Bogensport in Spanien

Dieses Thema im Forum "Sport in Spanien" wurde erstellt von Shakina, 25. Juni 2018.

  1. Shakina
    Shakina Member
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    Bogensport in Spanien
    Hallo zusammen...
    Schon lange habe ich nichts mehr geschrieben und jetzt komme ich mal wieder mit einer Frage:
    Ich wollte dieses Jahr meinen Langbogen mit in Urlaub nehmen um ein wenig (auf dem eigenen Grundstück) zu schießen. Jetzt hat mir zum Glück ein Kollege gesagt, dass Bögen als Waffe gelten und ich da große Probleme bekommen könnte, falls ich beim Grenzübertritt kontrolliert werde
    Ich weiß aber auch, dass zum Beispiel der Decathlon in Tortosa einfache Recurve Bögen verkauft. Heißt das nun, ich darf meinen eigenen Bögen nicht einführen, aber dort frei einen kaufen, obwohl es als Waffe angesehen wird? Mich verwirrt das ganze ein wenig. Kann mir jemand dazu eine Auskunft geben?
    Liebe Grüße
    Diana
     
    #1 25. Juni 2018
  2. Baldo44
    Baldo44 Active Member
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    Dein Kollege hat dir Unsinn erzählt, ein Bogen für sich alleine kann schon aus Gründen der Logik niemals eine Waffe sein
    Ein Bogen ist ein krummes Stück Holz und fertig
    Würdest du jetzt allerdings einen Bogen mitsamt einem Pfeil mitnehmen, der erkennbar auf die Bogensehne passt, dann könnte man vielleicht von einer Waffe ausgehen, wenn du den Bogen so transportierst, dass der Pfeil praktisch schon an der Sehne anliegt

    Also der Rat eines Menschen, der von Waffen keine Ahnung hat, aber logisch denken kann (ich, räusper räusper) :
    Transportiere den Bogen ohne Pfeile auf dem Beifahrersitz und transportiere die Pfeile ohne den Bogen im Kofferraum
     
    #2 26. Juni 2018
  3. bigitte
    bigitte Active Member
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    Da passiert garnichts,wir haben unseren normal im Kofferraum gehabt und keiner kontrolliert es.der Laden in Tortosa ist nicht gut sortiert und auf Deinem Gelände kannst Du machen was Du willst,ausser Du erschiesst die Vecinos,das kommt schlecht an
     
    #3 26. Juni 2018
  4. Rolf2
    Rolf2 Nada
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    Generell darf der Bogen nur im Fahrzeug transportiert werden, wenn er nicht sichtbar ist. Sobald du das beachtest lohnt es sich nicht die genauen Regeln der einzelnen Länder zu betrachten - Deutschland und Spanien haben ja wenig gemeinsame Grenzen.;)

    In Spanien ist es eine nicht waffenschein- bzw. meldepflichtige Waffe, man darf sogar - einzigartig in Europa - damit auf Jagd gehen. Problematisch sind die Gebiete, die als "coto de caza" (Jagdgebiet) gekennzeichnet sind, dort brauchst du das Einverständnis des Eigentümers/Pächters. Dabei ist es egal, ob du tatsächlich auf Pirsch bist, oder Feldschießen betreibst. Und es ist egal wem Grund und Boden gehören, das Jagdrecht ist davon unabhängig.

    Andererseits darfst du aber in einsamen Gebieten eine Waffe zur Selbstverteidigung mit dir führen.

    Wie das im Einzelfall von der Guardia Civil gewertet wird - da hängst du etwas in der Luft. Allgemein wirst du aber mit Feldspitzen keine Probleme bekommen..... außer du legst damit auf ein Wildschwein an, auch wenn du es nicht gesehen hast. Dann wird das Wildschwein zu deinem Problem, was in Katalonien öfters vorkommt.

    Schönen Gruß also an deinen Kollegen, es gibt Urban Legends, und Gesetze. Auf Seiten der Gesetze befindet er sich nicht, auch wenn er sicherlich tausende finden kann, die seine Meinung bestätigen.

    Frag doch vor Ort nochmal einen "Civilen" (Guardia Civil), die sind dafür zuständig. Ich habe jahrzehntelang Bogensport in ganz Spanien betrieben, leider klappt es mit dem Spannen nicht mehr. Sollte sich was geändert haben, wärest du damit auf der sicheren Seite.
     
    #4 26. Juni 2018
  5. Rolf2
    Rolf2 Nada
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    Nein, das darfst du nicht.
     
