Spanische Architektur - RIU RAU

Dieses Thema im Forum "Costa Blanca" wurde erstellt von Gast36, 12. Oktober 2006.

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  1. Gast36
    Gast36 Guest
    Spanische Architektur - RIU RAU
    @ alle Spanischlernenden

    Nachdem wir uns gemeinschaftlich an einem Internetartikel von Andrés Ortolá (ein Autor aus Calpe, der Stadt am Peñon de Ifach) über den paarweisen Fischfang versucht haben, ist es für den einen oder anderen von Euch vielleicht interessant, etwas über die Geschichte einer besonderen spanischen Bauweise zu erfahren: die RIU RAU

    Ein "Riu Rau" ist die Bezeichnung für einen Gang[​IMG] (das Bild habe ich erggogelt), der an einer Längsseite aneinandergereihte Bögen aufweist, und hat früher an der Costa Blanca zur Trocknung von Rosinen (und Mandeln) gedient.
    Die moderne Bauweise hat dieses Stilelement aufgenommen, in der sie nun als überdachte Terrasse (Porche) Verwendung findet.

    Mehr über die Geschichte der Riu-Rau erfahrt ihr in einem weiteren Artikel des obigen Autors, unter EL RIU-RAU DE RAFOL

    WER HILFT BEI DER ÜBERSETZUNG MIT?

    Cangreja
     
    #1 12. Oktober 2006
  2. Ramon
    Ramon Well-Known Member
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    Erinnert mich ein wenig an ein Viadukt.

    Zufall?

    Saludos

    Ramón
     
    #2 12. Oktober 2006
  3. Gast36
    Gast36 Guest
    Das Bild täuscht, es handelt sich eher um eine Art offene Scheune, die an der südlichen Längsseite über Rundbögen verfügt.

    Also, wenn sich keiner [​IMG]dafür interessiert (also ICH bin so wissbegierig und möchte herausfinden WIE die Spanier zu Beginn des letzten Jahrhunderts gelebt haben!), also, dann fang ich mal an:

    DIE RIU-RAU VON RAFOL

    Es ist die Riu-Rau-Bauweise, die ursprünglich zur Aufbewahrung von Rohrgeflecht diente , auf das sie die Weintrauben ausgebreitet hatten, nachdem sie überbrüht wurden und während des Tages in der Sonne trockneten. Wenn Regen aufzog, brachte man sie zum Schutz in den Riu-Rau. Während des gesamten Verarbeitungsprozesses der Rosine war es sehr wichtig die klimatischen Verhältnisse zu beobachten. Regen oder Feuchtigkeit sind die schlimmsten Feinde der Rosine und können die ganze Ernte zunichte machen.
    Die Riu-Raus wurden aus Stein, Lehm und Kalk konstruiert, die Innenseite der Bögen pflegte manchmal aus Tosca (Anmerk. der Übersetzerin: ein Sandstein der früher an der Küste abgebaut wurde und heute meistens von Mallorca kommt) zu sein, aber die meisten aus gebranntem Ton. Die Deckenbalken waren gewöhnlich aus Pinienholz und darüber legte man das Rohrgeflecht, angefertigt aus Schilfrohr, jedes einzelne mit einer Schnur aus Espartogras verbunden und darüber kam Lehm wie beim Dachdecken.
    Der Riu-Rau muss über eine gute Belüftung verfügen, deshalb haben alle ein paar vertikale Fenster zur Nordseite hinaus. Dadurch entsteht eine gute Luftzirkulation und immer müssen sie nach Süden hin orientiert sein (Anmerk. der Übersetzerin: wer oder was? Es kann sich hierbei nur um die Bögen handeln). Wenn man sich die wenigen Riu-Raus betrachtet, die sich in unserem Gebiet befinden und die verschwundenen von der Vallesa (Anmerk. der Übersetzerin: Wohngebiet von Calpe), Calalga (Anmerk. der Übersetzerin: Wohngebiet von Calpe), oder diejenigen, die neuerdings zerbröckeln – alle haben diese charakteristischen Eigenschaften.
    Der Riu-Rau von Rafol bildet ein Teil des großen Landbesitzes von la Casanova und lt. Kataster von 1893 gehörte sie Joaquín Feliu Rodríguez von der Eiche, den er von seinem Vater José Feliu Sala ererbt hatte, Eigentümer der größten Calper Ländereien. Die Erwähnung von La Casanova, Olá, Manzanera, Aduanas, der Häuser von Torrt, Haus Pusa (Villa Madrid) unter anderen, die später an seine Söhne José, Joaquín und Juan gingen.


