despedida de Jesulín

Dieses Thema im Forum "Stierkampf" wurde erstellt von Gast1975, 17. Juli 2007.

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  1. Gast1975
    Gast1975 Guest
    despedida de Jesulín
    Hallo,

    mich würde mal die Meinung (durchaus subjektiv) der aficionados hier interessieren zum Thema Jesulín de Ubrique: nu zieht der durch die spanischen Plazas, um sich zu verabschieden, schon lange angekündigt, mit riesem Presserummel. Da drängen sich mir als "Zuschauerin von aussen" Fragen auf: warum so jung? warum so lange angekündigt und mit so viel Presse? ist er eigentlich wirklich gut oder lebt er besser von seinen Exklusivverträgen mit Klatschzeitungen?

    Auf mich macht das den Eindruck einer (zugegeben) gut gemachten und effektiven Inszenierung, die sich auszahlt.
    Und kann ein Stierkämpfer automatisch ein guter Züchter sein (was er ja werden will) oder lebt man von seinen Lorbeeren? Hat er davon genug?

    Bin gespannt auf Eure Meinungen!
     
    #1 17. Juli 2007
  2. Sidona
    Sidona New Member
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    Da muss ich mal zusammenfassen - Jesulín begann ganz jung und hatte gleich einen grossen Erfolg - diesen weniger in der Stierkampfwelt, aber er verkaufte sich gut als Star, seinerzeit war er in aller Munde, auch bei Spanier, die mit corrida nicht viel anfangen können. So fand ich z.B. zum Erstenmal Fotos von einem torero an Supermarktkassen auf den Kanarischen Inseln, gepinnt von jungen Kassiererinnen. Er war jung, sorglos, kümmerte sich wenig um Konventionen, trat bei seltsamen TV-Shows auf und scheffelte Geld wie Heu. Geziehlt konnte er sich in Schlagzeilen bringen, z.B als er corridas machte wo nur Frauen zutritt hatten oder drei corridas an einem Tag, wobei er in der traje de luces auf dem Motorrad die plaza wechselte. Innerhalb der Stierkampfwelt kamen solche Dinge natürlich nicht so gut an.

    Dazu kam seine Familie, ursprünglich eine ganz normale andalusische Familie, die mit dem plötzlichen Reichtum und der Berühmtheit wohl nicht so klar kam, und sich verstand in die Schlagzeilen zu bringen, sei es mit den jungen Geliebten des Vaters, den Schönheitsoperationen der inzwischen getrennten Mutter oder warum auch immer. Oder wie Jesulíns Schwester mal treffend sagte wir stellen locker jede Soap in den Schatten!.

    Irgendwann hatte dieser Jesulín dann genug von dem Rummel, hatte gut Geld gemacht, einen schweren Autounfall hinter sich, sich eine Riesenfinca gebaut - und stellt sich zu Beginn der Saison mitten an der Feria von Sevilla vor die Presse und verkündet mir reichts - ich höre vorerst auf!. Nun mussten auch die taurinos sagen, Hut ab vor dem Mut des jungen Mannes (er war damals 22), andere hätten sich mit vielen Ausflüchten irgendwohin verkrümelt.

    Einige Zeit später kehrte er zurück und war wie verwandelt - älter geworden, verzichtete er auf etwelche Mätzchen, war ein guter matador, der auch die Stiere gut einschätzen konnte. Die taurinos mussten ihm nun zugestehen, dass er sich gemausert hat und meist gute Arbeit ablieferte. Ich erlebte ihn mal in Puerto, als die corrida durch einen Stier total aus dem Ruder lief und er als dienstältester matador mit Bravur die Sache meisterte und übernahm. Auch bewunderte ich ihn immer, mit welcher Ruhe er in die plaza ging, obwohl sein Clan (mittlerweile auch seine Frau, die wegen Betrug verhaftet wurde) weiterhin in aller Munde war - Jesulín liess sich davon nicht beeindrucken.

    Ich finde es schade, dass er aufhört, wenn auch viele taurinos ihm seine jungendlichen Mätzchen nie verziehen haben. Geld hat er sich viel verdient, es war mal auch die Rede von einer grossen Erdbeerplantage - wenn er mit dem Geld gut arbeitet kann er sicher davon leben. Ob wir ihn nie wieder in einer plaza sehen werden wage ich aber noch zu bezweifeln.

