Was denken die Spanier von der deutschen Einheut

Dieses Thema im Forum "Spanische Kunst & Geschichte" wurde erstellt von CocheValencia, 3. Oktober 2008.

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  1. Gato
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    @seahorse

    Was in der DDR die Stasi (Staatssicherheit) was, war und ist in der BRD der SS (Staatsschutz)

    Die Funktion und die Methoden waren und sind die gleichen, auch die Ergebnisse.

    Brave und angepasste Bürger hatten weder hier noch dort etwas zu befürchten, nur diejenigen, welche die Gesinnungsprüfung nicht bestehen oder sonst subversiv ersheinen.

    War im Osten also nichts neues oder einzigartiges.

    @Kaulis

    Was sagen die spanier zur "Wende", also zum Ausverkauf und der Vereinnahme der DDR durch Kohl, die sogenannte Treuhand und anderer Verbrecherbanden?

    Nichts.

    Man kann nicht erwarten, dass Leute, die nichts von ihrer eigenen Geschichte in der Schule lernen, solche komplexen Themen wie die Entstehung der DDR etc. beigebracht bekommen.

    Ich hab noch keinen Spanier kennengelernt, der auch nur im Ansatz über die DDR und der Mauer Bescheid wusste.

    Allerdings gibt es auch in der BRD kaum jemanden, der ausser der offiziellen, gesinnungsgewaschenen und vorgesetzten Version wirklich Bescheid weis, über die geschuchtliche Entwicklung der beiden deutshen Hitlernachfolgerstaaten.

    Gruss
     
    #11 4. Oktober 2008
  2. Spaniel
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    Hallo Mastino

    Hast Recht, man kommt sich in Spanien manchmal vor wie am Ende der Welt. Die meisten, so scheint es wenigstens manchmal haben kein grosses Interesse, was in Europa noch so passiert. Da gibt es sogar ältere menschen die höchstens im Nachbardorf waren. Wenn wir gefragt werden von wo wir kommen und antworten wir würden "Suizos" sein, staunen sie einem entgegen. Allgemeingültig gibt es nur Allemanes als Deutschsprachige. Einmal wollte uns ein Mann, der doch schon von der Existenz der Schweiz wusste "ums verrecken" weis machen, dass Genf die Hauptstadt sei.

    Was die Gründe der doch sehr verbreiteten Interesselosigkeit an dem was neben den eigenen Schuhen ist, weiss ich nicht. Vielleicht beginnt dies schon in der Schule. Möglich ist auch, dass die heranwachsende Generation etwas weiter sieht.

    Es grüsst


    Hampi,
    wird als Suizo ab und zu auch als Schwede (Sueco) gehalten.
     
    #12 4. Oktober 2008
  3. Spaniel
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    Hallo Seahorse

    In der Ex DDR wurde ja auch die Camperscene sehr hochgehalten. Warst damals auch dabei? Auf Bildern, habe auch schon von Kaulis gesehen, ging es einfach eine kleine Spur einfacher zu und her als im Westen. Was dem Zusammengehörigkeitsgefühl und diesem Freizeitvergnügen jedoch sicher keinen Abbruch tat.

    Es grüsst


    Hampi,
    der dem ursprünglichen Gedanken der Gleichheit auch nicht schlechtes abgewinnen kann. Nur mit Menschen ist der aus verschiedenen Gründen längerfristig nicht durchzuziehen, leider.
     
    #13 4. Oktober 2008
  4. Seahorse
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    @mastino, das meinte ich ja mit dem Gläsernen Bürger...mir ist das schon klar das es genau das selbe ist. Bespitzelt wird weiter, nur regt sich kaum einer noch auf.
    Ich bin in das System hinein gewachsen und hatte später auch keine Parteizugehörigkeit. Meine Gesinnung sollte ich im Staatsbürgerkunde Unterricht auch überprüfen...Note 4.
    Ich hatte trotzdem eine Sorgenfreie schöne Kindheit...später eine Ausbildung im Anschluss einen Job usw.
    In Berlin habe ich schon mehr mitbekommen, dass es hinter der Grenze ein anderes Leben gibt. West TV und Radio gab es da auch ohne Probleme. Also konnte man ein Teil der Subkultur damit umgehen.


