Kirche und Stierkampf

Dieses Thema im Forum "Stierkampf" wurde erstellt von Gast1805, 18. August 2008.

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  1. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Kirche und Stierkampf
    Kirche und Stierkampf

    Die Rolle der katholischen Kirche zum Thema Stierkampf

    Immer wieder stößt man auf Aufforderungen von Tierschützern an die katholische Kirche, sich gegen den Stierkampf zu richten und ihn gar zu verurteilen. So empörten sich zum Beispiel die französischen Tierschützer von COPRA dass sich ein französischer Pfarrer öffentlich auf einer Webseite zum Stierkampf bekannte. Auch deutsche Journalisten hatten sich schon an den Vatikan gewannt – doch vergeblich.

    Tierschutz und Kirche – passt das eigentlich zusammen?

    Da sollte man sich durchaus mal die Frage stellen, Tierschutz und Kirche, geht das überhaupt? Können Tierschutzaktivisten wie von PETA überhaupt überzeugte Katholiken sein? Die Antwort fällt nicht schwer: Eigentlich nein! Allein schon die fundamentalen Grundgedanken beider Organisationen gehen meilenweit auseinander. So können wir in der Präambel der PETA lesen:

    „PETA ist der Ansicht, dass die Grundrechte von Tieren, also ihre ureigensten Interessen, berücksichtigt werden müssen, egal, ob die Tiere für den Menschen von irgendeinem Nutzen sind. Genau wie wir, können sie leiden und haben ein Interesse daran, ihr eigenes Leben zu leben. Daher steht es uns nicht zu, sie für Ernährung, Kleidung, Experimente oder aus irgendeinem anderen Grund zu benutzen.

    Die katholische Kirche hat in ihrem Katechismus (1997) ebenfalls klar Stellung bezogen. Im Artikel 2017 über das siebte Gebot und die Achtung der Menschen und ihrer Güter ist folgendes zu lesen:

    „Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild geschaffen hat [Vgl. Gen 2, 19-20; 9,1-14]. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten.“

    PETA stellt allein durch die Andeutung „Genau wie wir …“ die Tiere mit den Menschen auf eine Ebene. Die katholische Kirche sieht es jedoch anders. Der Artikel 2018 endet mit:

    „Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.“

    Der Standpunkt ist eindeutig: Erst die Menschen dann die Tiere. Also kann man sich doch nur wundern, warum von Seiten der Tierschützer immer wieder Versuche unternommen werden, die katholische Kirche zu beeinflussen. Eine Menschlichkeitswerdung der Tiere werden sie nie erreichen können.

    Die päpstliche Bulle von 1567

    Immer wieder berufen sich Tierschützer auf Papst Pius V (1504 -1572) und seine berühmte päpstliche Bulle von 1567, die die Corridas de toros bei Strafe der Exkommunizierung verbietet. Was kaum einer weiß, Pius V war vor seinem päpstlichen Wirken 28 Jahre lang Inquisitor für die Provinzen Como und Bergamo und 3 Jahre lang Großinquisitor der römisch katholischen Kirche. Da fällt es einem wirklich schwer zu glauben, der Papst hätte damals sein Herz für die Stiere entdeckt. Ganz gewiss nicht. Es ging ihm dabei um ganz andere kirchliche wie politische Angelegenheiten:

    ERSTENS: Was ihn schon damals als Großinquisitor mächtig störte war, dass Philipp II von Spanien (1527 – 1598) die spanische Inquisition als staatliche Organisation in festen Händen hielt, und nicht daran dacht diese Rom zu unterstellen.

    ZWEITENS: An solchen Stierfesten kamen nicht selten zahlreiche Caballeros ums Leben. Die Kirche konnte nicht akzeptieren, dass die edlen Ritter ihr von Gott geschenktes Leben so einfach dahin warfen. Außerdem fehlten sie dann für die pflichtgemäßen Kriegseinsätze.

    DRITTENS: Stierfeste fanden oft sonntags statt und endeten in regelrechten Orgien. Dadurch blieben viele Gotteshäuser leer.

