Berühmte Aficionados

Dieses Thema im Forum "Stierkampf" wurde erstellt von Gast1805, 26. Mai 2007.

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  1. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Juan Antonio Samaranch

    Juan Antonio Samaranch

    Auch der Präsident des IOC zählte zu den Besuchern des Stierkampfs in Barcelona. Wie jedoch seine Haltung zu diesem Thema ist, scheint eher diplomatisch neutral.

    Quellennachweis: Rückkehr eines Matadors in Spanien
     
    #21 20. Juni 2007
  2. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Arturo Pérez-Reverte

    Arturo Pérez-Reverte

    Über Arturo Pérez-Reverte haben wir schon in diesem Forum gesprochen. Besonders bekannt seine beiden Bücher Der Club Dumas und Hauptmann Alatriste. Seit 1991 schreibt er regelmäßig in der Wochendbeilage von zahlreichen Tageszeitungen, der EL SEMANAL.

    "Eine der intensivsten und schönsten Erinnerungen, die ich an meine Kindheit habe, handelt von den Nachmittagen beim Stierkampf, zu denen mich mein Großvater mitnahm. ... Dieses Licht, diese Farben und das Drama welches sich vor meinen Augen im Rund abspielte, waren eine faszinierende Lektion über Leben und Tod für die Empfindungen eines kleinen Jungens, der mit seinen Augen begann die Welt zu entdecken. Es war in allem schrecklich, schön und tragisch zugleich. Das bedeutet: Das war Leben! Ein Leben, was für einen weder besser noch schlechter ist, sondern es einfach mit klaren Augen sehen lässt."


    Quellennachweis: EL SEMANAL vom 12.03.1995: Sobre toros y niños
     
    #22 29. Juli 2008
  3. Gast1805
    Gast1805 Guest
    John Steinbeck (1902 - 1968)

    Er gehört wohl zu den erfolgreichsten amerikanischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. 1962 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. In einer Abhandlung über Sport wendete er sich dem Thema Stierkampf zu:

    Es gibt aber eine Bestätigung, die nur Angelsachsen als Sport ansehen und hassen aber trotzdem zu Schaaren besuchen werden. Das ist der Stierkampf.
    Bei ihm habe ich den vollständigen Lehrgang durchlaufen, gelesen, studiert, beobachtet und daran teilgehabt.
    Vom ersten Entsetzen kam ich zur sterblichen Schönheit, zur Formvollendung und Außerordentlichkeit einer verónica bis hin zur faena.



    Quellennachweis: John Steinbeck: I even saw Manolete, Time Inc.
     
    #23 31. Juli 2008
  4. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Wo wir schon bei amerikanischen Schriftstellern sind, hier ist gleich noch einer:

    Norman Kingsley Mailer (1923 - 2007)

    Der zweifache Träger des Pulitzerpreises (1969 und 1980) hat seinen ersten Stierkampf eher zufällig in Mexiko gesehen. Daraus entwickelte sich, wie er selbst sagte, "eine kleine Besessenheit" - eine große Liebe:

    "Ich hätte von dem Stierkampf nichts verstanden, hätte mir jemand vorher versucht ihn zu erklären. Und in der Tat fing ich an, ihn zu lieben, noch lange bevor ich überhaupt nur verstand, warum.


    Quellennachweis:
    Norman Mailer, The Crazy One (A Footnote to Death in the Afternoon), Playboy Enterprises - Oktober 1967
     
    #24 1. August 2008
  5. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Und noch ein Nobelpreisträger für Literatur:

    Camilo José Cela (1916 - 2002)

    "Der Torero geht hinaus in das Rund , und wenn dann so ein Toro erscheint, solch einer, wie ihn Gott zu schicken pflegt, solch einer, der die Spielregeln kennt, dann macht eben jener Stier den Rest.


    Quellennachweis:
    Camilo José Cela, Toreo de salón, Editorak Lumen, Barcelona 1963
     
    #25 6. August 2008
  6. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Kurt Tucholsky

    Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

    Für viele wird diese Erkenntnis genauso überraschend sein wie für mich selbst. Der wohl bekannteste Schriftsteller und Journalist der Weimarer Republik besuchte nicht nur im Jahre 1924 öfters Stierkämpfe, er kannte sich mit der Thematik sogar aus, und hatte sogar an ihnen einen widersprüchlichen Gefallen:

    "Der Stierkampf ist eine Grausamkeit! Aber wenn es morgen wieder einen gibt: Dann gehe ich dort wieder hin."


    Quellennachweis:
    Kurt Tucholsky: Ein Pyrenäenbuch, "Die Schmiede" Verlag , Berlin 1927
     
    #26 8. August 2008
  7. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Gaius Julius Caesar

    Eigentlich gehört er nicht in diese Liste, lebte er doch weit vor den geordneten Stierkämpfen, von denen wir hier in diesem Forum sprechen. Trotzdem ist er einer der ersten Berühmtheiten die mit den Stieren in Verbindung gebracht werden.

