Zickenkrieg unter matadores

Dieses Thema im Forum "Stierkampf" wurde erstellt von Sidona, 6. März 2009.

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  1. Sidona
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    Zickenkrieg unter matadores
    Ja - manchmal sind sie ja doch Diven - die Saison in Amerika ist beendet, in Spanien beginnt sie erst, so hat man Zeit für anderes.

    Wie Philip an anderer Stelle schon schrieb soll Fran Rivera Ordoñez die Medalla de Oro de las Bellas Artes del Consejo de Ministros bekommen. Darüber kann man in der Tat streiten, ob Fran die verdient. Eine andere Frage - wer würde sie ausser ihm bekommen sollen? Jedes Jahr ist bei dieser Ehrung ein matador dabei, was nach meiner Meinung auch Zeichen pro corrida de toros setzt.

    Wie auch immer, vom matador José Antonio Morante Camacho "Morante de la Puebla" kam ein ziemlich böses Kommentar gegen diese Verleihung. Dies kam nicht so gut an, da viele der Meinung sind, ein matador sollte nicht öffentlich einen anderen angehen. Man führte dies auch darauf zurück, dass Fran Rivera, der zusammen mit seinem Bruder Cayetano und matador Javier Conde Manager der plaza de toros Málaga ist, Morante letztes Jahr nicht unter Vertrag nahm, mit dem Hinweis er (Morante) hätte zuviel Geld gefordert. Auch dies mit einer etwas flappsigen Bemerkung in Richtung Morante. Nun heisst es Cayetano weigere sich, diese Jahr aus den genannten Gründen in einer corrida mit Morante aufzutreten... :roll:

    Vorläufig letzter Akt - die matadores Paco Camino (einer der grossen Stars aus den 60er/70er Jahren) sowie José Tomás wollen ihre Medalla de Oro de las Bellas Artes aus Protest zurückgeben...
     
    #1 6. März 2009
  2. Gast1975
    Gast1975 Guest
    aaaahhhrg, das ist ist die Antwort auf meinen grad eröffnete thread - Sidona, kannst Du das bitte zurechtbiegen und irgendwie kopieren, löschen, wie auch immer :oops: ? Danke!!!
     
    #2 6. März 2009
  3. Sidona
    Sidona New Member
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    Ich habs einfach gelöscht :wink:
     
    #3 6. März 2009
  4. Gast1975
    Gast1975 Guest
    Danke!

    Allerdings geh ich dann jetzt nochmal den Artikel suchen, in dem stand, dass eben José Tomás und Paco Camino tatsächlich ihre Medallen zurück geschickt haben. In irgendeiner Klatschsendung war schon die Rede von "la guerra de los toreros" - Sauregurenzeit scheinbar... :roll:

    Da isser, der Artikel.... in unserer schnellebigen Zeit ist es doch tatsächlich schwierig, eine Schlagzeile von heute morgen wieder zu finden! :shock:
     
    #4 6. März 2009
  5. Sidona
    Sidona New Member
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    Dass das Ganze für Skandal und Aufruhr sorgt sieht man wenn man mal auf die Seite von Mundotoros geht, vor allem da es sich ja um eine Medaille des Gobiernos handelt, die vom König übergeben wird.
     
    #5 7. März 2009
  6. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Nun, dass Fran Rivera über viel Vitamin "B" in der spanischen Gesellschaft verfügt, ist allgemein bekannt. Kaum ein Torero rührt die Werbetrommel für den Stierkampf so wie er; auch und gerade auf internationaler Ebene. Hinzu kommt das Buch von Edward Lewine(Der Tod und die Sonne, 2006), der ihn ein Jahr lang begleitet hat. Seine Schwäche beim Töten hat sicherlich viele Aficionados vergrault.

    Aber seine Popularität bei den Massen ist unumstritten, auch weil er ein Liebling der Klatschpresse geworden ist. Überall wo er auftaucht ist er gleich von Menschentrauben umgeben. Gerade vor ein paar Wochen konnte man es in Fuengirola (Málaga) beim Auszug der Toreros erleben. Während El Fandi und Javier Conde relativ zügig zu ihre Wagen kamen, musste Fran Rivera sich seinen Weg mit Unterschriften und Küsschen erkämpfen.

    Den Ärger, oder besser gesagt, den Neid seiner Kollegen kann man nachvollziehen. Hätte er die Auszeichnung dafür bekommen, weil er sich so intensiv für den Stierkampf und seine Popularität einsetzt, sich als geistiger Mäzen der Tauromaquia gibt, hätte sicherlich keiner irgend etwas dagegen. Aber in der Erklärung für die Verleihung heißt es: "... für die Verfeinerung seiner Technik mit dem Ergebnis von Ästhetik, Ruhe und Tiefe." Und genau dem können viele Aficionados und wohl auch Toreros nicht zustimmen.

