Ein Unglück mit Folgen

Dieses Thema im Forum "Andalusien, Costa del Sol, Almería & de la Luz" wurde erstellt von Tina, 4. Juni 2003.

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  1. Tina
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    Ein Unglück mit Folgen
    Der Atomunfall von Palomares 1966 wirkt bis heute nach

    Palomares – jan. Am 17. Januar 1966 stürzte ein B-52- Bomber des US-Militärs mit vier Atombomben an Bord über Palomares ab. Zwei Bomben explodierten beim Aufprall konventionell und ließen radioaktives Plutonium frei. Die CSN berichtete in der Ausgabe 346 anlässlich einer Ausstellung über die damaligen Ereignisse.

    Das ausgeströmte radioaktive Material verstrahlte die Unglücksstelle im Grenzgebiet zwischen den Gemeinden Cuevas del Almanzora und Vera. Auch die Verbrennung von Vegetation und der Abbau verseuchter Erde im Rahmen der Operation „Broken Arrow“ konnten daran nichts ändern.

    Die Bevölkerung wurde sowohl vonseiten des US-Militärs als auch der spanischen Regierung in Unkenntnis gehalten. In einer Mitteilung an die Presse wurde lediglich der Absturz eines Flugzeugs verkündet. Der gewaltige Aufmarsch des US-Militärs und das Verbot, die Felder zu bestellen, ließen die Einheimischen jedoch bald Verdacht schöpfen.

    Die meisten Familien in Palomares lebten von der Landwirtschaft. Die Zerstörung ihrer Ernten brachte sie bald in eine unhaltbare Situation. Die Amerikaner begannen kurz nach dem Unfall Reklamationen auf Entschädigungszahlungen entgegenzunehmen. Doch die Militäradministration wertete die Schäden zur tiefen Unzufriedenheit der Bevölkerung weit niedriger als die Betroffenen. Die spanische Presse, in der Hand der Franco-Diktatur, kritisierte die überzogenen Forderungen der Betroffenen, die angeblich von der Situation profitieren wollten.

    In welcher Weise aber wirkte sich der Unfall auf die Gesundheit der Einheimischen aus? Einen Monat nach dem Ereignis bot die Atomenergiebehörde der USA ihrem spanischen Pendant eine Zusammenarbeit zur Untersuchung der Bevölkerung an. Die Untersuchungsergebnisse sollten nur in beiderseitigem Einverständnis öffentlich bekannt werden. Bis zum heutigen Tag werden jährlich 150 Personen zu Stichprobenkontrollen nach Madrid bestellt.

    1985 weigerten sich die Betroffenen im mittlerweile demokratischen Spanien, die Kontrollen fortzusetzen und erzwangen von den Behörden die Herausgabe der Untersuchungsberichte. Doch deren Aussagegehalt hinsichtlich der pathologischen Konsequenzen des Unfalls war gering. Forschungszweck der amerikanischen Atomenergiebehörde war nämlich von Anfang an lediglich die Erkundung inwieweit überhöhte radioaktive Werte in der Luft inhaliert werden, nicht jedoch eine epidemiologische Studie.

    So wissen die Bewohner von Palomares bis heute nicht, in welcher Verbindung die Krebsfälle in der Bevölkerung zu dem Atomunfall stehen. Fest steht nur, dass die Unglücksstelle bis heute nicht bebaut oder landwirtschaftlich genutzt werden kann, denn Erdbewegungen würden die nach wie vor vorhandenen Plutoniumpartikel freisetzen.

    Quelle:
    Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Peter Hubert
    Geschäftsführer CSN
    http://www.csn-malaga.com/
    http://www.leben-in-spanien.com/

    Ich habe mir vor zwei Jahren Palomares angesehen. So kann man davon nichts bemerken oder sehen, aber irgendwie mulmig war mir schon.

    Tina
     
    #1 4. Juni 2003
  2. Sidona
    Sidona New Member
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    #2 16. Januar 2006
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