    Spanien spielte aber für Pius V eine wichtige Rolle, gerade im Kampf gegen das osmanische Reich. Um ein wenig mehr Kontrolle über die Iberische Halbinsel zu bekommen, ließ er jene päpstliche Bulle aufsetzen. Doch er machte die Rechnung ohne Philipp II. Dieser nämlich befürchtete Unruhen des Volkes, gar den Unmut des Adels und ließ diese päpstliche Bulle erst gar nicht veröffentlichen. Als Erklärung ließ er dem Vatikan zukommen: „Die Bräuche der Stierkämpfe liegen den Spaniern einfach im Blut.

    1575 hob Papst Gregor XIII (1502 – 1585) unter Druck Philipp II die Bulle weitgehend wieder auf und beschränkte das Verbot lediglich auf geistliche Würdenträger und für die Sonntage. Papst Clemens VIII (1536 – 1609) beschloss die endgültige Aufhebung der päpstliche Bulle im Jahr 1596. Seitdem war der Stierkampf selbst für die römisch-katholische Kirche kein so richtig öffentliches Thema mehr. Und wenn, dann ging es stets über Tiere in ihrer Allgemeinheit.

    Der Vatikan heute

    Im Januar 2001 stellte das Presseorgan des Vatikanstaates fest: „Es gibt keine Rechtfertigung dafür, dass der Mensch Tieren unnötige Leiden verursacht.“ Und wiederholt den Artikel 2416 des Katechismus::

    „Tiere sind Geschöpfe Gottes und unterstehen seiner für sorgenden Vorsehung [Vgl. Mt 6,26]. Schon allein durch ihr Dasein preisen und verherrlichen sie Gott [Vgl. Dan 3,57-58]. Darum schulden ihnen auch die Menschen Wohlwollen. Erinnern wir uns, mit welchem Feingefühl die Heiligen, z. B. der hl. Franz von Assisi und der hl. Philipp Neri, die Tiere behandelten.“

    Dabei hatte Papst Johannes Paul II (1920 – 2005) wenige Tage vorher die Prioritäten schon geklärt: „Lasst uns die Menschheit retten!“ – Erst der Mensch, dann das Tier!

    Edith Fischer, sah es 2001 vor dem Internationalen Gerichtshof für Tierrechte wie folgt: „Im 5. Gebot heißt es: »Du sollst nicht töten!« Nirgends stehe geschrieben, dass dieser einfache und klare Satz eine Beschränkung einzig auf den Menschen enthält. Doch im Katechismus der katholischen Kirche von 1997 heiße es, dass man sich der Tiere zur Freizeitgestaltung bedienen kann. Auch solle man Tieren nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt. »Nicht genug damit, man hat sogar das 5. Gebot, das da heißt "Du sollst nicht töten!" umgewandelt in "Du sollst nicht morden!" Damit soll dieses Gebot nur auf den Menschen allein beschränkt werden.

    Warum gibt es eigentlich in Italien keine Stierkämpfe?

    Portugal, Spanien, Südfrankreich … und da wäre es doch naheliegend, wenn es in Italien weiterginge. Allgemein wird angenommen, dass es die römisch katholische Kirche gewesen ist, die den Einzug der Stierkämpfe in Italien verhindert hätte. Und es gab Stierkämpfe in Italien, und zwar weit nach dem römischen Circus! So schreibt Buchautor Lorenz Rollhäuser von einem Stierfest im Jahre 1322, bei dem, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, 19 Reiter und ein großer Teil des Publikums ihr Leben hatten lassen müssen. So wich man von dieser viel zu gefährlichen Art von Veranstaltung wieder ab und ließ sie schließlich ganz verbieten.

    Und in Spanien?

    Was den Vatikan anbetrifft, so steht dieser bezüglich der Thematik des Stierkampfes gewiss unter dem Einfluss des finanzstarken Ordens Opus Dei. Zahlreiche Mitglieder dieser Institution zählen und bekennen sich, auch öffentlich zur Afición.

