Benitachell / Benitatxell
Gut integrierter Marokkaner: Al-Quaeda-Anwerber verhaftet
In einer spektakulären Polizeiaktion wurde am Freitag, 27. August 2010, in der Innenstadt von Benitatxell der 27-jährige Marokkaner F. E. unter dem Vorwurf verhaftet, im Internet Kämpfer für die Terror-Organisation Al-Quaeda angeworben zu haben. Bürgermeisterin Josefa Ronda ("Aktion wie im Film") und die Ortspolizei waren vorab nicht informiert worden. Zweijährige Polizeiarbeit mit Beteiligung von Anti-Terror-Spezialisten aus Frankreich, Belgien und den USA waren der Verhaftung in Benitachell vorausgegangen. Zwei Wohnungen in der Calle Iglesia und ein Landhaus wurden durchsucht.
Der Mann habe eine yihaddistische Webseite betrieben, die Kämpfer für Al-Quaeda in Afghanistan und Tschetschenien anwarb und Propaganda für den gewaltsamen Kampf gegen "die Ungläubigen" machte.
Die Überraschung in der Gemeinde Benitatxell hätte nicht grösser ausfallen können, denn die Integration des zur Miete wohnenden marokkanischen Möbelausfahrers und seiner Familie war beispielhaft. Er sprach neben Castellano auch Valenciano, arbeitete im Zivilschutz mit, war an den Ortsfiestas beteiligt und ging regelmässig mit Freunden in die Bar, galt als freundlich und aufgeschlossen.
Die Mutter von F.E. ist mit einem Einheimischen verheiratet, mehrere Familienmitglieder leben seit Jahren in Benitachell.
Vor sieben Jahren, im September 2003, war ein Marokkaner in Benitachell unter dem Vorwurf verhaftet worden, der Terror-Organisation Al-Quaeda anzugehören. Er wurde zunächst von der Audiencia Nacional zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, jedoch im Jahre 2006 vom spanischen Tribunal Supremo freigesprochen.
Quelle:
http://www.costa-info.de/meldungen/benitatxell/
Kommentar: Ein Beispiel für fehlgeschlagene Integration.