Dichter sucht Arbeit an der Costa Blanca

Dieses Thema im Forum "Costa Blanca" wurde erstellt von Aleman71, 1. Juli 2019.

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  1. Aleman71
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    Dichter sucht Arbeit an der Costa Blanca
    Vogelfreier Freiheitsdichter sucht Arbeit in der Marina Alta - Bar, Öeko-Hof, Tourismus - TORERO, BANDERILLERO oder sonstige Jobs ...

    Italica


    Gedankliche Zeitreise von 1999 zurück

    in die Zeit Hispaniens, Römisches Reich

    46 vor der Zeitrechnung


    Sevilla - ein heißer Augusttag lag in den Wehen,

    der Guadalquivir sandte uns eine letzte frische Brise

    am Busbahnhof Plaza de Armas sah man uns am Morgen stehen -

    wir wollten die Epoche wechseln: römische Antike hieß die Devise!


    Hispalis1 - ein römischer Tribun stand auf dem Wagen seines Pferdegespanns,

    er schwang knallend die Peitsche und trieb die zwei schwarzen Hengste zur Eile:

    deren kräftig ausgreifende Hufe, sie vollführten einen rasanten, temporeichen Tanz -

    gen Nordwesten zogen sie den Richtungslenker, auf der Vía nach Italica2, straff gespannt die Seile!


    Drei moderne Römer und zwei Bajuwaren, sie trotzen im Bus der Hitze Gefahren,

    Antonio, Chiara und eine weitere Italiana, Sabine und meine Wenigkeit,

    wir saßen geduldig und durstig, hielten Ausschau nach etwaigen Barbaren:

    wie schnell man durch die Zeit reisen kann, es dauert nur eine kleine Ewigkeit!


    Der Staub wirbelte unter den Hufen der Pferde und den hölzernen Rädern,

    der Wind, er blies glücklicherweise gen Südwesten, der Tribun3 hatte freie Sicht:

    Schon passierte er die Thermen nahe Italica, einige Plebejer tummelten sich in den Bädern -

    sie waren nicht interessiert an den Spielen zu Ehren Caesars, obwohl es wäre gewesen ihre Pflicht!


    Zu Ehren der antiken Zeit verlassen wir die modernen Sphären von Spaniens Südwesten,

    um zu preisen die Helden der Vergangenheit, Gaius Julius Caesar und dessen Gladiatoren -

    Marcus Antonius und den Statthalter Decimus Brutus4 wähnte Caesar zu seinen Besten,

    welche ihm in der Arena zu Italica die Treue hielten, viele der anderen wähnte er als Toren!


    Hispanias Sonne und die heißblütigen Frauen, sie verdrehten so manchem den Kopf,

    die Sitten der Legionäre und Bürger, sie brachen fern ihrer Heimat auf fremder Erde ein -

    viele Römer suchten in Hispanien Ruhm und wollten packen das Glück am Schopf,

    doch statt des Ruhmes fanden sie ein Leben mit Weib und hispanischem Wein!


    Vor dem Teatro Romano Italica kamen die schwarzen Pferde zur Rast -

    Stimmen und Jubelgesänge vernahm der Tribun Julius Crispus Arrius5 schon:

    die Eröffnung der Kampfspiele stand kurz bevor - er hatte noch nichts verpaßt!

    Die Zuschauer strömten ins Innere, sie erwarteten ein Schauspiel für ihrer Treue Lohn!


    Arrius übergab den Streitwagen an einen einfachen Legionär zur Wacht,

    freudig eilte er zum Tore der prächtigen Arena, zur Ehrentribüne empor:

    als er den halbdunklen Gang verließ, erfaßte ihn die Sonne mit edler Macht,

    sein Blick, er fiel in das Innere der Kampfesstätte, laut tönte der Neugierigen Chor:


    "Ave Caesar! Ave Marcus Antonius!", sie schritten beide treu Seite an Seite,

    Arrius erspähte den Kaiser und seinen Heerführer der Legio Alaudas schnell:

    "Ave Caesar!", so rief auch er, den rechten Arm erhoben, das Kampfschwert in der Scheide!