    Nachdem Caesar 46. v. Chr. in Afrika die Schlacht um Tapsus (im heutigen Tunesien) gewonnen hatte, zogen seine Truppen nach Munda (Osuna in der Provinz Sevilla) um am 17. März 45 v. Chr. die Söhne des Pompeius zu schlagen.

    Auf dem Weg von Tunesien nach Sevilla durchqurte er die Provinz Cádiz. Dort entdeckte er Reiter, die wilde Stiere vom Pferd aus bekämpften. Das gefiel ihm so, dass er selbst eine Lanze in die Hand nahm und den Reitern nacheiferte. Auch dies bereitete ihm sichtliches Vergnügen. Angeblich ritt er auch in Sevilla mit der Lanze gegen die Stiere. Nun gibt es Personen die sich fragen, ist denn Caesar vielleicht der erste bekannte Aficionado, oder aber der erste berühmte Name eines Vorgängers der Picadores?

    Aber vielleicht wissen da unsere Gaditanos und Sevillanos, allen voran Sidona, etwas mehr.

    Caesars Begeisterung für diese Form des Stierkampfes war so groß, dass er die Stiere im römischen Circus einführte. Daher lesen wir manchmal, dass der Stierkampf das einzige Überbleibsel der römischen Gladiatorenspiele sei. Was irritierend klingt. Zum einen haben die Stierkämpfe im Colosseum von Rom nun wirklich nichts mit der Corrida gemein, und zum anderen stellte schon 1776 der spanische Poet Nicolás Fernández de Moratín fest, dass der spanische Stierkampf nicht römischen Ursprungs ist, sondern ein rein spanisches Produkt sei - denn schließlich hat es Caesar sich ja in Andalusien abgeschaut.


    Quellenachweise:
    Georg Hensel: Stierkampf in Wort und Bild, Verlag S. Hoeche-Mittler, Darmstadt 1987
    Nicolás Fernández de Moratín: Carta Histórica sobre el orígen y progresos de las fiestas de los toros en España, Brief an den Fürsten von Belmonte, Madrid 9. Juli 1776
     
    #27 10. August 2008
  8. Sidona
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    Nö, das war vor meiner Zeit :roll:
     
    #28 10. August 2008
  9. Gast1805
    Gast1805 Guest
    Boabdil - letzter Sultan von Granada

    Die Mauren und der Stierkampf?

    Die Frage kommt nicht von ungefähr. Schließlich fallen einem ja sofort, wenn man an Andalusien denkt, vier Schlagworte ein: Sherry, Flamenco, Stierkampf und eben die Mauren. Erste drei Begriffe lassen sich wunderbar verknüpfen. Doch was ist mit den Mauren? Eigentlich ist es doch naheliegend, dass auch sie sich für die Welt der Stiere interessieren könnten, lieben doch die islamischen Völker ihre wilden Reiterspiele. Wenig ist darüber zu lesen. Insider wissen von Stierkämpfen in Casablanca, Tanger, Orán, Maputo und sogar in Beirut. Allerdings wurden sie dort eher aus kolonialer Sichtweise veranstaltet. Bezüglich eines möglichen Interesses der Mauren in Andalusien wurde ich schließlich in einem Werk des spanischen Schriftstellers Ginés Perez de Hita (2. Hälfte des 16. Jahrhunderts) fündig:

    Boabdil, der letzte Sultan von Granada

    Muhammad XII. Abu Abdallah (1452 - 1533)

    Laut dem Werk "Guerras Civiles de Granada" hat Boabdil auf dem Platz der Vivarambla in Granada ein "Grandioses Fest" organisiert zu dem er 24 Stiere aus der Serranía de Ronda kommen ließ. Nicht nur Caballeros und Staatsmänner aus den eigenen Reihen waren anwesend, sondern auch Edelmänner aus Toledo und Sevilla. Mittelpunkt der Geschichte ist der wagemutige Malique de Alabez, der um seiner Herzensdame zu beeindrucken zuerst sein Pferd von ihr knien läßt, und später von diesem absteigt, um den Stier nur mit seinem arbabischen Umhang sowie mit den eigenen Kräften zu töten. Was ihm dann auch gelang so daß er vom Sultan gelobt wurde: "Mit dem was ihr mir gezeigt habt bin ich sehr zufrieden und ich habe auch nicht weniger von euren Mut und der Würde erwartet." Und der junge Mann wurde zum Kapitän einer Gruppe von 100 Pferden ernannt.



    Quellennachweis:
    Ginés Perez de Hita: Guerras Civiles de Granada (Seite 52 bis 56 und 82 bis 88)
     
    #29 11. August 2008
  10. Sidona
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    Ich habe in Medina ein Bild, Kopie einer Zeichnung, von einer corrida mit Mauren.

    Tanger hat eine grosse plaza de toros, eingeweiht 1950, mit rd. 13'000 Plätzen. Es gibt schon viele Jahre keine corridas mehr, allerdings las ich vor kurzem dass sie renoviert werden soll und es dann auch wieder corridas de toros geben soll.
     
    #30 11. August 2008
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