Geht die Zerstörung an der Costa del Sol/Küsten weiter?

Dieses Thema im Forum "Andalusien, Costa del Sol, Almería & de la Luz" wurde erstellt von Sergio, 23. Mai 2005.

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  1. Sergio
    Sergio Member
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    Geht die Zerstörung an der Costa del Sol/Küsten weiter?
    Hallo Andalusienfans,

    ich bin zum dritten Mal in Folge in Andalusien, d.h. die letzten zwei Jahre und jetzt gerade. Ich stelle fest, dass immer noch zugebaut wird, wo es Platz hat. Das enttäuscht mich sehr, und ich kann nicht verstehen, wieso die Anwohner, auch die dort Eingewanderten, nichts dagegen unternehmen. Oder ist das einfach so? Geht es um das Geld verdienen um jeden Preis? Geht es um Arbeitsplätze?Hat das Beispiel mit Marbella, wo das Schwarzgeld eine wichtige Rolle spielte, nicht zu genüge gezeigt, worum es eigentlich geht. Wo sind hier jene, die sich dagegen wehren können/wollen. Hoffe nur, dass die Costa de la luz nicht gleichermassen zubetoniert wird, ebenso das Hinterland. Was meint ihr dazu?

    Sergio
     
    #1 23. Mai 2005
  2. Sidona
    Sidona New Member
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    Ich sehe es bei uns in Medina Sidonia, wo es jetzt leider "richtig los" geht. Die Einwohner sind voller Freude, es geht aufwärts, uns wird es besser gehen, endlich gibt es Arbeit! Sie können (noch) nicht sehen, dass sie ihre Kultur und Gewohnheiten verlieren, sondern auch, dass sie es sich irgendwann nicht mehr leisten können, ein Bier zu trinken, da die Preise in die Höhe schnellen. Die Ausländer basteln sich ein Andalusien zurecht, wie es in ihrer Vorstellung ist und nicht wie es in der Gegend üblich ist.

    Und dahinter stehen die grossen Geschäftemacher, die sich sowieso um nichts scheren!
     
    #2 23. Mai 2005
  3. marc
    marc New Member
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    Tja, wir sind nicht die Einzigen denen Andalusien gefällt....so bitter es klingen mag, aber ich glaube, daß es mittel- bis langfristig genau so wie an der Costa Brava werden könnte. Momentan, d.h schon seit einigen Jahren wird aus dem "Geheimtip" Andalusien ein Massenreiseziel. Ein Kumpel hat mir erzählt, daß er letzten Sommer stundenlang einen Parkplatz in Conil gesucht hat....er war mit einem Roller unterwegs!

    Aber wird nicht auch in Deutschland alles zugebaut? In Europa? Die Felder rund um Budenheim (bei Mainz) in denen ich als Kind gespielt habe sind auch schon seit Jahren "Neubaugebiet".

    ...grrrr, ich hör jetzt auf zu schreiben, sonst werde ich noch übellaunig! :evil:
     
    #3 24. Mai 2005
  4. Gast1692
    Gast1692 Guest
    @ Sergio
    Hoffe nur, dass die Costa de la luz nicht gleichermassen zubetoniert wird, ebenso das Hinterland. Was meint ihr dazu?

    Tja,Sergio leider nein die Costa de la Luz zumindest der Teil der zu Huelva gehoert.Wird demnaechst Costa del Hormigon heissen.
    Hormigon(Beton)
    zZ. Entsteht bei Ayamonte ne Touri Siedlung die groesser als Huelva sein wird.Die haben sogar Berge abgetragen man trifft Steinbruch Bagger und Kipper an.Soll 7km lang sein, die Siedlung wird also laenger wie die Stadt Huelva.Ayamonte wird dann nur noch eine Aldea sein.Bei Punta Umbria geht sogar ne Autobahn hin,frueher vor 20 Jahren bist du nur mim Boot oder Esel hingekommen :?
    saludos paquito
     
    #4 24. Mai 2005
  5. Ibn Khaldun
    Ibn Khaldun Member
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    Hallo,

    die Anfänge dieser Entwicklung sind recht gut in den Erinnerungen des sozialistischen Bürgermeisters von Mijas beschrieben in Ronald Frasers Im Versteck.

    Im Prinzip ist das nicht nur für die Küsten selsbt eine Katastrophe, sondern auch für das Hinterland. Abgesehen davon, dass die Hälfte der bewohnbaren Fincas im Hinterland schon Nichtspaniern gehört, werden auch immer mehr Golfplätze gebaut, wiel Golf immer mehr vom Aristokratensport zum Volkssport wird (ich gönne es den Leuten ja). Nur: das Green muss auch unbedingt grün sein. Dementsprechend erhöht sich der Wasserverbrauch - und das im wasserarmen Andalusien. Das Desierto mag zwar schön sein, aber seine Ausbreitung (die Desertificación) ist jetzt schon nicht aufzuhalten.

    Andere unerwünschte Nebenwirkungen hat ja Sidona schon aufgezählt.

    Ibn Khaldun
     
    #5 24. Mai 2005
  6. Sidona
    Sidona New Member
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    tja - in Novo ist Golfplatz neben Golfplatz und im Hauptort Chiclana selbst jammern die Bauern über die schlechteste Ernte seit Menschengedenken. Es hat mal wieder fast den ganzen Winter nicht geregnet...
     
