Der spanische Bürgerkrieg

Dieses Thema im Forum "Spanische Kunst & Geschichte" wurde erstellt von v.h.b., 25. Februar 2013.

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  1. Gast15112017
    Gast15112017 Guest
    Es war nicht nur schlimm, es waren perverse Morde.

    Das rechtfertigt Mord ?

    Unschuldige Priester und Schwestern, wie Du selbst schreibst haben nichts unternommen, und es gibt keine Rechtfertigung für Mord.

    Zwischen Widerstandskampf "auf Augenhöhe" und billigem Lustmord besteht ein großer Unterschied. Die einen kämpfen um der Freiheit willen, die anderen sind perverse Individuen.

    und immer noch gibt es keine Begründung und auch keine Rechtfertigung für den Mord an Unschuldigen.

    Spanien und die Spanier haben gar kein Interesse daran den Bürgerkrieg, seine Auslöser, seine Folgen und vor allem jegliche Verbrechen während dieser Zeit aufzuarbeiten.

    Mich hat das erst gar nicht interessiert, da das nicht meine Vergangenheit ist, sondern die meiner Eltern. Wem oder was und vor allem wozu sollte ich mich da auch stellen ?

    Nicht nur Reife bedarf es, auch und vor allem Menschen deren Verhalten nicht vorrangig aus den normalen Trieben her bestimmt werden. Da das letztere nicht änderbar ist, kann man die Hoffnung aufgeben, das jemals ein solch hehres Allgemeinwesen politische Realität werden kann.

    Gruß
    Manfred
     
    #21 28. März 2013
  2. Desco Negut
    Desco Negut Active Member
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    Sehr richtig. Eine Aufarbeitung findet nicht mal im Ansatz statt. Das könnte m.E. auch daran liegen, daß beide Seiten wissen, wie viele Leichen sie im Keller haben.
    Aber ohne Aufarbeitung wird sich der Riss, der durch die spanische Gesellschaft zieht, nie kitten lassen. Zu unversöhnlich stehen sich "Rechte" und "Linke" gegenüber. Ich finde, hier treten drei sehr unangenehme Eigenschaften sehr vieler Spanier zu Tage:

    Die Unfähigkeit zum Kompromiss,
    Die Bereitschaft zu ewiger Konfrontation,
    Das Nicht-Angehen bzw. Aussitzen von Problemen.

    ¡Y así nos va! España era, es y será para siempre el país de la pandereta.
     
    #22 28. März 2013
  3. bini
    bini Member
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    Hola tod@s,

    v.h.b.
    Ja was wäre dann gewesen?? Die Republik und Demokratie hätte weiterhin bestanden, mit der Zeit vieleicht gereift.....oder auch nicht......das werden wir nun nie erfahren. Eines bin ich mir aber ziemlich sicher, den Spaniern währen 40 Jahre Mittelalter erspart geblieben.

    Desco Negut
    Richtig, beide Seiten haben Leichen im Keller liegen, da war keine Seite auch nur ein Deut besser wie in jedem Krieg. Was vielen Spanier auf der Verliererseite unverzeilich finden, liegt wohl eher in der Zeit unmittelbar nach dem Krieg. Eine Zeit in der Verdächtigte "Rote" nachts aus den Betten gezerrt wurden und im nächsten Strassengraben ohne Gerichtsverfahren hingerichtet wurden und da liegen Sie immer noch.

    Grüsse
     
    #23 28. März 2013
  4. Desco Negut
    Desco Negut Active Member
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    Ich stimme Dir in beiden Punkten zu. Ich weiß zwar nicht, ob Spanien damals für die Demokratie reif war (ich bin mir nicht mal sicher, ob das heute der Fall ist), aber nach dem Ende der Franco-Zeit war Spanien bestenfalls ein unterentwickelter Kaffern-Staat am Ende Europas. Sowohl Spanien als auch Portugal wurden im Rest Europas spätestens seit den fünziger Jahren als faschistische Überbleibsel angesehen und weitgehend gemieden.
     
    #24 28. März 2013
  5. v.h.b.
    v.h.b. New Member
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    Hallo:

    Der Tourismus fing um diese Zeit zum boomen an. Und der kleine Mann liebte diesen " Kaffernstaat ".

    Hier wird ein ganzes Volk beleidigt.

    Gruß

    v.h.b.
     