    So, wenn ihr noch mehr erfahren wollt, vielleicht erbarmt sich einer unter hier geht's weiter mit dem 6. Abschnitt
     
    #3 12. Oktober 2006
  4. Judith
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    Ich hatte eben zu viel spanischen Wein zum Vesper, da ist nix mit übersetzen... :wynar:
     
    #4 12. Oktober 2006
  5. matonkikí
    matonkikí New Member
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    Ich erbarme mich, auch wenn es doch schon recht spät geworden ist:

    „Die Verarbeitung der Rosinen hatte im 19. Jahrh. und Anfang des 20. einen grossen Aufschwung. Die Reblaus-Plage um 1908-12, der erste Weltkrieg und die Konkurrenz der Rosinen aus der griechischen Konrinth-Gegend (kleiner, ohne Kerne und mit weicherer Haut) bedeuteten das Ende des Rosinen-Handels.

    Trotz dieser Schwierigkeiten bauten die Besitzer der Casanova-Finca ein weiteres Nebengebäude in ca. 50 m Entfernung, im Süden des Riu-Rau, mit moderneren technischen Mitteln, für damaligen Verhältnisse, und diese ermöglichten eine Trocknung der Rosinen mittels Hitze über entsprechende Heizungen. Diese Gebäude ist z.Zt. eine Ruine und es wäre ein nicht wieder gut zu machender Verlust (es ist der einzige im Calper-Gebiet), wenn man nicht baldigst etwas unternimmt. So existiert auch ein kostbares Riu-Rau auf derFinca del Plá, mit dem Zusatz, dass auch der die einzige Trocknungsanlage für („unberührte“??) Rosinen in der Region aufweist.“

    Der Verfasser meint, „man dürfe sich nicht den Luxus leisten, noch mehr Teile des Erbes zu verlieren, wobei es sich um Abschnitte der kürzesten Geschichte handelt.“

    Nach bestem Wissen und Gewissen!
    8) Matonkikí
     
    #5 12. Oktober 2006
  6. matonkikí
    matonkikí New Member
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    :sf: UUUPPPSSS!!!

    Ich hatte die erste Überschrift glatt überlesen!!! Ich bin doch gar keine
    LERNENDE!!!

    Entschuldige Cangreja!!! :hail: Es ist halt schon spät, da bin ich nicht mehr ganz so aufmerksam beim lesen...

    Matonkikí :oops:
     
    #6 12. Oktober 2006
  7. Ramon
    Ramon Well-Known Member
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    @ Cangreja

    Du möchtest wissen, wie die Spanier früher gelebt haben?

    Dann ist mein neues >Rätselja eigentlich wie für Dich geschaffen.

    Saludos

    Ramón
     
    #7 12. Oktober 2006
  8. imported_morayma
    imported_morayma New Member
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    Hola Ramón,

    so wie dieser Riu Rau jetzt aussieht, erinnert er tatsächlich ein wenig an ein Viadukt. Leider sind das nur die schäbigen Reste, weil der Eigentümer dieser uralten Finca trotz Verbot (Denkmalschutz) das Haus abriss. Die Bogenreste des Riu Rau konnten gerade noch in letzter Minute gerettet werde.

    Angeblich soll die ganze Finca oder zumindest der komplette Riu Rau wieder restuariert werden. Doch da habe ich meine Zweifel, denn unmittelbar daneben ist ein Riesenneubaugebiet projektiert. Die restlichen Bögen werden wohl irgendwann in einer Nacht- und Nebelaktion ebenfalls verschwinden. :evil:

    So ungefähr sieht ein Riu Rau aus, wenn er noch in gutem Zustand ist

    [​IMG]

    Saludos
    Morayma
     
    #8 13. Oktober 2006
  9. Ramon
    Ramon Well-Known Member
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    Hola morayma.

    Das ist etwas, was ich bei den Spaniern nicht verstehe.

    Ihre Geschichte ist ihnen nichts wert.
    Selbst, wenn sie als Turi Ziel Geld bringen könnte.

    In meinem Urlaubsort zerfallen die ältesten Gießereien, deren Geschichte nirgendwo niedergeschrieben zu stehen scheint.

    [​IMG]

    Ich weiß nicht, ob Du das Bild schon kennst.

    Dies ist der Rest einer Gießerei, die man "versuchte" mit einem Zaun zu schützen.

    Der Tunnelrest gehörte wahrscheinlich zur Beschickungsanlage der Schmelzöfen, da er sich obenauf dem Berg befindet.

    Ein im Ort ansässiger Makler (Deutscher) hat seine Einheimischen Mitarbeiter gefragt was das wäre: Achselzucken. Wahrscheinlich aus dem Krieg.
    Aber nicht bei dieser Deckenkonstruktion.

    [​IMG]

    Saludos

    Ramón
     
    #9 13. Oktober 2006