Abnahme bei der ITV/Tüv machen. Wenn das alles passt wieder zu Trafico, dort bekommst du dann deine entgültigen Papiere und Schilder.

    Kommt alles in allem ohne Impuesto auf etwa 250,- Euro. Impuesto kann zwischen ca. 500 und 1200 kosten, je nachdem um was für ein Fahrzeug es sich handelt.

    Du kannst dir den gazen Umschreibungsfilm auch von einer Gestoria machen lassen, dann kostet die Umschreibug natürlich einiges mehr. Ich kenn da Zahlen zwischen 500 bis 1000 Euro, ohne Impuesto, die kommt dann noch dazu.

    Gruss
     
    #9 20. Juli 2007
  11. carati
    carati New Member
    Registriert seit:
    20. Juli 2007
    Beiträge:
    212
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    0
    danke für die antworten.
    als das zu importierende fzg ist original ohne technische änderungen. mir geht es darum, die einfuhrsteuer zu umgehen, was anscheinend nur durch einen umzug und abmeldung des wohnsitzes in D und hier anmeldung möglich ist.
    habe mittlerweile was gefunden, nämlich, Auto einführen und als Umzugsgut deklarieren....
    Dafür muss der Nutzer das Dokument 060 unter www.aeat.es ausfüllen.
    Er muss ferner in den vergangenen zwei Jahren in seinem Heimatland einen festen Wohnsitz gehabt haben. Über diesen Wohnsitz braucht er eine Deklaration des Honorarkonsulats, was weitere 30 Euro kostet.
    alles recht und schön, die schweinepriester sind nur am abkassieren und stellen viel zu kurze fristen, daß es quasi unmöglich ist, die zeiten einzuhalten. die fahrt zum konsulat mit der abmeldebescheinung kostet auch geld und unangemeldet braucht man da wohl net hinzugehen.
    letztendlich läuft es darauf hinaus, daß man resignieren muß und leidvoll die importsteuer bezahlt um allen problemen aus dem weg zu gehen.

    doch, bitte, eine ander frage dazu :
    ist denn das mit der importsteuer rechtlich in ordnung oder wiederspricht es irgendwelchen europäischen bestimmungen. und, kann man im wege einer klage diese importsteuer zurückforden oder gibt es einen musterprozess vor dem europ.gerichtshof oder gar schon eine entscheidung?
     
    #10 20. Juli 2007
  12. Anzeige