Es kommt leider hin und wieder vor dass die Pferde verletzt werden, manchmal kommt auch eines um, ist aber doch recht selten, zumal die meisten rejoneadores mit Stieren arbeiten deren Hornspitzen abgeschnitten, also stumpf sind.
Ich befasse mich ja schon recht lange mit Stierkampf und lebe in Spanien in einer Gegend wo einige bekannte rejoneadores zu Hause sind und hatte selbst engen Kontakt zu einer rejoneadoren-Familie. Aber im Laufe der Zeit bin ich immer mehr gegen rejoneo. Früher bin ich selbst geritten und als Pferdefreund ist es natürlich eine tolle Sache zuzusehen, kein Zweifel.
Aber - der Stier wird ein Pferd, das er ja auch von der finca gewohnt ist, nie als Gegner ansehen, er greift also nicht so an wie beim toreo zu Fuss. Dann die vier, immer frischen Pferde (geht ja schon von der Dressur her nicht anders), gegen einen Stier der müde wird. Früher war es ja noch üblich, dass zwei rejoneadores kämpfen, war zwar faszinierend wenn sie sich gegenseitig den Stier "abnahmen", aber ist noch unfairer gegenüber dem Stier. Wird auch heute nur noch selten praktiziert. Lange Rede - kurzer Sinn - wenn es sich vermeiden lässt lasse ich rejoneo aussen vor.
Zu Diego Ventura - ich habe ihn vor wenigen Jahren mal gesehen, er zeigte mit seinen Pferden den ganzen Kampf lang eine oder zwei Figuren, die zwar spektakulär waren, aber eher an Zirkus denn an rejoneo erinnerten und sehr variationslos waren. Ausserdem gab es mehrmals Missverständnisse zwischen seinen Pferden und ihm (was aber nur Reiter sehen konnten), was aber bei einem Reiter dieser Güte nicht passieren darf. Es waren mehrere "alte" rejoneadores anwesend und denen gegenüber war die Vorstellung eher peinlich, auch wenn das Publikum sich vor Begeisterung nicht einkriegen konnte. Seit dieser corrida umgehe ich Diego Ventura grossräumig.
Was aber ja nicht heisst dass er nicht ein netter Nachbar ist...