    #5 26. Juni 2018
  6. bigitte
    bigitte Active Member
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    Also,die Guardia ist in Katalonien dafür nicht zu ständig und nochmaj,auf Deinem Grundstück kannst Du machen ,was Du willst
     
    #6 26. Juni 2018
  7. Rolf2
    Rolf2 Nada
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    Oh! Hat sich Katalonien unbemerkt abgespalten? Wer ist denn dann für Waffen und die Beachtung des Jagdrechts zuständig? Das musst du dringend der Guardia Civil mitteilen, die schreiben auf ihrer Seite immer noch was anderes.

    lol, viel Glück.
     
    #7 26. Juni 2018
    Zuletzt bearbeitet: 26. Juni 2018
  8. HCA2
    HCA2 Active Member
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    @Shakina

    Wenn Du und Deine Begleiter nicht aussehen wie eine Bande kosovarischer Mädchenhändler: Nimm Deinen Bogen ruhig mit.

    Beides stimmt, aber ich würde es noch etwas präzisieren, da "nicht sichtbar" auch als "ocultado" gewertet werden könnte, falls Dir ein Polizist unbedingt blöd kommen will.

    "Nicht zugriffsbereit/nicht einsatzfähig" wäre die bessere Beschreibung, also Sehne nicht aufgespannt und im Idealfall die Pfeile separat in verschlossenem Behältnis transportiert, dann bist Du zu 99% auf der sicheren Seite.

    Das restliche eine Prozent bezieht sich darauf, dass jeder Polizist (auch Nacionales/Municipales) gemäss ley orgánica 04/2015 grundsätzlich berechtigt ist, alles zu beschlagnahmen, was er als gefährlich interpretiert, das gilt auch z.B. für das kleine legale Taschenmesser de toda la vida. Es gibt definierte verbotene Waffen, deren Einfuhr und Besitz verboten ist, der Bogen zählt nicht dazu. Aber eine Waffe ist im Zweifelsfall immer das, was der Polizist dafür hält, vor allem in der Öffentlichkeit.

    Im Normalfall dürfte es aber unter Beachtung der o.a. Hinweise keine Probleme geben.
     
    #8 26. Juni 2018
  9. Shakina
    Shakina Member
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    Ui, vielen Dank für die Antworten.
    Das hört sich natürlich schon mal ganz anders an. Klar ist es, dass ich den Bogen entspannt und ohne Pfeil transportiere...und auf Jagd gehe ich damit nicht (bin Vegetarier:grin::grin: ), zumal mein Langbogen grad mal 25 Pfund zieht und ich normale Pfeilspitzen habe. Also jeder der ganz klein wenig Ahnung hat sieht, dass das Equipment null auf Jagd oder Tötung ausgelegt ist.
    Ich habe mal einen Teil eines Schreibens unten hineinkopiert. Es kommt von einem deutschen Bogensportverein und daher bezog der Kollege wohl sein Wissen. Darin steht auch konkret ein Königlicher Erlass drin. Und anscheinend ist es wohl so, dass man seinen Bogen „anmelden“ muss.
    Originaltext der spanischen Botschaft:
    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
    Sportbögen gehören zu der Waffenkategorie 7, die im königlichen Erlass 137 vom 29. Januar 1993 aufgeführt werden. Gemäß diesem Gesetz, 5.Abschnitt, Artikel 67 dürfen bis zu 2 Waffen in ihren Transporttaschen, auseinandergebaut, eingeführt werden.
    Bei Einreise nach Spanien auf dem Landweg muss an der Grenze sowohl vom Zoll als auch von der Guardia Civil eine Bescheinigung eingeholt werden, die die zeitweilige Einfuhr von Waffen autorisiert. (Guardia Civil: Guía de circulación de clase A; Zoll: Pase de importación temporal).
     
    #9 26. Juni 2018
  10. Rolf2
    Rolf2 Nada
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    Stimmt. Wichtiger Punkt.

    Im Normalfall reißt in Europa kein Polizist die Wagentüren auf, sondern es beginnt mit der Frage nach Waffen, oder Drogen. Dabei in Frankreich oder Spanien den Bogen nicht zu erwähnen wäre eine ganz schlechte Idee.

    Auch ein einzelner Pfeil ist in Spanien eine Waffe, soweit es geht sollten also auch die Spitzen separat gelagert werden.

    Da nichts so heiß gegessen wie gekocht wird ist der Gesamteindruck natürlich wichtig. Wer da offen und ehrlich reagiert, bekommt auch zugedrückte Augen.
     
    #10 26. Juni 2018