    #25 28. März 2013
  6. bini
    bini Member
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    v.h.b.
    Welcher kleiner Mann? Die Nordeuropäer? Die liebten und lieben heute noch nicht Spanien, die kamen und kommen wegen Strand und gutem Wetter. Lieben tun sie höchstens die Landschaft und damals war es obendrein auch noch soo billig . (Die meisten jedenfalls). Aber Spanien ist viel mehr als nur das.

    Ich habe es nicht als Beleidigung von Desco verstanden, es ist nun mal tatsache das 40 Jahre Franco, Spanien lange Zeit um fast jeglichen Fortschritt gebracht haben.

    Desco Negut
    Ich glaube die Spanier hätten aus Ihren Fehlern gelernt genau wie Deutschland aus den Fehlern der Weimarer Republik gelernt hat.

    Grüsse
     
    #26 28. März 2013
  7. Desco Negut
    Desco Negut Active Member
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    Hallo v.h.b.,

    ich habe mir meinen Beitrag noch mal angesehen und muß zugeben, daß die Bezeichnung "Kaffernstaat" als Beleidigung aufgefasst werden könnte. Dafür möchte ich mich bei allen, die sich angesprochen fühlen, entschuldigen. Da ich aber selber einen spanischen Elternteil habe und fast ein Viertel meines bisherigen Lebens in Spanien lebe, klingt das ein bißchen so, als ob ich mich auch selbst beleidigt hätte.

    Ich möchte am Beispiel Deutschland gerne erklären, wie ich "Kaffernstaat" gemeint habe:

    Deutschland war Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auch nicht sonderlich hoch entwickelt, vor allem im Vergleich zu Frankreich und Großbrittanien. Man hätte es im Vergleich also auch einen "Kaffernstaat" nennen können.

    So und nicht anders war mein Vergleich gemeint. Vielleicht wäre die Bezeichnung "Entwicklungsland" besser gewesen oder, wenn man es politisch korrekter ausdrücken wollte, "Land, das im europäischen Vergleich sehr unterentwickelt ist" (sowohl politisch als auch wirtschaftlich).

    ¿De acuerdo?

    Saludos,

    DN
     
    #27 29. März 2013
  8. JuanMa
    JuanMa Gesperrt
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    Einfach nur "Falsch" zu sagen wird wohl dem Komplex nicht gerecht.

    Es gibt nur 2 Typen von Personen, welche diese absolute Aussage treffen.
    1. Menschen mit einer stark erweiterten Auffassung vom Begriff "Notwehr"
    2. Gutmenschen - Eine Moraldiskussion aufgrund der zugrundeliegenden Verlogenheit wäre sinnlos.

    In der Situation des Bürgerkrieges mit seinen marodierenden Trupps konnte es schnell zur Notwehr werden, wenn man vor dem Verlassen eines Dorfes die potentiellen Verteidiger der anderen Seite tötete. Hierzu gehörte es aus Sicht der Republikaner auch oft dazu einen Priester zu töten, der in den Verdacht kam ein Waffenversteck zu kennen und nicht zu verraten.

    Erst in unseren Tagen kommt nach und nach ans Licht, was in vielen kirchlichen Kreisen als normal betrachtet wurde, der Faktor Rache für gelebtes Leid mag da sehr hoch gewesen sein. Was dann natürlich Mord genannt werden kann, aber meine Hochachtung für die, die Schuldigen ermordeten und ihre Störung nicht an Kindern oder Frauen auslebten.

    Persönlich mag ich keine Ausreden für das bewußte Töten eines Menschen, das ist und bleibt Mord. Rechtlich betrachtet. ABER selbst in Foren trifft man Menschen die belehrungsresistent sind, im Falle einer kriegerisch ideologischen Auseinandersetzung ist der Ausbruch der Kampfhandlungen das deutliche Zeichen einer Belehrungsresistenz und Gesprächsverweigerung. Mehr Gesprächsbereitschaft als ein Parlament kann man kaum bieten, also sieht man auch in diesem Punkt, wer zuallererst die Mörder sind und wer in Notwehr handelte oder eben in Notwehr mordete.