    Vom blauen Himmel Baeticas6, erleuchtete der junge Morgen bereits grell!


    Das Wasserbecken der Kampfbahn es schillerte im hellen Tageslicht,

    die acht kleinen Säuleninseln darin, sie harrten der Gladiatoren Geschick:

    auch er war auserwählt zu Streiten gegen einen straffällig gewordenen Wicht!

    Falls diesem das Glück hold sein sollte, dann kehrte er in die Freiheit zurück!


    Gefahr bedeutete den Kämpfern nicht nur die Klingen ihrer Schwerter -

    Cleopatras Galeeren, sie brachten über des Reiches Mare Nostrum fremde Bestien:

    Krokodile aus den Fluten des ägyptischen Stromes, kein Gegner erschien ihm härter!

    Arrius scheute dieses Risiko nicht, auch auf dem Felde mußte er dem Feinde widerstehen!


    Marcus Antonius traf Arrius auf halben Wege, beide erhoben die Arme zum Gruße,

    danach ein fester Händedruck: "Arrius, mein Kamerad, wie steht es um die Legion?!"

    "Sie ist gerüstet zum Marsche nach Gades7, sie steht fest und treu, in einem Gusse!"

    "Unsere Flotte, sie sammelt sich im Mare Nostrum!", erwiderte Antonius im siegesgewissen Ton.


    Dann fuhr er fort: "Auch Du, Arrius, stehst heute in den Reihen der tapferen Recken!"

    "Ja, mein guter Freund! Die Rachen der Krokodile, sie werden hungern müssen!

    Auch vor den todesmutigen Gladiatoren aller Weiten brauche ich mich nicht zu verstecken!

    Wie geht es Fulvia, Deiner treuen Gemahlin?! Lasse sie von mir auf´s Beste grüßen!"


    Die hell tönenden Fanfaren, sie verhießen den Schaulustigen, zu ihren Plätzen zu gehen -

    Arrius verabschiedete sich und stieg herab zum sandigen Platze vor dem Wasserbecken.

    Der Einmarsch der Gladiatoren, er stand kurz bevor, im Winde die roten Banner wehten,

    darunter auch jenes mit dem Elefanten, dieses wollte Arrius nicht mit Unehre beflecken!

    Die Krokodile, sie fauchten gierig in des kühlen Wassers Fluten,

    als erneut die Fanfaren erklangen, um zu künden von der Todesmutigen Einzug:

    Sieg oder Tod, das Leben des Kämpfers währt kurz, besonders das der guten!

    Den Göttern waren sie heute näher, denn so mancher Vogel im hohen Fluge!


    Julius Caesar saß neben Marcus Antonius - auch Brutus saß nicht fern -

    sie erwarteten der Streiter Worte: "Ave Caesar, wir Todgeweihten grüßen Dich!"

    Decimus Brutus dachte insgeheim: `Auch Caesars Tod, wer erhoffte ihn sich nicht gern!´

    Julius Gaius Caesar erhob sich: "Das Messen der Ehre, es mag beginnen!"


    Julius Crispus Arrius, er stand schon, den schlanken Pilum in der Rechten,

    auf einem der acht quadratischen Felder - getrennt durch das bedrohliche Naß:

    "Möge der wahrhaftig Edlere richten den üblen, hinterlistigen Schlechten!

    für jenen, der ohne Schuld ist, für den wird Kampf oder Tod zu hehrem Spaß!"


    Gladius, das Kampfschwert, es stak ihm noch fest in der Scheide -

    sein Dolch, er gab ihn Marcus Antonius, er kannte keine solche Legende!

    Marcus Antonius konnte er fest vertrauen, auch im größten Leide -

    an die hündische Furcht von Verrätern, er keinen Gedanken verschwende!


    Sein erster Gegner sprang von des Beckens Rand auf sein Angriffsfeld -

    das Krokodil, es schnappte schon nach ihm, denn es roch seine Angst!

    Diesen lächerlichen Feind, es gierte ihn zu verlieren das Joch und auch nach Geld -

    er - selbst römischen Blutes - verkaufte seine Seele den Feinden: "Sieh´ Du bangst!"