    #6 24. Mai 2005
  7. Gast2365
    Gast2365 Guest
    Das Beispiel mit der Costa Brava ist sicherlich richtig, allerdings wurden Sünden wie Lloret de Mar u. dgl. gottseidank nicht allzu oft wiederholt. Dessen ungeachtet gibt es auch dort häßliche Ecken (wie an der ganzen Mittelmeerküste: von Salou bis Alicante fällt mir nicht viel schönes ein), aber eben auch viele vollkommen unverbaute und immer noch sehr authentische Dörfer.
    Wenn man an der Costa Brava und im Hinterland Golfplätze baut bzw. bauen würde, so kann man das gutheißen oder eben nicht. Das notendige Wasser ist allerdings eher vorhanden als ausgerechnet in Andalusien! Auch wenn ich nie über Granada hinausgekommen bin, so halte ich es doch für absoluten Wahnsinn, südlich von Valencia überhaupt irgendetwas zu bauen, das Wasser verbraucht, vor allem, wenn es wie im Falle von Golfplätzen nicht gerade wenig ist!
    Man sollte es eigentlich nicht beschreien (vor allem, wenn man selbst in Spanien lebt), aber gegen so einen Schwachsinn würde vielleicht eine noch schlimmere Dürre helfen, die dann leider die Falschen, wie z.B. Bauern und eben das "normale" Volk treffen würde.
    Als ich neulich mal wieder auf dem Weg von Valencia nach Alicante war und wegen eines Staus auf der Autobahn ausgerechnet durch Benidorm fahren musste, kam mir das kalte Grausen: Der Wasserdruck reicht im Sommer nicht, um die gigantischen Hochhäuser auch in den oberen Stockwerken zu versorgen, aber was baut man? Na klar, einen Golfplatz! Und weiter südlich in Murcia liest man dann in Anspielung auf das gestoppte Wahnsinnsprojekt der Ebro-Umleitung "¡Agua para todos!" ¡Pués no, sólo para los que piensan y no para unos sinvergüenzas!!! (ist jedenfalls meine Meinung)
    Bin mal gespannt, ob das auch noch so funktioniert, wenn sich Spanien irgendwann mal nicht mehr bei der EU durchschnorren kann.
     
    #7 24. Mai 2005
  8. Sidona
    Sidona New Member
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    Anfang der 90er Jahre hatte es in der Provinz Cádiz fünf (!) Jahre nicht geregnet und die Stadt Cádiz wurde mit Trinkwasser aus Schottland versorgt. In der ganzen Provinz wurde abends um 21.00 bis morgens um fünf das Wasser abgestellt. In Medina kam auf Grund der Trockenheit der Berg ins Rutschen und ein ganzes Viertel musste aus den alten Häusern ausziehen wegen Einsturzgefahr. Wärend Spanien diesen Winter bis zur Mittelmeerküste am Schneeschaufeln war, hat es in der Provinz Cádiz so gut wie gar nicht geregnet...

    PS - in Medina sind zwei Golfplätze geplant...
     
    #8 24. Mai 2005
  9. Gast2365
    Gast2365 Guest
    Nun, ich meine Ihr(und ich) wir sehen das alles etwas zu deutsch!!!
    Das Ziel der meisten Spanier ist ja die Rheumafinca zu verkaufen,
    möglicht für viel Geld an dumme Ausländer, um sich danach eine
    Wohnung in der Stadtmitte zu kaufen wo man nicht alleine ist und Nachbarn hat.
    So hat unser spanischer Nachbar(unseres derzeitigen Miethauses) sein wunderschönes Haus mit Pool etwa 2,5km
    von der Stadtmitte verkauft. Das ist nicht abseits im Campo sondern Stadtrand.
    Warum? Die ganze Familie rebellierte, sooooo weit im Nirwana wolle man nicht wohnen.
    Es gibt doch soooooo schöne Apts an den Hauptverkehrskreuzungen der Stadt,
    zentral und mittendrin, ganz ohne Gartenarbeit.

    Haben wir überhaupt das Recht zu kritisieren?????????????????
    Ich meine NEIN!

    Aber es gibt auch andere Ansätze. So wurde bei uns jetzt ein Park(!!!!!) in erster Strandlinie gebaut.
    Gruss
    Klaus
     
    #9 24. Mai 2005
  10. claudita
    claudita New Member
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    Betonsiedlungen und Golfplätze finde ich auch ganz schrecklich, aber dass die Fincas kaum mehr in spanischer Hand sind, wundert mich auch nicht wirklich. Dieses Leben muss man sich doch mittlerweile leisten können. Da ist natürlich eine Festanstellung in einem Hotel oder Golfplatz sicherlich attraktiver..
    Ich finde es eine zweischneidige Geschichte, einerseits hätten wir das Land gerne in seiner ‚gewohnten Kultur’, andererseits dreht sich die Uhr auch in Andalusien weiter. Ob das gleich mit Betonsiedlungen einhergehen muss, ist sicherlich nicht richtig.
    Vielleicht sollte man weniger die Umstände an sich kritisieren als die Art und Weise wie es umgesetzt wird.
     
    #10 25. Mai 2005
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