    @Hampi...Campen war sehr beliebt, genauso wie FKK :wink:
    Als Jugendliche war es schon toll mit Freunden am WE campen zu gehen. Da brauchten wir nicht weit fahren, da ich am Rande von Berlin lebte...wir hatten Wälder & Gewässer ausreichend. Also reichte ein Fahrrad dafür.
    Wir haben oft Urlaub auf Rügen gemacht...u.a auch auf einem Campingplatz in einem Wohnwagen. Rügen ist für mich die schönste Insel, nun auch von ganz Deutschland...Eine Insel der Kontraste.

    Es gab generell mehr Gemeinsamkeit und Zusammengehörigkeitsgefühl.
    Das fehlte nach der Wende total...Jeder ist sich nun selbst der Nächste !

    Am MO & DI kommt im TV ein Zweiteiler "Wir sind das Volk" im SAT 1... im Anschluss MO kommt dann Dokumentation „Freiheit! Das Ende der DDR“....vielleicht interessiert sich der ein oder andere dafür.
     
    #14 5. Oktober 2008
  5. vida llena
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    Danke für die Berichte, Kaulis und Seahorse, ich finde das immer wieder interessant!

    Das mit dem Zusammengehörigkeitsgefühl spricht mich besonders an. In unserer individualisierten Gesellschaft mangelt es meiner Meinung und meinem Bedürfnis nach daran beträchtlich. Was ich jedoch nicht zusammen bringe, ist eben die Bespitzelung und das dadurch zwangsläufig entstehen müssende Misstrauen. Wie passt das mit dem Zusammengehörigkeitsgefühl?
    Misstrauen trennt doch eher, wenn es nicht überwunden werden kann.
     
    #15 5. Oktober 2008
  6. Seahorse
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    Du hast Recht, es war ja mitunter dein Nachbar, Freund, Ehefrau/mann der Spitzel. Normalerweise hätte JEDER in deinem Umfeld ein Spitzel sein können :roll:
    Bevor jemand in den Westen reisen durfte vor der Wende...wurde die ganze Nachbarschaft von dem Stasispitzel(Inoffiziellen Mitarbeiter bei der Stasi) abgeklopft. Grund für die Mitarbeit bei der Stasi waren politische Ideale. Geld habe nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Es waren auch Pfarrer der katholischen und evangelischen Kirche Spitzel. Dort wo man es am wenigsten vermutet hat. Es gab auch IM´s genug im Westen für die DDR! Die ganze Form der Bespitzelung kam auch erst nach der Wende nach und nach raus.

    Es war schon bekannt das es Spitzel gab und es wurde auch gewitzelt darüber. Aber irgendwie brauchte man sich auch und man half sich viel untereinander in sämtlichen Bereichen. Wir saßen auch irgendwie in einem Boot. War sicher ein Phänomen, aber dieses Phänomen brachte es zu einer friedlichen Revolution...die dann die Wende brachte! :)
     
    #16 5. Oktober 2008
  7. Gato
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    [quoteDu hast Recht, es war ja mitunter dein Nachbar, Freund, Ehefrau/mann der Spitzel. Normalerweise hätte JEDER in deinem Umfeld ein Spitzel sein können[/quote]

    Das ist aber kein ausschliessliches DDR-Phänomen.

    Auch in der BRD wurde und wird bespitzelt und denunziert.

    Selbst in diesem Forum gibt es einen Spitzel, der Threads liest und nach Meinungen sucht, und meint, wenn er was gefunden hat, kann er einen unter Druck setzen, indem er mit Denunziation droht.

    Es handelt sich hier in dem Fall um den User galicia1, nachzulesen im Stierkampfthread ab Seite 24.

    Ich will die DDR bestimmt nicht schönreden, zuviel lief da falsch und Macht wurde missbraucht für sicherlich nichtsozialistische Ziele, aber die Tatsache, dass in deutschen Gefängnissen zig Tausende politische Gefangene sitzen, zeigt, dass auch hier mit der Demokratie was nicht in Ordnung ist.


    Wir haben damals gelernt, die DDR sei von ihrer Struktur her böse, ein paar wenige halten das Ruder, und die Gesamtbevölkerung sind die Opfer und müssten befreit werden.