    Und ob er ein guter Stierzüchter wird muss sich auch noch weisen. Viele matadore züchten später, das ist aber etwas wo es viel Geduld verfordert und lange Zeit braucht, bis eine Zucht wirklich brauchbar ist.
     
    #2 17. Juli 2007
  3. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Eines hat mir an ihm vor allem stets gut gefallen: Seine Ehrlichkeit gepaart mit einer großen Portion an Humor! Er wirkt einfach trotz Reichtum natürlich wie sympathisch.

    Meine Antisympathie war eher unfairer Natur. Er war einfach zu lang und dadurch wirkten die Stiere zu klein. Und dadurch wiederum sah die Angelegenheit nicht so gefährlich, mutig oder einfach nur elegant aus. Die Proportionen waren mein größtes Problem mit ihm.

    Ein Gegenbeispiel, bei Domingo Valderama mit seine 1,62 Größe hielt man immer die Luft an... und sein Mut war und ist unbestritten. Darin lag bei mir das eigentliche Dilemma eines Jesulín de Ubrique, der menschlich sich sehr wohl zu verkaufen wusste. Worin ja auch sein Erfolg begründet ist.
     
    #3 17. Juli 2007
  4. Sidona
    Sidona New Member
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    ...oder letzte Woche, als der kleine Encabo beherzt banderillas setzte in Pamplona mit Riesenmiuras... :?

    Wobei Jesulín gar nicht so gross ist, eher eine schlacksige Figur hat.
     
    #4 17. Juli 2007
  5. Gast1975
    Gast1975 Guest
    Danke, danke!
    Dass er schonmal aufgehört hatte wusste ich gar nicht. Ich hatte immer nur den Eindruck, ihn mehr bei "corazon de..." als in "toros para todos" zu sehen. Ja, Geld hat er wohl genug gescheffelt, und dass nicht alle damit umgehen können, zeigt seine Familie ja zur Genüge, wenn ich nur seine Ex-Frau im Fernsehen sehe, wie hiess sie noch gleich? Pseudo-blonde, ziemlich primitive oder sagen wir, einfach gestrickte Person.

    Noch eine Frage zum züchten: in einer Dokumentation zeigten sie ihn, wie sie die Stiere zum Transport treiben wollten, erst waren sie zu Fuss unterwegs, das hat nicht geklappt, dann mit dem Auto. Ich dachte immer, das macht man per Pferd, schon der Gefahr wegen?
     
    #5 17. Juli 2007
  6. Sidona
    Sidona New Member
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    Belén Estéban - da hat ihn wohl keiner verstanden, aber so schlau war dann doch, dass er sie nicht geheiratet hatte, ein gemeinsames Kind reicht...

    Also zu Fuss hast du keine Chance, zumal meist der Weg zu weit ist (beziehst du dich auf Toros para todos von letzten Sonntag - der Mayoral war zu Fuss nur in einem corral unterwegs). Mit Auto könnte man es machen und mancher ganadero der nicht (mehr) reiten kann ist auch schon mal mit Auto unterwegs, aber du bist natürlich mit dem Wagen zuwenig wendig wenn mal einer aus der Spur läuft.

    Die Stiere werden einige Zeit vor dem Verlad auf einer Weide zusammengetrieben und stehen da - blöd ausgedrückt - in corridas portioniert. Das hat den Grund, dass sie sich aneinander gewöhnen. Ansonsten gehen sie - wenn sie aus verschiedenen Herden stammen - ganz gerne aufeinander los. Dies ist auch mit eine Grund warum corridas mit Stieren aus verschiedenen ganaderías (wie z.B. die corrida von Morante de la Puebla im Juni in Madrid) meist schief gehen.
     
    #6 17. Juli 2007
  7. Frederico
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    Wie Sidona schon 2007 vermutet hatte, lange hat es Jesulin de Ubrique nicht zu Hause ausgehalten......

    Ende Februar 2010 wird er in Vistalegre / Madrid wieder antreten.
     
    #7 10. November 2009
  8. Sidona
    Sidona New Member
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    Wen wunderts bei DER Familie... :roll: - da ist man bei den Stieren am Sichersten...
     
    #8 10. November 2009
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