La Pesca en Parejas von Andrés Ortolá Tomás

Dieses Thema im Forum "Spanische Kunst & Geschichte" wurde erstellt von Gast36, 12. Oktober 2006.

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  1. Gast36
    Gast36 Guest
    La Pesca en Parejas von Andrés Ortolá Tomás
    Wüstenkind, Judith und ich haben uns in Gemeinschaftsarbeit abgemüht, einen informativen Artikel über den paarweisen Fischfang, der an der spanischen Ostküste beheimatet war, zu übersetzen. Wir sagen dem Initiator, Ramón, [​IMG], aber mit der nächsten Arbeitsbeschaffungsmaßnahme lass Dir lieber ein wenig Zeit!

    Hier unser Werk, den Originaltext findet Ihr unter KLICK, dem ich auch die eingefügten Bilder entnommen habe.

    Der paarweise Fischfang:

    Man weiß nicht mit Sicherheit, woher die Bezeichnung Fischfang „im Paar“ herstammt, wobei zwei Segelschiffe paarweise achtern ein Sacknetz schleppen. Dieses Netz war aus Espartogras und Hanf hergestellt und musste wöchentlich gebleicht werden, damit sich sein Gebrauchszustand nicht verschlechterte bedingt durch die unzureichende Qualität der verwendeten Materialien. Das Netz wurde in einen Kessel mit kochendem Wasser getaucht, dem man zuvor Stücke von Pinienrinde hinzugefügt hat.

    Im 13. Jahrhundert wurde in der Lagune von Valencia eine Fischkunst, genannt Gánguil, ausgeübt, gezogen von zwei Booten und, möglicherweise wurde dieser Gebrauch zu späterer Zeit von größeren Schiffen auf dem Meer ausgeweitet [​IMG]

    Während des 18. und 19. Jahrhunderts erlitten die Paar-Fischer große Beschränkungen und erduldeten Strafen ohne Gerede. Im August 1723 wurde das Schleppfischen verboten, unter Strafe von 100 Pfund. Weil der Fisch auf den "mesas reales" (königlichen Tischen) fehlte, autorisierte man 1738 einige Parejas im Hafen von Valencia.

    Mit Erlass vom 5. Jan. 1777 limitierte man das Schleppfischen vom 20. Oktober jeden Jahres bis zu Pascua de Resurrección. Später wurde bis Pascua de Pentecostes ausgeweitet; ein anderer Erlass von 1800 setzte den 1. Oktober fest und, zuletzt 1804 legte man den 1. September bis Ende Mai fest. Die Fischer dieser Kunst durften außerhalb dieser Termine nicht arbeiten.

    Im Juli 1818 verkündete eine königliche Anordnung: dass Seine Erhabenheit (Majestad) verlauten ließ, dass alle Akten, die über diese Materie gesammelt werden konnten, und die mit großem Bedacht behandelt worden sind in Bezug darauf, wie viele Menschen man - nach Rücksprache vom letzten 4. September mit dem obersten Admiralitätsrat -hat in Handschellen legen lassen, dass weiterhin als Hauptpunkt das Verbot für die Ausübung der Bou-, Gánguil und anderer ähnlicher Fischereipraktiken bestehen bleibt.
    [​IMG]
    Das über 200 Jahre lang auferlegte Verbot hatte viel mit den Interessen der Kabeljau-Importeure der großen Bank von Terranova zu tun. Die Fülle an frischem Fisch, welche die Paarfischer produzierten, reduzierte den Kabeljau-Konsum. Während der Schonzeit (oder Verbotszeit) von 1818 - 1819 verdreifachte sich der Import von Kabeljau aus England, einem lebensnotwendigen Erzeugnis (?) für den Lebensmittelvorrat der Schiffe der spanischen Kriegsmarine.
    Die Berechtigung für den spanischen Thunfischfang wurde nur den Granden erteilt, damit wurde gleich zu Beginn den Provinzen, die nicht an der Küste lagen, die Kompetenz über den Bou-Fischfang inklusive der Pökelung von Meeraal und Seezunge entzogen.
    [​IMG]
    Zu Beginn des letzten Jahrhunderts gab es verschiedene Arten des paarweisen Fischfangs. 15 bis 25 Tonnen wurden von 20 Männern und 2 jungen Burschen, die zwischen 10 und 15 Jahren alt waren, gefischt, die wochenlang an Bord waren, ohne an Land zu gehen. Sie schickten täglich den Fisch an Land und erhielten die Verpflegung von einem anderen Boot mit geringerer Lademöglichkeit (4 bis 6 Tonnen). Es gab andere Paare die sehr viel kleiner waren, mit einer Wasserverdrängung von 6 bis 12 Tonnen, die täglich zum Fischen hinausfuhren.
    [​IMG]
    Der paarweise Fischfang in Calpe war der geringste und während des Verbots entschieden sich einige Fischer zum Gemüsetransport mit den Balearen. Andere nutzen sie, um sie (wen? Die Netze oder Boote, wer hat eine Idee, falsch übersetzt?) am Bol-Strand einzusammeln und zu reparieren.

    Im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts (dieser Artikel stammt also noch aus der Zeit vor 2000!, Anm. der Übersetzerin) arbeiteten noch ca. 20 (Schiffs-)Paare unseres Ortes mit dieser Methode.

    Andrés Ortolá Tomás

    Über Korrekturen unserer spanischen Mitglieder wüden wir uns freuen, denn daraus kann man nur lernen.
     
    #1 12. Oktober 2006
  2. Ramon
    Ramon Active Member
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    Ich könnte Euch küssen für diese Arbeit.

    [​IMG]


    Saludos

    Ramón
     
    #2 12. Oktober 2006
  3. imported_morayma
    imported_morayma New Member
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    Hoal Cangreja,

    Das hast Du sehr gut übersetzt. :D

    Nur habe ich ein paar kleine Anmerkungen dazu:

    Pesca del Bou heisst, dass ein einzelner Fischkutter mit Schleppnetz auf den Fang ausfuhr, im Gegensatz zu Pesca en Parejas.

    Veda, also das Verbot des Fischfangs für eine Zeit X, war nicht etwa eine Laune des Königs, sondern veda heisst auch Schonzeit. Schon damals wurde eine Schonzeit eingelegt, um dem Fischbestand die Möglichkeit der Erneuerung zu geben. Das wird auch heute so gemacht.

    Das Las parejas de Calpe eran de las pequeñas y durante las vedas, algunas se dedicaban al transporte de hortalizas con las Baleares. Otras aprovechaban para sacarlas en la playa del Bol y repararlas würde ich so übersetzen:

    Die Fischkutter von Calpe, die zum Fischfang en parejas benutzt wurden, gehörten zur kleineren Kategorie. Einige widmeten sich in der Schonzeit dem Transport von Gemüsen zu den Balearen. Andere nützten diese Zeit, um ihre Boote an Land, an den Playa del Bol, zu ziehen und sie zu reparieren.

    Gruss
    Morayma
     
    #3 13. Oktober 2006
  4. Gast36
    Gast36 Guest
    Wie gut Dich in unserer Runde zu wissen. Danke Morayma, ich fand diesen Absatz sehr schwer!
    Cangreja
     
    #4 13. Oktober 2006
  5. Gast36
    Gast36 Guest
    Dann "ment tau", Ramón, hoffentlich übernimmst Du Dich nicht mit uns 3en?

    C.
     
    #5 13. Oktober 2006