Zu viele Jakobspilger in Santiago?

Dieses Thema im Forum "Madrid, Galicien, Nordspanien und andere Regionen" wurde erstellt von imported_morayma, 26. Februar 2008.

  1. imported_morayma
    imported_morayma New Member
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    Zu viele Jakobspilger in Santiago?
    Einen Massenansturm auf die Kathedrale in Santiago de Compostela befüchtet die Landesregierung von Galicien für das kommende Heilige Jahr. Diesem sei die Kathedrale nicht ohne Schaden gewachsen. Deswegen erwäge man, den Zutritt zur Kirche einzuschränken, ähnlich wie in den Alhambra von Granada.

    Das schrieb die Zeitung Costa Blanca Nachrichten dazu:


    Santiago de Compostela – sk. Es hat sich wie eine Hiobsbotschaft für alle Couch Potatos angehört, die sich auf dem Jakobsweg mit Pilgermenüs und Blasen nach Santiago de Compostela quälen wollen. Statt der ersehnten Vergebung aller Sünden müssen einige Besucher befürchten, im kommenden Heiligen Jahr vor verschlossener Kathedrale zu stehen. Angesichts der erwarteten Ankunft von zehn Millionen Pilgern und Kerkeling-Jüngern erwägt die Landesregierung von Galicien 2010 den Eintritt über Pórtico de la Gloria einzuschränken.
    Die Politiker bangen, die Kathedrale könnte den Ansturm nicht ohne Schaden überstehen. Sie erwägen, wie bei der Alhambra den Besucherstrom zu kanalisieren. „Santiago ist eine Stadt, in der es viel zu sehen gibt. Es geht darum, dass nicht alle Touristen gleichzeitig innerhalb von zwei Stunden die Kathedrale besuchen“, sagte der Direktor für Denkmalschutz, Felipe Arias, mit Bezug auf die Pilgermessen. Mögliche Einschränkungen sollen in erster Linie Touristen, nicht aber Pilger des Jakobswegs betreffen.
    Doch Touristen von Pilgern zu trennen, dürfte schwer fallen. Nach Angaben des Pilgerbüros haben sich im vergangenen Jahr 114.000 Menschen im Schweiß ihrer Füße die Compostela erlaufen, fast 14.000 davon Deutsche. Nur 38 Prozent der Pilger aber nahmen die Strapazen aus religiösen Gründen auf sich. Womöglich liegt die wahre Zahl noch niedriger, denn wer im Büro profane Motive für seine Pilgerreise angibt, der bekommt die 08/15-Version der Urkunde in die Hand gedrückt. Also wird geflunkert. Schließlich nagt die Sünde nur bis zur erlösenden Pilgermesse am Gewissen.


    Quelle: http://www.cbn.es/spanien.htm

    Das Año Santo Compostelano oder Año Santo Jacobeo wird immer dann gefeiert, wenn der Ehrentag des Sankt Jakob, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt. Es wird am eingeleitet durch die Öffnung einer sonst vermauerten Heiligen Pforte am 31. Dezember des Vorjahres. Das nächste Heilige Jahr findet 2010 statt.


    Un saludo

    Morayma
     
    #1 26. Februar 2008
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  3. Johanna
    Johanna New Member
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    Hallo Morayma,


    oh weh...ein echtes Problem und nicht das einzige alte Stück, was dem Ansturm der Menschenmassen nicht mehr lange standhalten wird...


    Ich erinnere mich an die berühmten Kalkfelsen von Pumúkkale in der Türkei, wo ich noch in den warmen Quellen gesessen habe....wenige Jahre später sollten sie nur noch mit Absperrung von Weitem zu betrachten sein, weil sie langsam niedergetreten wurden...

    Und jüngst hieß es, die Griechen erwägen, die Akropolis für die Offentlichkeit zu sperren, weil sonst von den Runinen nur noch Ruinen übrig sein werden....

    Ein echtes Problem, denn die Bau/Kunstwerke leiden ja nicht nur dadurch, sondern auch noch durch andere Faktoren, wir Umweltverschmutzung etc.

    Saludos
    Claudia
     
    #2 28. Februar 2008
  4. Strandpirat
    Strandpirat New Member
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    Hi,

    Ich sehe das Ganze sportlich-herausfordernd und auch als Erlebnis zur Selbsterkenntnis der persönlichen Leistungsgrenze physisch und psychisch für den Einzelnen oder evtl. auch der Gruppe.

    Hat mit dem Christentum eigentlich nichts zu tun, da diese Route schon vorher begangen wurde als Handelsweg und Fernstraße in Europa usw.

    Die christliche Religion hat sich nur draufgepfropft, wie überall in der Welt.

    Deswegen einfach machen, egal was die Kirche dazu sagt.

    Strandi
     
    #3 18. März 2008