    So hohnlachte Arrius und reckte herausfordernd empor den Pilum -

    er spuckte voller Verachtung ins Becken, drehte sich dem Kaiser zu!

    Mit fester Wucht schleuderte in den Sand er den Speer, es jubelte das Publikum.

    "Komm heran, Du Verräter unserer Nation!", er winkte mit seiner leeren Hand dazu!


    Der verächtliche Hund, er verriet in Germanien und Hispanien an die vierzig Legionäre

    an den Feind, der ihre anständigen Seelen in unmenschlichen Folterkammern band!

    Trotz seiner kräftigen Statur, sah man das Großmaul heftig zittern, es fehlte ihm an Ehre!

    Der ranke Tribun, er stand noch immer ohne Waffen; der Verräter mit dem Rücken an der Wand!


    Mit Dreizack und Netz stand der Widersacher noch an Ort und Stelle -

    drei Leben schien er zu haben, mit dem Netze war er sehr versiert,

    wenn es galt, Unschuldigen das Leben zur Hölle zu machen, um seine Quellen

    von Sesterzen am ewigen Leben zu erhalten, hat er sich seiner feigen Taten noch nie geniert!


    Das Publikum es fing an zu Pfeifen, denn der falsche Römer, er hatte keine Traute -

    nur dann, als er in der Feinde Lager schlich, um Roms Taktik zu verkaufen!

    Von den Sitzplätzen herab, da hörte man schon ungeduldige Affenlaute

    und viele riefen dazu: "Der Verräter, er möge in seiner Badewanne zu Hause ersaufen!"


    Julius Crispus Arrius rief: "Hinweg - dem Helden der Feinde unseres Rom die Acht8!

    Ich kämpfe lieber für seiner Opfer Ehre, statt eines Kojoten Blut zu vergießen!"

    Sein Gladius, es blieb in seiner Scheide unbefleckt - es harrte auf die große Schlacht.

    "Was soll ich meinen Freiheitskampf zu Caesars Ehren mit diesem Spiel mir verdrießen?!"


    Die Bürger von Hispalis, sie feierten trotz des ausgebliebenen Streites -

    sie urteilten gewöhnlich gerecht zu dieser antiken, ehrenhaften Zeit!

    Sevilla - der Bus, er fuhr nachts nach Plaza de Armas ein, die Gefährten ohne Neides,

    sie kehrten noch ein zum Feiern in die Bar Giralda, Lüge und Haß lagen noch entfernt so weit!

    Aleman71

    11. / 12. April 2019

    1Sevillas Name zu Zeiten der Römer

    2Römische Ausgrabungsstätte mit den Resten eines ehem. gewaltigen Amphitheaters aus der Zeit Trajans

    3hier: Tribunus militum - ein Militärtribun, höherer Offizier der römischen Armee

    4Einer der Verschwörer gegen Caesar und am erfolgreichen Attentat vom 15. März 44 vor Chr. beteiligt

    5Name frei erfunden, Tribun der Legio V, welche in Spanien nach Caesars Tod auf der Seite von Marcus Antonius kämpfte

    6lateinischer Name für Andalusien, vom damaligen Namen für den Fluß Guadalquivir, lat. Baetis, abgeleitet.

    7Gades: größere Hafenstadt Baeticas an der Atlantikküste

    8im Sinne von Acht und Bann
     
    #1 1. Juli 2019
  2. Biggi
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    Herzlich Willkommen zurück :lachen:,aber ganz genau habe ich nicht verstanden was du ausdrücken willst:-k
     
    #2 2. Juli 2019
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  3. Aleman71
    Aleman71 Member
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    Hallo Biggi!

    Ich hatte ja früher schon regelmäßig Beiträge gepostet. In Deutschland bin iich ein Vogelfreier - in Spanien fand ich die besten Charaktere. Ich war das erste Mal als Siebenjähriger dort - eine Demokratie erster Güte!

    Falls Ihr einen dichtenden Freigeist benötigt - bitte Rauchzeichen geben ...

    Hasta pronto ...
    Aleman 71
     
    #3 2. Juli 2019
  4. Gata
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    Was rauchst du denn?
     
    #4 2. Juli 2019
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