    Innenpolitisch bringt es ein Priester aus Málaga, der eher neutral zum Stierkampf steht, auf den Punkt: „Wir haben schon die sozialistische Regierung gegen uns, da wäre es durchaus unklug, die Bevölkerung auch noch gegen die Kirche aufzubringen.“ Recht hat er, wenn er politisch denkt. Vierzig bis fünfzig Millionen verkaufte Eintrittskarten zu Stierkampfveranstaltungen in einem Jahr, da will man es mit dem großen Wähler- bzw. Glaubenspotential nicht verscherzen. Es sind einfach zu viele, die zu den Stierkämpfen gehen.

    Hinzu kommt ein zweiter wichtiger Faktor: Zahlreiche Gemeinden sind abhängig von den großzügigen Spenden der Stierkampfmanager, Kampfstierzüchter, Toreros und der restlichen Afición. Darauf kann man nicht verzichten.

    Fazit

    Die römisch-katholische Kirche wird sich auch weiterhin geschickt aus dieser Diskussion raushalten, bzw. einer jeden Provokation aus dem Wege gehen. Der Grund ist leicht zu erkennen. Um den Stierkampf abzuschaffen bedingt es einer Politisierung. Und erst einmal zum Politikum aufgestiegen wird sich der Vatikan erst recht nicht einmischen, da er sich grundsätzlich aus innenpolitischen Themen raushält.


    Quellennachweise:
    COPRA (Collectif pour le Respect de l'Animal): Offener Brief an Papst Johannes Paul II
    Katechismus der Katholischen Kirche, 1997
    Karl Braun: Der Tod des Stieres, Fest und Ritual in Spanien, Verlag C.H. Beck, 1997 München
    Lorenz Rollhäuser: Toros, Toreros, Rowohlt Taschenbuchverlag, 1990 Reinbek bei Hamburg
    L'Osservatore Romano, 19. Januar 2001, Vatikanstadt
    Arbeitskreis für Umweltschutz und Tierschutz, Arbeitsgruppe für Tierrechte e.V. und Arbeitskreis für humanen Tierschutz und gegen Tierversuche e.V.
     
    #1 18. August 2008
  2. Musaion
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    Ja, irgendwie ist den Italienern im Laufe der Geschichte (irgendwann zwischen dem Römischen Reich und der Hochrenaissance) die Fähigkeit oder die Lust zu kämpfen abhanden gekommen ... 8) :lol:
    Muss an der Pasta (und der Einführung der pomidoro/pomodori (tomates)) liegen. :mrgreen:

    Eigentlich hätten dann ja aber die Deutschen ... - wäre vielleicht auch besser gewesen, wenn man Kampfwillen und Todessehnsucht (oder mit dem alten Freud -trieb :shock: ) so kanalisiert hätte, oder? :roll:

    Saludos
     
    #2 18. August 2008
  3. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Cano Corso, die italienische Dogge

    Dafür gingen sie aber noch recht brutal mit den Stieren bis hin zum Beginn des 19. Jahrhunderts um. Hierzu entdeckte ich in einem italienischen Hundemagazin einen höchst interessanten wie aufschlussreichen Beitrag über die italienische Dogge, den Cane Corso:

    Der Cane Corso und der Stier von Paolo Berber, 1997
     
    #3 18. August 2008
  4. Musaion
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    Interessante Seite! Dieser Zusammenfassung oder Übersetzung des Artikels von Paolo Breber zufolge wäre also auch der spanische Stierkampf aus der Jagd auf wilde Rinder bzw. dem anschließenden Treiben zu den Schlachtbänken hervorgegangen. :?: Können die Kenner unter euch das bestätigen oder korrigieren?

    Saludos
     
    #4 18. August 2008
  5. Sidona
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    Nun, der spanische Stierkampf wie er heute ist, ist eindeutig aus dem rejoneoartigen Kampf der Adligen hervorgegangen. Aber wieso kamen die Adligen damals überhaupt auf die Idee so etwas zu machen? Sicherlich ist dies aus der Jagd abgeleitet, es käme ja vermutlich keiner auf die Idee von sich aus zu sagen ich setzte mich jetzt auf ein Pferd und kämpfe gegen einen Stier. Allerdings darf man natürlich solche Dinge nicht an etwelchen Daten fest machen, das sind immer längere Prozesse. Dazu kommt natürlich, dass der Stier schon immer ein Symbol für Kraft und zum Teil auch Fruchtbarkeit war.
     