    Dass diese Auseinandersetzung die Antitaurinos erfreut, kann ich aber so garnicht nachvollziehen. Sich mit Kunst kritisch auseinander zu setzen, heißt doch nicht gleich auch sie als Kunst abzulehnen.

    Für mich selbst freue ich mich über die öffentliche Kritik. Es wird längst Zeit die Stierkämpfer, gleich wie Leistungsportler, Schauspieler und andere dem Publikum zumutbare Vorführungen in das öffentliche Lampenlicht der Kritik, positive wie negative, zu stellen. Die Zeit der Briefumschläge sollte wirklich der Vergangenheit angehören. Calllejón-Mafia ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

    Man darf gespannt sein, ob José Tomás nun wirklich am Ostersonntag in der Malagueta auftreten wird. Übrigens geschäftsführender empresario der Stierkampfarena in Málaga ist Fernando Puche Doña. Conde und Ordoñez sind zwar zu kleineren Anteilen auch empresarios, haben da aber mehr eine beratende Imagefunktion.
     
    #6 10. März 2009
  7. Sidona
    Sidona New Member
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    Ja - was du da anschneidest ist eine interessante Sache, mag man von Fran wie auch von seinem Bruder Cayetano als matadores halten was man will, aber durch ihre ständige Präsenz in der Klatschpresse ebenso wie Cayetanos internationale Auftritte als Model von Armani, Werbegesicht von Victorinox usw. (vor kurzem war er mit Nicole Kidman und der immer präsenten Isabel Preysler für Porcelanosa bei Prinz Charles, ) halten sie das Interesse auch bei Leuten die sich sonst eher weniger für Stierkampf begeistern.

    Ich habe meine besten Fotos von Reisen usw. bei Flickr, und mit jeder Menge Tags versehen - das Bild, das am Meisten aufgerufen wird ist ein dussliger Schnappschuss von Fran Rivera :shock:
     
    #7 10. März 2009
  8. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Fast täglich berichten die hiesigen Medien von der Polemik über die Medaille der Schönen Künste an Fran Rivera. Hier einige Stimmen:

    Victorino Martín (Bekannter Stierzüchter):
    "Die Stierkämpfer (Paco Camino & José Tomás) haben es richtig gemacht, denn sie selbst haben die Wahrheit verdient. Zu Schweigen ist nicht gleichbedeutend mit Respekt zollen. Im Gegenteil, es ist eine Respektlosigkeit gegenüber den bisher gebrachten Leistungen. Es ist wie mit den Auszeichnungen der Ohren: Die einen sind verdient, die anderen geschenkt! Mir scheint, dass sie kein Motiv haben Fran Rivera mit diesem Preis auszuzeichnen. Weder ist er ein Künstler noch eine Figur die den Stierkampf prägt. ... Und hier liegt auch das Schlechte an der Fiesta: Es gibt einfach keine Konkurrenz!"

    Rafael de Paula (Stierkämpfer, Medaille der Schönen Künste 2002):
    "Paco Camino und José Tomás haben sicherlich ihre Gründe für die Rückgabe. Aber ich denke dass er der Medaille würdig ist, denn sonst hätte er sie abgehnt. Ungeheuerlich ist aber, dass viel bedeutendere Toreros wie Pepín Martín Vázquez, Chicuelo oder Manolo González auch im nachhinein nicht damit ausgezeichnet worden sind. Das Ministerium hat sich auch mit den Argumenten der Begründung geirrt."

    Fernando Cepeda (Ex-Stierkämpfer und Manager von Miguel Ángel Perera):
    "Ich halte mich da mit meiner Meinung zurück. Ein Stierkämpfer sollte nicht seine Kollegen kritisieren, denn es schadet dem Stierkampf im Allgemeinen. ... Wir alle sollten an den Trophäen interessiert sein."

    José Ortega Cano (Stierkämpfer):
    "Die Reaktion von José Tomás und Paco Camino scheint mir nicht gerechtfertigt. Wenn man beschlossen hat, Fran Rivera auszuzeichnen, dann haben sie schon ihre Gründe dafür. Auf jeden Fall sollte die Welt der Stiere dankbar sein, vom Ministerium für den Preis der Schönen Künste mit bedacht zu werden. Die diesjährige Auszeichnung sei gut vergeben, sehr gut sogar ... und das solle man doch bitte José Tomás mitteilen."

