Ein kilometerlanges Netz unterirdischer Stollen, vor gut 70 Jahren von dem Architekten Guillermo Langle geschaffen, erinnert an die Bombardierung von Almería im spanischen Bürgerkrieg. Sie schützten die Almerienser im spanischen Bürgerkrieg vor den Bomben Francos.
Die erste schlimme Bombardierungsattacke ereignete sich in der Nacht vom 6. Januar 1937. Am folgenden Morgen inspizierte ein Mann die Trümmer eines Hauses in der Calle del Emir und entdeckte eine sterbende Frau mit ihrem toten Kind in den Armen. Dieser Mann war der Stadtarchitekt
Guillermo Langle. Er machte sich sofort an die Arbeit, ein Refugium für die Einwohner von Almería im Falle eines weiternBombenangriffs der Truppen Francos zu schaffen.
In einer Tiefe von 8 bis 12 Metern entstand ein 4,5 Kilometer langes Tunnelsystem mit 67 Zugängen, Ventilation, Lagerraum und Hospital, wie es in Spanien nichts vergleichbares gibt.
Die Gänge sind 2,20 m hoch, mit einer leicht gewölbten Decke, die Betonwände gut 30 cm dick, alles ist gut beleuchtet. Widerlager schützen die Gänge gegen Einsturz bei Druckwellen. Während des Bürgerkrieges lebten fast 40.000 Menschen hier.
Der schlimmste Angriff fand am 31. Mai 1937 statt, als Almería morgens mit mehr als 200 Kanonenschüssen geweckt wurde, die von dem berüchtigten deutschen Kriegsschiff Admiral Scheer aus abgefeuert wurden. 31 Menschen starben und mehr als 50 Gebäude wurden zerstört. Ein weiteres
Guernica, das Pablo Neruda jenes Gedicht „
un plato de sangre de Almería“ (ein Teller voll Blut in Almería) schreiben liess.
Einen Teil (circa 1 km) dieser Schutzstollen kann man besichtigen. Die Besichtigung fängt an dem zentralen
Plaza de Manuel Pérez García an, an einem der ehemaligen Zugänge zu den Stollen. Unter heulenden Sirenen steigen die Besucher abwärts ( mit Gänsehaut, wie der Journalist von El País schreibt). Alle paar Meter sind in den Quergängen Panele ausgestellt, mit Fotos und Berichten aus dem Bürgerkrieg. An manchen Wänden kann man noch die Inschriften und Zeichnungen aus der damaligen Zeit lesen.
Der Ausgang liegt direkt neben dem Teatro Cervantes. Unmittelbar daneben, am
Plaza del Marqués de Heredia, steht noch eines der Zeitungskioske, die Guillermo Langle kurz nach Kriegsende kreiierte, um die Ein- und Ausgänge des Stollens zu verstecken.
ruta de refugio
Un saludo
Morayma
P.S. Hier das Gedicht von Pablo Neruda
Almería
Poema de Pablo Neruda
Un plato para el obispo, un plato triturado y amargo,
un plato con restos de hierro, con cenizas, con lágrimas,
un plato sumergido, con sollozos y paredes caídas,
un plato para el obispo, un plato de sangre de Almería.
Un plato para el banquero, un plato con mejillas de niños del Sur feliz,
un platocon detonaciones, con aguas locas y ruinas y espanto,
un plato con ejes partidos y cabezas pisadas,
un plato negro, un plato de sangre de Almería.
Cada mañana, cada mañana turbia de vuestra vida
lo tendréis humeante y ardiente en vuestra mesa:
lo apartaréis un poco con vuestras suaves manos
para no verlo, para no digerirlo tantas veces:
lo apartaréis un poco entre el pan y las uvas,
a este plato de sangre silenciosa
que estará allí cada mañana, cada mañana.
Un plato para el Coronel y la esposa del Coronel,
en una fiesta de la guarnición, en cada fiesta, sobre los juramentos y los escupos, con la luz de vino de la madrugada
para que lo veáis temblando y frío sobre el mundo.
Sí, un plato para todos vosotros, ricos de aquí y de allá,
embajadores, ministros, comensales atroces,
señoras de confortable té y asiento:
un plato destrozado, desbordado, sucio de sangre pobre,
para cada mañana, para cada semana, para siempre jamás,
un plato de sangre de Almería, ante vosotros, siempre.