    #5 18. August 2008
  6. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Bevor es zum adligen Zeitvertreib wurde übten sich die Caballeros in der Kunst des Lanzenreitens zur Vorbereitung auf den nächsten Kriegseinsatz. Dieses wird unter anderem von Don Rodrigo Díaz de Vivar, bekannt als El Cid berichtet.
     
    #6 18. August 2008
  7. Gast1805
    Gast1805 Guest
    päpstliche Bulle von 1547

    Papst-Bulle von 1567 noch gültig?

    Ich denke mal, für den größten Teil der Afición wurde eben jene Bulle von Papst Pius V aus dem Jahre 1567, im Jahre 1596 von Papst Clemens VIII aufgehoben.

    Nun lesen wir in einem Urteil des Internationalen Gerichtshofes für Tierrechte im Juni diesen Jahres:

    Bis zur Umsetzung dieser Abschaffung fordert der Gerichtshof vom Papst Benedikt XVI, die die Stierkampfspiele unwiderruflich verurteilende Bulle DE SALUTE GREGI DOMINICI des Papstes Pius V, die immer noch gültig ist, zu erneuern und klare Richtlinien zuerlassen, nach denen die blutigen und abscheulichen Veranstaltungen, die Stierkämpfe darstellen, verurteilt werden müssen.

    Dort steht es geschrieben: Unwiderruflich! Was ist denn dort geschehen? Oder, haben wir etwas übersehen? Oder hat der Gerichtshof die päpstliche Bulle einfach mal so für weiterhin gültig erklärt? Wie ernst kann man einen solchen Gerichtshof nehmen?

    Hat jemand von Euch eine Erklärung dazu?


    Quellennachweis:
    Stierkamprozess vor dem Internationalen Gerichtshof für Tierrechte in Genf, 23. Juni 2008: Urteil in der Sache der Stierkämpfe in Spanien, Frankreich und Portugal
     
    #7 19. August 2008
  8. Gast2365
    Gast2365 Guest
    Interessant ist hier vielleicht, dass die katholische Kirche durchaus zwischen "wertem" und "unwertem" natürlichen Leben (Tiere, Pflanzen, ...) zu unterscheiden wusste und weiß. So wurden etwa nach einer größeren Feldmäuse-Plage im Mittelalter (als es ohnehin nur wenig zu essen gab :) ) sämtliche Feldmäuse (wie auch andere Nahrungskonkurrenten des Menschen) aus dem "Schutz Gottes" entlassen - man durfte sie nun töten ... :?

    Und im Kontext zum Toreo sollte man auch die diesbez. Positionierung der mehr oder weniger "christlichen" (gemessen an der "Bergpredigt") Kirchen nicht übersehen, aus deren Selbstverständnis heraus Menschen- und Tieropfer nicht mehr (wie vorher bei "heidnischen" Ritualen) "gottgefällig" seien; über Tod oder Leben hätten also nur noch Gott bzw. dessen Stellvertreter auf Erden zu entscheiden ...

    Die Vorstellung, ein (Tier-)Opfer könnte "sinnvoll" und legitim sein, widerspricht also dem (selbstinterpretierten) Wesen des Katholizismus - und sei eben nur erlaubt, wenn es einem angeblich "von Gott geheiligten" Zwecke dient. Und das wiederum entscheidet der Vatikan*** ... 8)


    ***..., der allerdings damit das natürliche evolutionäre Prinzip ignoriert, dass Leben IMMER das "Opfer" des dafür sterbenden Lebens braucht, ob Pflanze oder Tier. Nach moralisch, ethischen Parametern kommt es demnach nur darauf an, ob das "Opfer" sinnvoll oder nicht ist - letzlich eine Frage der Interpretation. Stattdessen gibt es das idealisierte Bild von einem "Paradies", in dem dieses natürliche Gesetz nicht gültig sei - ein Versprechen, das bestenfalls nur euphemistische "Qualität" hat ...
     