    Kein Wort über die guten Seiten, die es ja auch gab.

    Logisch, sonst hätte man ja nachfragen können, warum wir, die "Guten", in der BRD nicht auch soviele allgemeinnützige und kostenfreie Einrichtungen haben, und z.B. erwerbstätige Frauen in der BRD im Gegensatz zur DDR die Looser sind, etc.





    [quoteWas die Gründe der doch sehr verbreiteten Interesselosigkeit an dem was neben den eigenen Schuhen ist, weiss ich nicht. Vielleicht beginnt dies schon in der Schule. Möglich ist auch, dass die heranwachsende Generation etwas weiter sieht. [/quote]

    Wie du weisst sind wir vom nördlichsten Norden Spaniens in den tiefsten Süden gezogen.

    Auch wenn die Leute hier grundsätzlich offener und aufnahmebereiter sind, die Schulbücher und die Reportagen im TV sind die gleichen.

    Selbst über das eigene Land wisen die Leute oft nicht viel.

    So kennt hier niemand Cantabria, ausser dem Namen nach.

    Andererseits, frag mal einen Oberbayer nach Schleswig Holstein aus.......:wink:
     
    #17 5. Oktober 2008
  8. Spaniel
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    Hallo Mastino

    Finde ich eigentlich sehr schade. Als doch sehr ausgeprägter Spanienfan, habe ich mich doch über alle Landesteile Spaniens vor allem in Reiseführern schlau gemacht und mich dafür interessiert. Habe es mir auf den vielen Reisen bestätigen lassen. Kam meistens auch in etwa hin.

    Dass ich als Schweizer aber nicht weiss, was in der Romanischen, der Französischen und der Italienischen Schweiz so etwa los ist kann ich mir kaum vorstellen. War und ist doch bei uns ein Teil der Schulbildung, die uns bei unserer Viersprachigkeit des Landes näherbringt. Da kommt natürlich das eigene persönliche Interesse dazu. Ich persönlich fühle mich dem italienischen Teil der Schweiz am meisten zugetan. Kunststück, als jahrzehnte langer Spanienfan.

    Ist aber schade, dass es viele Menschen gibt, bei denen die Welt buchstäblich vor den eigenen Schuhen aufhört. oben beschriebenes ist doch ein Teil der Allgemeinbildung und Zeichen der Aufgeschlossenheit, mit unter bringt es auch Toleranz und Verständnis dem "Anderen" gegenüber mit sich.


    Es grüsst


    Hampi,
    der sich für doch so Vieles interessiert, manchmal fast zu viel. Aber so lange es nicht schmerzt, lassen wirs so wie es ist!!!
     
    #18 5. Oktober 2008
  9. Spaniel
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    Hallo Forianer

    Es wird tatsächlich auf der ganzen Welt bespitzelt und denunziert. Ist Traurig aber wahr. Diese Phänomen kann schon im Kleinen im Quartier, wo dies meist nur per Auge, Ohr und Mund gemacht wird, beobachtet werden. Dies wird wohl immer so bleiben.

    Etwas drastischer wird es dann schon, wenn Bürger wegen weiss ich auch was bei Behörden angeschwärzt werden. Sind die Behörden "sauber" schwärzt sich der Wasserträger selber an. Ansonsten mag dies für den Denunzierten unter Umständen auch Folgen haben. Glaube, dass es auch dies ab und zu geben wird.

    Noch schlimmer ist, wenn von Bespitzelungen Karteien angelegt werden und systematisch und koordiniert erfolgen.

    Dass die von Mastino genannte DDR dies wie oben machten ist hinlänglich bekannt. Es wird auch Öffentlich nach den Drahtziehern der damaligen Zeit mit Fingern gezeigt. Zu Recht wie ich meine. Wer aber nun glaubt dies wäre nur in der Ex DDR so gewesen der täuscht sich gewaltig.

    Nicht zuletzt ist ja der Geheimdienst auf der ganzen Welt im Grunde genommen eine Bespitzelungsgesellschaft. Das mit der Bespitzelung und dem Auskundschaften geht dort von der inneren und äusseren Staatssicherheit bis zur Wirtschaftsspionage. Also jeder will wissen, was der Andere, vor allem der mögliche "Gegner" tut, kann, plant und hat.

