Obwohl ich beide Köche,
José Andrés wie
Ferran Adriá gemeinsam genannt habe, so kann man sie auf keinen Fall vergleichen.
Ferran Adría ist Koch, Chemiker und Künstler zugleich. Eine Art kulinarischer Wissenschaftler in einem Kochlabor! Er zerlegt die Produkte in seine chemischen und biologischen Bestandteile und setzt sie zu neuen Geschmackskompositionen wieder zusammen. Unvergesslich seine Tortilla im Glas! Dabei werden Eigelb, Kartoffelmousse und Zwiebeln separat geschichtet serviert. In diesem Jahr überraschte er uns mit seinem
Deshielo 2005, welches von den verschiedenen Kritikern (Club de Gourmet, ABC, El Pais, El Mundo, Efe, La Vanguardia, Punto Radio, Metrópoli und Vino+Gastronomia) als drittbeste Speise Spaniens 2005 gewählt worden ist.
Der Gast geht nicht in das
El Bulli um bei einem Drei-Gänge-Menu satt zu werden, sondern um sich an einem Feuerwerk an verschiedenen Geschmäckern während 25 bis 30 Gängen zu erfreuen.
Nach dem Motto "
Kreativ sein bedeutet nicht zu kopieren" geht er seinen eigenen Weg. Ein Weg auf dem kulinarischen Kreationen entstehen, die nicht gerade alltagstauglich sind. Überhaupt sieht er sich nicht unbedingt als Meister für die Haushaltsküche.
Und trotzdem gibt es eine elfteilige DVD-Serie von ihm mit dem Namen
la cocina fácil de ferran adria. Zu einem Gesamtreis von 75,90 Euros (PVP 2005) erfährt der Zuschauer, wie er interessante Speise in nur zehn Minuten zubereiten kann. In den beiden letzten DVDs verrät er 80 Tricks für den Hausgebrauch. Die Präsentation ist durchaus anspruchsvoll ... eben wie es von einem Ferran Adriá zu erwarten ist. Empfehlenswert!
Ganz anders dagegen ist
José Andrés. Er benutzt für alle seine Rezepte eine tradionale Basis, welche er dann nach allen Künsten der modernen Küche aufwertet. Er scheut sich nicht vor deftigen Speisen, Fett gehört durchaus in seine Küche, größere Portionen werden zugelassen, auch Salz, eher mehr als weniger, und überhaupt ist er geschmacksmäßig eher kräftig orientiert. Dabei überläßt er es aber geschickt dem Publikum seine Speisen den entsprechenden Gaumen anzupassen. Sein Motto ist
Ausprobieren und bloß nichts dem Kochbuch überlassen. Und den Weg um, auf den ersten Blick komplizierte Speisen zu bereiten, den zeigt er uns mit viel Einfühlungsvermögen auf einfache Art und Weise auf. Wer wußte schon bis zur vorletzten Sendung, das
Foi Gras so einfach ist.
Trotzdem hat er sich auch auf kleine Speisen spezialisiert. Seine Tapas sind zu ungahntem Ruhm gelangt. So im
Jaleo in Washington (!).
In seiner nächsten Sendung am Montag geht es um die baskische Küche:
El chef prepar como plato principal frincand de ternera y de entrante o tapa, talo de chistorra.
Euch ein genußreiches Wochenende, bei uns gibt es heute Ente,
Grüße, Philip