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Wer hat die letzten Tage so viel Glück gehabt wie wir?
War ja heftig, was da an Wasser runtergekommen ist. Wenn man die Bilder von Alicante, Calpe,Beniarbeig und besonders der Marina Alta sieht, kann einem Angst und Bange werden.
Benidorm hat es zum Glück fast gar nicht "erwischt". Es sind zwar ein paar Keller und Tiefgaragen abgesoffen, aber das ist im Vergleich zu den anderen Orten gar nichts, nicht mal nennenswert! Das war wohl einer der heftigsten "Gotá Fria´s" seit 50 Jahren. Zumindest was die Zerstörung und Verwüstung angeht. Lediglich im Jahr 1987 kam mehr Wasser vom Himmel. 817 l / 24h! Nur waren damals die Küsten nicht so zugebaut und das Wasser konnte ungehindert ins Meer abfliessen. Die meisten Todesopfer, 81, gab es 1957. Über diese "Gotá Fria" gibt es jetzt in Javea eine Ausstellung.
Jetzt kamen Zeitweise in einigen Gegenden über 400 l / 6 Stunden runter!
An der jetzigen Zerstörung der Orte durch die Wassermassen sind wohl auch die damaligen Stadtplaner, Bauminister und wer sonst noch so alles die Bebauung geplant hat, mit verantwortlich. Müssen die Hotels so dicht ans Meer gebaut werden? Muß alles zubetoniert werden? Und wenn man schon alles DICHTBETONIERTUNDTEERT, dann sollte zumindest für eine vernünftige Entwässerung gesorgt werden.
Hier mal was von der Uni Alicante:
Universität Alicante: Behörden gehen von total falschen Planungsgrundlagen aus
Laut einem Bericht der Información sind die öffentlichen Behörden -
darunter das Wirtschaftsministerium - seit Jahren von falschen
Voraussagen über die Häufigkeit von Gota frías in der Küstenregion
ausgegangen.
Wie die Professoren Antonio Rico und Jorge Olcina vom Geographischen
Institut der Universität Alicante recherchierten, gingen die Behörden
nach einem ihnen zugrunde liegenden Bericht aus dem Jahr 1996 davon
aus, dass vernichtende Wassermassen nur alle 500 Jahre über die Küste
hereinbrechen. Statt dessen sei die Periode deutlich kürzer, so die
Experten - nämlich nur 15 Jahre. Auf der Grundlage des falschen
Berichts seien aber die Infrastrukturen der Gemeinden in den
vergangenen Jahren geplant worden.
Es ist auch sehr vermessen und blauäugig von den hohen Herren und einigen Immobilienhändlern gewesen, sich darauf zu berufen, dass laut einem Bericht eine schwere "Gota Fria" nur alle 500 Jahre vorkommen soll... 1950 - 1987 waren wohl ein paar Jährchen weniger.
Daraufhin sind dann mal Flugs ein paar Häuser in Flußbetten gebaut worden, die nur noch Rinnsale waren und im Sommer völlig austrocknen. Die wurden einfach mit ein bißchen Sand begradigt, da wurden dann die Fundamente draufgeklatscht und die Häuser wurden dann als "Meernah" an die Leute für teures Geld verkauft.Da wurde nich mal Stahlbeton verbaut...
Das da dann das Wasser bei so einer Naturkatastrophe durch geht, braucht man wohl nicht zu erwähnen.
Schlimm ist jetzt, das wieder Tote zu beklagen sind!!!
Eine Schadensbilanz einiger Orte laut der spanischen Lokalzeitung LEVANTE DE ALACANT sieht so aus:
Calpe:
1.000 Autos beschädigt oder schrott, dazu kommen mindestens weitere
1.000 Fahrzeuge, die noch in den nach wie vor überfluteten Tiefgaragen
stehen.
Die Schäden an Läden, Büros, etc. werden gerade von den Gutachtern geschätzt.
Die Hauptstrasse nach Moraira steht immer noch etwa 1 m unter
Wasser. Erst 5 Tage nach dem Unwetter konnten am 16.10. einige
hundert Menschen erstmals ihre Wohnung verlassen.
Der Strand Arenal Bol wird eine komplett neue Promenade brauchen
und Unmengen von Sand, um den Strand - der fortgespült wurde- überhaupt
wieder herzustellen.
Vergel:
Der Gesamtschaden wir auf mindestens 10 Millionen Euro geschätzt.
250 Häuser haben schwere Schäden in der Struktur und werden vermutlich
abgerissen werden. Weitere 300 Häuser sind in Gefahr. Rund 1.000 Autos
sind beschädigt.
Els Poblets:
400 Häuser und hunderte von Autos wurden durch die Flutwelle schwer
beschädigt. Bürgermeister Jaume Ivars und die Stadträte haben
beantragt, dass die Zone zum Katastrophengebiet erklärt wird.
Jávea:
Auch hier sind Schäden in Millionenhöhe entstanden. Rund 80 Schiffe
wurden vom Río Gorgos ins Meer gerissen und zum grössten Teil zerstört.
Viele Feldwege sind von tonnenschweren Steinen und Schlamm verschüttet.
Beniarbeig:
Etwa 40 Häuser sind irreparabel geschädigt oder bereits eingestürzt. Die Brücke ist ebenfalls eingestürzt
Provinz Alicante generell:
In der ganzen Provinz Alicante sind sowohl an der Küste als auch im
Hinterland unzählige Feldwege und kleine Landstrassen von Schlamm- und
Steinen verschüttet. Mauern brachen zusammen. Stark betroffen sind die
Kreise l'Alcoia und El Comtat. Ein grosser Teil der Feldwege ist
zerstört oder verschüttet. Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden
haben dringende Massnahmen beantragt, damit die Wege und Strassen wegen
der anstehenden Olivenernte wieder passierbar sind.
Bilder von Calpe und wie es da jetzt aussieht gibt es auf www.costa-info.de
Jetzt hat es wohl nördlich von Alicante nen Wirbelsturm gegeben, gestern waren wieder zwei auf Mallorca...
Hoffentlich is das ganze bald vorbei!
Wir sind echt froh, dass wir oben auf dem Mont Benidorm wohnen, da kann uns so leicht nichts passieren!!! Aber wie heißt es so schön? Sag niemals nie!!!
Unglaublich was die letzten Jahre in Europa abgeht.
Früher dachte man immer, so etwas gibt`s nur weit weg, z.B. in der 3. Welt.
Ich bin mal gespannt, was da die nächsten Jahre noch so alles auf uns zukommt.
(Und ich bin normalerweise kein pessimist)