    Und wenn man nun meint, ja die schon, aber in unserem Lande doch nicht, der könnte sich leider auch täuschen. Selbst in unseren doch so sauberen Schweiz flog doch am Ende der 80ziger Jahre was auf, das man dazumal "Fichen-Affäre" oder "Fichen-Skandal" nannte und der so genannten Staatssicherheit dienen sollte. So wurden doch auch systematisch über Bürgr Daten gesammelt und fichiert, also festgehalten in Karteien. Dan kam der ganze Zauber dann mal aus. Und einige Politiker hatten danach eine recht unangenehme Zeit. Bürger, die den Verdacht hatten auch darin aufgeführt zu sein, hatten das Recht erhalten Einsicht zu nehmen in ihre Akten (Kopieen). Die Fichen mussten alle vernichtet werden. Da kamen Sachen an den Tag, die man nicht für möglich gehalten hatte. Da gibt es nun nichts, was nicht wert war aufgeschrieben und festgehalten zu werden.

    Muss aber sagen, dass sogenannte "normale Bünzlis" die in keiner Art auffielen auch nicht darin aufgeführt waren. Eher waren dies "verhaltensauffällige und Politisch unangenehme Bürger". So etwa politisch links stehende Politiker und Gewerkschafter. Aber trotzdem wurden Daten von irgendwelchen Spitzeln oder Vertrauensmännern zusammengetragen, die auch Bürger betrafen, die nachweislich nichts mit dem zu tun hatten, was über sie geschrieben und festgehalten wurde. In diesem Falle ist dies nicht nur Bespitzelung sondern sogar ein Denunzieren eines Bürgers, der sich nicht wehren kann, weil er nicht weiss, dass er angeschwärzt wurde.

    Möchte mit diesen Zeilen mein Heimatland nicht in Verruf bringen, denn die Missetäter sind eine sehr geringe Minderheit gewesen. Dass sowas aber in der Schweiz geschehen würde hätte früher kein Mensch geglaubt.

    Wer nun diesen Fall von Bespitzelung von staatlicher Seite in der Schweiz vor dreissig Jahren und jenen in der DDR bis zur Wende, als die einzigen hält, möge hoffentlich recht haben. Ich aber fürchte, dass solches Tun auf der ganzen Welt nicht auszurotten ist, hoffe aber, dass es nicht derartige Formen annimmt, dass jeder dem Nachbarn, dem Pfarrer und sogar dem eigenen Partner nicht mehr trauen kann, nie mehr vorkommen wird.

    Es grüsst


    Hampi,
    der sich aber trotzdem wohl fühlt als Schweizer und auch nicht schämt für etwas an dem er nicht Schuld trägt.
     
    #19 6. Oktober 2008
  10. Gato
    Gato New Member
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    [quoteFinde ich eigentlich sehr schade. Als doch sehr ausgeprägter Spanienfan, habe ich mich doch über alle Landesteile Spaniens vor allem in Reiseführern schlau gemacht und mich dafür interessiert. Habe es mir auf den vielen Reisen bestätigen lassen. Kam meistens auch in etwa hin. [/quote]


    Mal im Ernst: Umgedreht ist es doch genauso. Wer von den Deuschen weiss schon tatsächlich was über >spanien, ausser Sonne, Strand und Sangria.

    Wenn es um politisch/gesellschaftliche Zusammenh¨nge geht, tut sich auch hier ein riesiges Loch auf.

    [quoteIch persönlich fühle mich dem italienischen Teil der Schweiz am meisten zugetan.[/quote]

    Auch ich fühle mich in dem italienischen Teil sehr wohl. War früher immer wieder mal im Tessin, im Maggiatal, bis oben in den Bergen. Ab und wann dann aus den Bergen runter nach Locarno zum einkaufen.

    Was hab ich da in den Bergen für schöne alte Häuser und leere Dörfer entdeckt.

    Musste man aber stundenlang zu Fuss durch die Berge laufen, Strasen gibt es da oben ja nicht.


    :D
     
    #20 6. Oktober 2008