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Auswandern, Leben und Arbeiten in Spanien

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Alt 17.02.2011, 15:28   Gebt dem König, was des Königs ist... Beitrag #1
Lilac
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Registriert seit: 27.02.2009
Beiträge: 5.432
Standard Gebt dem König, was des Königs ist...

Obwohl wir in der EU leben, wird vieles in den einzelnen Ländern unterschiedlich gehandhabt.
In Spanien wurde zwar auf Druck Brüssels die Residencia abgeschafft, aber Bürger aus anderen EU-Ländern sind immer noch verpflichtet, sich im Registro de Ciudadano de la Unión anmelden zu lassen, das mitgebrachte Auto für oftmals viel Geld zu importieren und die Konten von Nicht-Resident auf Resident umzuändern, sobald der Lebensmittelpunkt nach Spanien verlegt wurde - sprich man sich länger als ein halbes Jahr hier ununterbrochen aufhält.
Aus meiner langjährigen Erfahrung in einem spanischen Steuerberatungsbüro weiß ich, wie wenige Menschen sich an diese Auflage halten. Sie haben Angst, dann hier in Spanien ihre Rente oder ihr Erspartes versteuern zu müssen. Und das stimmt auch. Wer zum Beispiel eine Rente bezieht, die über dem von Spanien festgesetzten Freibetrag liegt, wird auch hier steuerpflichtig. Überhaupt hat jeder Residente die Verpflichtung, eine Steuererklärung bis Ende Juni eines jeden Jahres erstellen zu lassen oder selbst zu erstellen.
Da immer gern das Thema "Integration" angeführt wird, möchte ich hier gern einmal die Frage stellen, ob denn nicht auch die Solidarität mit der Wahlheimat in Form von Steuerzahlungen mit zur Integration gehört. Oder hört - wie der Volksmund es schon sagt - beim Geld die Freundschaft/Integrationswilligkeit auf?
Lilac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2011, 15:31   Gebt dem König, was des Königs ist... Beitrag #2
Lilac
Gesperrt
 
Registriert seit: 27.02.2009
Beiträge: 5.432
Standard

Ich wundere mich, dass alle immer so vollmundig über Integration schreiben, aber niemand zu dem von mir eingestellten Thema eine Meinung hat.
Gehört das nicht zur Integration dazu oder hat jemand Angst ich als Nicht-Residenter zu outen? Die Umfrage ist doch ohne Namensnennung.
Lilac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2011, 22:36   Gebt dem König, was des Königs ist... Beitrag #3
cori
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von cori
 
Registriert seit: 18.11.2010
Ort: menorca, arenal den castell
Beiträge: 328
Standard Residente de...

Fuer mich ist es einfach nur praktisch, resident zu sein, dadurch hab ich 50% rabatt auf die fluege und keine probleme bei neuanmeldungen, oder jobanmeldungen.
Da ich noch ne weile zeit hab, an rente zu denken, spielt dieser aspekt keine grosse rolle, bis ich soweit bin, haben die ihre gesetze 200x geaendert.
cori ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.02.2011, 20:33   Gebt dem König, was des Königs ist... Beitrag #4
Zugvogel
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Registriert seit: 30.03.2008
Ort: leider wieder in Deutschland
Beiträge: 32
Standard

Liebe @maruja
als ich 1994 nach Spanien kam, wusste ich von all dem nichts. Als ich anfing zu arbeiten in Spanien, war mein Grundlohn 60.000 Pta. und der Rest Diäten also sprich Spesen, die man so als Kraftfahrerin bekam. 1996 so in dem Dreh bekam ich von dem hiesiegen Finanzamt dann mal einen Bescheid, ich möchte doch mal mein Einkommen darlegen. Das habe ich dann auch gemacht ohne Hilfe der Gestorias (was wohl ein Fehler war). Dann bekam ich dann als nächstes ein sehr bitter bösen Brief zurück, in dem man mir Steuerhinterziehung androhte und eine Multa in Höhe von 10.000 Pta. androhte. Meine damalige Rechtsanwältin hat das dann wieder gerade gebogen und ich kam mit einer Abmahnung ohne Geldforderung davon und habe von da an immer zu gesehen, meine Steuererklärung jedes Jahr zu machen. Auch als es im Jahre 2006 dazu über ging meine Spesen plötzlich auch zu versteuern und ich keine Gutschriften mehr bekam vom hiesigen Finanzamt sondern selbst berappen musste das Ganze.
Aber es gibt einige in Spanien, die das bewusst nicht machten (hatte damals einige Grundsatzdiskussionen mit meinen Kollegen gehabt), mit der Begründung die ich dann bekam, das man dafür ja dann nicht nach Spanien auswandern müsste, sondern gleich in Deutschland bleiben könnte.