    #8 19. August 2008
  9. Musaion
    Musaion New Member
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    Wenn man den Stierkampf als "Opfer" interpretiert (und nicht etwa als Jagd- oder Kampf-Spiel ... oder was? - ich bin nicht gerade bewandert in den Deutungen :oops: ), liegt natürlich der Gedanke an heidnische Kulte wie den spätantiken, im Römischen Reich (etwa unter den römischen Soldaten) sehr verbreiteten Mithras-Kult sehr nahe - oder auch die Minotauros-Sage (Theseus tötet das jungfrauenschlingende Ungeheuer mit Ariadnes Hilfe) und die kretischen Stierdarstellungen. (Oder auch den Tanz um das goldene Kalb im Alten Testament und die alttestamentlichen Tieropfer.)

    Aber hat denn die Römische Kirche diese Interpretation vorgenommen???

    Ich finde die ganze Frage (Kirche und Stierkampf) (nun) überraschend interessant. Werde mal nachsehen, ob ich was zu der Bulle bzw. den Bullen finde. Soweit ich weiß, gibt es jedenfalls in der Bibel keine Stelle, auf die sich Verfechter der "Rechte der Tiere" berufen könnten. Natürlich sind sie Geschöpfe Gottes, aber eben dem Menschen mit der Erde "untertan". Wie die gesamte (durch den Sündenfall Evas und Adams) gefallene Schöpfung sollen zwar die Tiere auch an einer neuen, gewaltfreien Schöpfung teilhaben, aber erst nach der Wiederkehr Christi und dem Anbruch des Tausendjährigen Reiches vor dem Ende der Welt (Offenbarung des Johannes). (Das Tötungsverbot im Dekalog bezieht sich natürlich nur auf Menschen!)

    Saludos
     
    #9 19. August 2008
  10. Gast2365
    Gast2365 Guest

    Generell ist es ja so, dass jeder nur seinen ganz persönlichen (entsprechend seinen/ihren Konditionierungen "alters- und kulturspezifischen" :wink: ) Zugang zum Toreo haben kann - im besten Fall lenkt diesen Weg die "ganzheitliche" Präsenz aller Sinne, die nicht vom nur "rationalen" Denken manipuliert werden. Doch wir Abendländer sind nun mal so drauf, dass wir alles kategorisieren - und im Ergebnis damit "festhalten", die Wahrheit dieser einmaligen Sekunde (hier "Erkenntnis") zu einer "ewig gültigen" machen wollen. Und nichts gelte als das, was sich nicht experimentell oder sonstwie "beweisen", sprich "wiederholen" lasse - wo doch jede Sekunde einmalig ist, sich im Fließen der Zeit befindet, nur Momentaufnahme sein kann. Und ohnehin erst wahrgenommen wird, wenn sie schon vorbei ist ...

    Hallo Musaion - leider kann ich dir bei der Suche nach Quellen ("Bullen"?, die "wertes" oder "unwertes" Leben von Tieren kategorisieren) nicht konkret (verschenke alle Bücher nach dem Lesen) weiterhelfen, nur so viel habe ich "abgespeichert":
    Das "macht euch die Erde untertan" als biblischer "Befehl" verlangte selbstverständlich immer wieder Korrekturen und "Umgewichtungen" vonseiten jeweils derjenigen, die sich im Besitz der "Wahrheit" wähnten, die Interpretationshoheit hatten. Und das von mir oben erwähnte Beispiel mit der Feldmäuse-Plage ist historisch belegt - es fand irgendwann im Mittelalter tatsächlich eine Art "Gerichtsverhandlung" eines kirchlichen Gremiums (?) statt, als deren Ergebnis Feldmäuse aus dem "Schutz Gottes" (wie er von seinen Stellvertretern auf Erden interpretiert wird :P ) entlassen, de jura also zu "unwertem" Leben wurden ...


    Das Thema "Opfer" scheint nur auf den ersten Blick ein "archaisches" zu sein - in Wahrheit beschreibt es das Prinzip des Lebens, dass für dieses IMMER etwas sterben ("verbrennen") muss, ob Pflanze oder Tier. Es kommt also darauf an, wie man dieses "Opfer" annimmt, ob man dafür dankbar ist und respektvoll damit umgeht - was per se den Missbrauch ausschließt, auch die richtige Dosierung erfahrbar macht ...

    :wink:
     
    #10 20. August 2008
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