    Gruß

    Max
     
    #28 29. März 2013
  9. Gast15112017
    Gast15112017 Guest
    Wenn meine Aussage "es gibt keine Rechtfertigung für Mord" für Dich einen absolutistischen Anspruch hat, dann gestehe ich Dir diese Feststellung widerschruchslos zu. Genauso ist es gemeint - doch nachfragen muss ich zur simplen Kategorisierung 1 und 2.
    Denn hier differenziere und werte ich sehr genau bei den Begrifflichkeiten Mord, Totschlag und auch Notwehr. Von daher ist mir diese Kategorisierung viel zu oberflächlich und bei dem Begriff "Gutmensch" fehlt mir jeglicher Zusammenhang zum Thema.


    Nicht zur Notwehr, nur aus reiner Mordlust. Es gibt keine "potentiellen Verteidiger", die eine Notwehrsituation auslösen können - Dies können nur aktive Verteidiger/Angreifer.

    der Verdacht alleine genügte schon als Begründung ? ... ich werte das weiterhin als perverse Lust am Morden - in sich als Begründung damals wie heute verlogen.

    Nicht mangelnde parlamentarische Gesprächsbereitschaft oder gar -verweigerung ist der Grund eines kriegerisch ideologischen Ausbruches, vielmehr ist es bei einem Bürgerkrieg wie in Spanien das mangelnde Demokratieverständnis, sowie die mangelnde Akzeptanz und der fehlende Respekt vor politischen Mehrheitsbeschlüssen gewesen.

    Gruß
    Manfred
     
    #29 29. März 2013
  10. JuanMa
    JuanMa Gesperrt
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    In der Aufzählung fehlt natürlich noch der Begriff der Nothilfe. Diese 4 Dinge klar zu differenzieren, sodaß es keinen Richter bräuchte die Grenze im Einzelfall zu ziehen, gelingt bisher keinem Gesetzeswerk. Da traust du dir wohl etwas zu viel zu.

    Warst du nicht derjenige der per DIESER Kategorisierung zur Mordlust kam? Dein klarer Ausspruch hält einer näheren Überprüfung nicht stand, schnell eine Differenzierung verlangen ist doch Augenwischerei.

    Der Gutmensch schafft es aufgrund seiner vorgehaltenen moralischen Unfehlbarkeit genau zu differenzieren. In der Realität einer echten Person ist das nicht vorstellbar.


    Das müsstest du zuerst mit den Herren Bush und Aznar ausdiskutieren.

    In einem der frühesten Gesetzeswerke diese Erde, dem albanischen Kanun, werden sogar die Kinder eines Mörders zum Tode verurteilt, damit sie sich nicht am Richter vergreifen können. Auch unter dem Begriff "Sippenhaft" bekannt. In der Logik einer Kriegssituation ist der Moment einer rechtzeitigen Notwehr schon verstehbar, ob man es nun moralisch verurteilen kann oder nicht - es bleibt Notwehr und es war notwendig. Wie wir das vom fetten Hintern im Computersessel aus beurteilen ist nebensächlich und läßt sich nicht übertragen.

    Computersessel / Hintern. Du siehst auf dem nächsten Hügel eine Übermacht deiner Feinde anrücken und vor dir kniet ein 17jähriger, der dich haßerfüllt anschaut. Deine Feinde kennen die Gegend nicht, der 17-jährige schon.
    Hättest du in dieser Situation die Einsicht dieses Kind nicht töten zu dürfen? Meine Hochachtung für diese Moralität, mein Beileid für den baldigen grausamen Tod.

    Das ist genau der befürchtete Punkt des Gutmenschen. War doch völlig in Ordnung Sadam Hussein durch Tötung von seiner Machtausübung auf ewig abzuhalten, nur die Gutmenschen mußten zuerst Massenvernichtungsmittel finden. "Wir töten nur in einer eindeutigen Notwehrsituation". Nicht sehr lebensecht das!

    Rein rechtlich ist die Sache klar - es kommt nicht darauf an, ob ein Verdacht gerechtfertigt war, es fragt sich warum getötet wurde oder ob eine geistige oder seelische Störung die Urteilsfähigkeit behinderte. Das große Problem der Nürnberger Prozesse - die Unschuldsbegründungen der Mörderbande waren hieb- und stichfest.


    Wo ist da jetzt genau der Unterschied? Wenn ich das Resultat eines Gespräches einfach wegwische, hat ein echtes Gespräch doch überhaupt nicht stattgefunden. Das Eine ist der Ausgangspunkt, das Andere die logische unvermeidbare Konsequenz.

    Ist ja genau das richtige Thema zum Karfreitag....

    Gruß

    Max
     
    #30 29. März 2013
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