Lieben Gruß
Zugvogel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.02.2011, 21:17   Gebt dem König, was des Königs ist... Beitrag #5
Lilac
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Registriert seit: 27.02.2009
Beiträge: 5.432
Standard Halo Zugvogel

vielen Dank zu Deinem Beitrag zu diesem Thema.
Leider gibt es ja nicht viele Äußerungen dazu.
Was mich in Deinem Falle doch sehr verwundert ist, dass das Finanzamt direkt an Dich herangetreten ist. Normalerweise schlafen die dort doch den Schlaf der Gerechten. Selten werden Steuerzahler aufgefordert, da in Spanien die Steuern eine "Bringschuld" sind. Daher ist es ja auch so verdammt einfach das Finanzamt zu hintergehen.
Damit meine ich jetzt nicht Dich. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, okay. Du hast Deine Steuern nachbezahlt und bist noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen. Aber was meinst Du, wie viele Menschen genau wissen, dass sie hier in Spanien Ihr Einkommen/Ihre Rente versteuern müssen, wenn sie ihren Hauptwohnsitz hierher verlegen, bzw. mehr als 182 Tage (insgesamt pro Jahr) in Spanien leben.
Das merkwürdige "Bring-System" treibt arge Blüten. Nicht nur Privatleute hinterziehen Steuern, auch Beratungsbüros tun es - und zwar im großen Stil. Man bucht die Steuern von den Konten der Mandanten ab, da man über eine Abbuchungsermächtigung verfügt. Doch nicht selten werden diese Steuern dann nicht an die Finanzämter weitergeleitet, sondern verschwinden auf dem Wege dorthin in dunklen Kanälen.
Und das ist dann wirklich hart für den "braven Residenten". Er hat gezahlt, doch das Finanzamt hat nichts erhalten. Und wer haftet nun dafür? Der Steuerzahler natürlich, da er der Schuldner ist. Der Steuerberater ist außen vor und kann nur vom Steuerzahler über einen Rechtsanwalt und lange Gerichtswege belangt werden.
Wenn alle Steuerzahler dem König gäben, was des Königs ist, stünde Spanien um Einiges besser da!
Lilac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.02.2011, 22:36   Gebt dem König, was des Königs ist... Beitrag #6
cori
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von cori
 
Registriert seit: 18.11.2010
Ort: menorca, arenal den castell
Beiträge: 328
Standard Abgaben ect.

faengt ja schon bei den unternehmen an, die entweder schwarz beschaeftigen, oder ihre leute fuer den mindestlohn anmelden...
Oder den Fulltimejob offiziell zum halbtagsjob degradieren.
Was das den arbeiter an renteneinbussen kostet und den staat an steuern...
Aber hier , genauso wie in d. wird gemacht was am guenstigsten ist, und der einfache arbeiter ist nicht in der position, was dagegen zu tun, will er seinen job behalten.
bestes beispiel ist die sache mit den erntehelfern...
cori ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.02.2011, 22:45   Gebt dem König, was des Königs ist... Beitrag #7
Lilac
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Beiträge: 5.432
Standard

Genau Cori! Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Etwas mehr als die Hälfte meines Gehaltes wurde per Gehaltszettel ausgewiesen. Ich bat - in Hinsicht auf mein Alter und auf meine spätere Rente - mehrmals darum, bei mir doch die volle Summe zu versteuern. Nach einigen Vertröstungen wurde meine letzte diesbezügliche Bitte mit folgenden Worten abgeschmettert:
"Dann wirst Du mir zu teuer. Wenn es dir nicht passt....!"
Ich hatte also gar keine Wahl als den Mund zu halten. Dann las ich in einem spanischen Zeitungsartikel, dass der Arbeitnehmer in einem derartigen Falle alle Belege gut aufheben sollte. Kann er beim Renteneintritt nachweisen, dass er eine höhere Summe verdiente, als auf dem Gehaltsnachweis ausgewiesen, so würde die Rente nach dem tatsächlichen Gehalt berechnet.
Dann wurde ich arbeitslos und ging mit meinen ganzen Unterlagen zum Arbeitsamt. Ich hatte all die Jahre jede Gehaltsabrechnung aufgehoben und dazu die Banküberweisung mit dem tatsächlich eingegangenen Betrag. Ich konnte alles genau beweisen. Doch die INEM zuckte die Schultern und verwies mich an die Sozialversicherung.
Als ich dort vorsprach, zuckte man gelangweilt mit den Achseln.
Und ich weiß ja nun auch warum: würden die mein höheres (also tatsächliches) Gehalt anerkennen, müssten sie ja mehr Arbeitslosenunterstützung und später auch mehr Rente bezahlen.
Nee, nee, so doof ist Vater Staat auch in Spanien nicht!
Und wer ist der Angeschissene? Der kleine Arbeitnehmer, der Angst hat, sein kleines Gehalt auch noch zu verlieren.
Die Crisis macht uns erpressbar - egal wo auch immer in Europa!
Lilac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.02.2011, 15:44   Gebt dem König, was des Königs ist... Beitrag #8
Zugvogel
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Registriert seit: 30.03.2008
Ort: leider wieder in Deutschland
Beiträge: 32
Standard

Wie recht du hast Maruja. Du sprichst mir aus der Seele.