    José Antonio Labordeta (Liedermacher, Medaille der Schönen Künste 2002):
    "Ich war stets ein Anhänger von Paco Camino und José Tomás und kann ihre Entscheidung irgendwie nachvollziehen. Aber um ehrlich zu sein, weiss ich zu wenig von Fran Rivera um da mitreden zu können. Und überhaupt, in diesem Land geschehen so merkwürdige Dinge, wie die Medaille der Schönen Künste an einen Stierkämpfer zu verleihen."

    Francis Montesinos (Designer, Medaille der Schönen Künste 2005):
    "Das erste was man machen sollte, wenn eine solche Medaille vergeben wird, ist dankbar zu sein. Ich glaube nicht, dass solche Medaillen grundlos vergeben werden. Sie zurückzugeben ist ein hässlicher Akt."

    Alberto Schommer (Fotograf, Medaille der Schönen Künste 2008):
    "Die Polemik liegt wohl darin, dass die Mitglieder der Jury die Künstler eigentlich nicht richtig kennen. Ich kenne mich im Toreo nicht aus, aber ich würde die Medaille nicht zurückgeben. Das wäre eine Geringschätzung der Kultur."

    Darío Villalba (Maler, Medaille der Schönen Künste 2002):
    "Vielleicht hat Fran Rivera die Medaille nicht so wie andere verdient, aber man sollte sie ihm auch gönnen."

    Tomás Llorens (Kunsthistoriker, Medaille der Schönen Künste 2006):
    "Die Medaillen zurückzugeben scheint mir recht exzessiv, denn damals wurden sie für ihre Leistungen ausgezeichnet."

    Isabel Coixet (Regisseur, Medaille der Schönen Künste 2008):
    "Die Leistung anderer Preisträger zu bewerten ist nicht Aufgabe der Preisträger. Das Urteil der Jury sollte respektiert werden."

    Quellennachweis:
    Vocento Mediengruppe (SUR, ABC, Ideal etc.)
     
    #8 11. März 2009
  9. Sidona
    Sidona New Member
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    da gibt einige Stimmen, denen ich absolut zustimme, so die Meinungen von Rafael de Paula, Fernando Cepeda, Ortega Cano und Francis Montesinos!
     
    #9 11. März 2009
  10. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Klärende Worte eines großen Toreros!

    Und nun hat sich Großmeister Juan Antonio Ruiz Espartaco zu Wort gemeldet. Mit seinem diplomatischen Feingefühl und der Grandezza eines großen Toreros hat er zwischen den Zeilen einen klaren Standpunkt bezogen:

    "La Fiesta (die Welt der Stiere) ist wie ein große Familie, eine große Einheit, auch wenn es nicht so scheint. Denn wenn wir einmal in der Stierkampfarena stehen, sind wir bereit unter Einsatz des eigenen Lebens, dass unserer Kollegen zu retten."

    "Die Auszeichnung erhält nicht nur der Stierkämpfer, zumindest als ich sie erhalten habe, sondern sie ist eine Anerkennung für den Stierkampf allgemein. Ob man nun damit einverstanden ist oder nicht, auf jeden Fall repräsentiert der Ausgezeichnete die Welt der Stiere."

    "Als ich diese Medaille bekommen hatte, da gab es mit Sicherheit Personen die es weit mehr verdient hatten als ich, weil sie länger dabei sind, älter sind ..., aber sie haben sie mir gegeben und ich habe sie mit viel Stolz angenommen."

    Wenn nun andere Toreros ihre Medaille zurückgeben wollen, dann respektiere ich das, denn die Personen haben sicherlich ihre Gründe dafür. Und außerdem bin ich nicht derjenige, der eine Meinung darüber hat, ob das nun gut oder schlecht ist."

    "Wenn man mich bezüglich einer Rückgabe fragen würde, nein, ich würde sie nicht zurückgeben. Es ist eine Ehre von der spanischen Regierung mit dieser Medaille ausgezeichnet zu sein, ich würde sie nie zurückgeben außer sie würde an einen anderen Torero weitergereicht."


    Espartaco hat Standpunkt bezogen. Er spricht vom Zusammenhalt der Stierkämpferzunft, von der Ehre der Auszeichnung und deutet an, dass unter der Argumentationstechnik eines Morantes oder José Tomás eigentlich jeder Stierkämpfer seine Medaille hätte zurückgeben müssen.


    Quellennachweis:
    mundotoro.com
     
    #10 13. März 2009
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