Lieben Gruß
Zugvogel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.02.2011, 16:45   Gebt dem König, was des Königs ist... Beitrag #9
rainer3
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 08.01.2011
Ort: Rojales und Ostwestfalen
Beiträge: 586
Standard

Zitat:
Zitat von cori Beitrag anzeigen
faengt ja schon bei den unternehmen an, die entweder schwarz beschaeftigen, oder ihre leute fuer den mindestlohn anmelden...
Oder den Fulltimejob offiziell zum halbtagsjob degradieren.
Was das den arbeiter an renteneinbussen kostet und den staat an steuern...
Aber hier , genauso wie in d. wird gemacht was am guenstigsten ist, und der einfache arbeiter ist nicht in der position, was dagegen zu tun, will er seinen job behalten.
bestes beispiel ist die sache mit den erntehelfern...
Das geht ja noch einen Schritt weiter, wie eine ansteckende Krankheit: Diese Unternehmen nutzen dann ihren Kostenvorteil aus, um ihre Wettbewerber zu unterbieten, und die sind dann irgendwann weg vom Fenster und fallen auch noch als "solide" Arbeitgeber aus. Oder müssen sich irgendwann auch bei ihrer Lohnpolitik "anpassen" sich, um zu überleben.

Geändert von rainer3 (27.02.2011 um 16:47 Uhr)
rainer3 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.02.2011, 18:48   Gebt dem König, was des Königs ist... Beitrag #10
KayAndre
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Registriert seit: 03.01.2011
Beiträge: 85
Standard

Also direkt dazu sagen kann ich nichts.
Doch finde ich die Tatsache wie wenig man heutzutage verdient , und wie viel an anderer Stelle "Rausgeschmissen" wird doch einfach nur erschreckend.
Aber was mich wirklich interessiert.....wieso wird er Staat nicht,ich kann hier jetzt nur von Deutschland reden, weil ich nicht weiss ob es in Spanien z.B. genau so viele Steuern gibt,
des DIEBSTAHLS angezeigt ?
Warum?
Erkläre ich gerne aus meiner Sicht.
Punkt 1:Wo gehen die Steuereinnahmen von einem Grossteil meines Einkommens hin?Das meiste finanziert man doch eh selber.Sei es durch seine Krankenversicherung(Abgaben für die Krankenversicherung), der Kita platz kostet einen auch Geld, die Strassen subventioniere ich mit meinen KFZ Steuern und den Steuern auf das Benzin....wo also um alles in der Welt geht mein Geld hin???Für die immer schlechter ausgerüsteten Schulen oder ...?Keine Ahnung.
Fakt ist , es werden ja noch zig Steuern mehr eingenommen.
Punkt 2.Hier fängt aber erst der Diebstahl für mich an:Wenn ich mein hart erarbeitetes Geld auf die Bank bringe.....muss ich Steuern zahlen für die Zinsen.....
Wenn ich erbe, muss ich Steuern zahlen.
Wenn ich mich entscheide, mein HART erarbeitetes Geld im Ausland anzulegen weil die Steuern nicht so hoch sind.....wird man wenn man mehr als läppische 12 000 glaube ich ausführen will sogar bestraft.

So und NUN nenne mir einer den Unterschied dazu wenn ich mich neben einen Geldautomaten stelle mit einer Pistole und jeden der Geld abheben will zwinge mir ca. 30-40 Prozent abzugeben.....
Ich seh da keinen......
Fakt ist, der kleine Mann (oder Frau) wird abgezogen bis aufs Blut.
Und wenn einer dieses System auch nur irgendwie umgeht....RICHTIG so.
Auch kann ich den absolut miesen Spruch"Hauptsache ich habe eine Arbeit" nicht mehr hören.
Genau diese Einstellung bringt die Arbeitgeber ja erst dazu solch miese Maschen durchziehen zu können.
Klar kommt jetzt hier wieder der Einwurf...ja aber wenn man Familie hat...
Okok, es gibt aber auch genug andere die nicht solch eine Verantwortung haben....und da würd ich lieber mal kein Geld in der Tasche haben als mich einem unterbezahlten Job hinzugeben.

Geändert von KayAndre (27.02.2011 um 19:00 Uhr)
KayAndre ist offline   Mit Zitat antworten
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