Ich bin gerade dabei, Fotos zu sortieren. Dabei sind mir die Bilder meiner Reise auf dem Jakobsweg in die Finger gefallen. Weil es Papierfotos sind, die ich gescannt habe, ist die Bildqualität nicht immer erstklassig. Meine Fotos sind mit einer uralten Spiegelreflexkamara aufgenommen. Die bessere Kamaraausrüstung hatte der Profifotograf Steve, der mich auf der Reise begleiten durfte. Er hat auch die besseren Fotos gemacht.
Ich war im Mai dort. In den Pyrenäen und den Montes de León lagen noch Schneereste.
In Burgos blies der eisige Wind, für den die Stadt bekannt ist. Ansonsten war das Wetter angenehm. Am letzten Tag, in Santiago de Compostela regnete es dann.
Doch der Regen passt zu der Stadt.
Man kommt durch unwahrscheinliche Landschaften, manche sind von einer fast unerträglichen Weite, dann wiederum fühlt man sich in die Schweiz versetzt, es gibt Weinfelder bis zum Horizont, dichte Wälder, mohnblumenübersäte Wiesen, Dörfchen in denen die Bauern ein Leben führen, wie man es im 21. Jahrhundert in Europa nicht mehr für möglich halten sollte,
Für Liebhaber romanischer Bauwerke gibt es mehr als genug zu sehen. Aber auch pittoreske Dörfer, römische Brücken, romanische Kirchen mit unglaublich schönen Kapitellen und Klöster mit Kreuzgängen, die zu den schönsten in Europa gehören, endlose Weinfelder, staubtrockene Hochebenen, in denen das Auge nichts zum Festhalten findet und viel Armut. Die Menschen waren überall sehr gastfreundlich.

In den Pyrenäen lagen noch die letzten Schneereste.

Das erste Pilgerkreuz vor Roncevalles

Vor Estella steht mitten auf dem Feld die Kirche Nª Sra. de Eunate. Ein achteckiger romanischer Bau aus dem 11. Jahrhundert, umgeben von einer Bogengalerie.

Kapitell am Bogengang von Eunate

Das pittoreske Dörfchen Cirauqui

Steinkreuz in Cirauqui

Kirchenportal von San Román in Cirauqui

Die schöne Brücke über den Río Arga ist aus dem 12. Jahrhundert in Puente de la Reina. Hier vereinen sich alle Jakobswege und nun gibt es nur noch einen Weg bis Santiago de Compostela.

Pilgerbrücke aus dem 11. Jahrhundert in Estella

Portal der Kirche San Pedro de la Rúa in Estella

Kapitelle der Kirche San Pedro de la Rúa in Estella

Säule im Kreuzgang von San Pedro de la Rúa in Estella

Brunnen in Estella

Nicht alle Pilger schafften es nach Santiago. Portal zum Pilgerfriedhof San Juan de Acre bei Navarrete. Das Portal und die Kapitelle sind Reste der alten romanischen Kirche des Pilgerhospitals aus dem 13. Jahrhundert

Berühmtestes Kapitell von San Juan de Acre

Weinfelder in La Rioja

Steinmetzarbeiten an der gothischen Kirche Colegiata de Santa María la Real in Nájera. Nájera ist eine alte Königsstadt. Dort sind auch die Grabmäler vieler kastilischer und navarrensischer Könige.

Sarkophag der Königin Blanca de Castilla

Pilgerweg bei San Juan de Ortega in der Nähe der von den Pilgern gefüchteten Montes de Oca (Kastilien). Hier lief ich 15 Kilometer.

Stadttor von Burgos

Uferpromenade und Türme der Kathedrale von Burgos. In der weltberühmten Kathedrale von Burgos war ein unbeschreiblicher Rummel

Jede Menge Ruhe fanden wir dann in dem berühmten Benediktinerkloster von Santo Domingo de Silos

Der Kreuzgang von Sant Domingo de los Silos zählt zu den schönsten in Spanien. Wir hatten Glück. die Mönche sangen in der Kirche gregorianische Gesänge.

Steve war vom vielen Fotografieren geschafft

Dorfbach in Santo Domingo de los Silos

Kastilische Landschaft

Irgendwo bei León

Noch ein Pilgerkreuz

ein unwahrscheinliches Tympanon, ich weiss aber nicht mehr von welcher Kirche

bei Fromista

Kirchenruine in Sahagún

Parador San Marcos in León. Da übernachtet man schon einmal in einem Parador und dann streikt das Personal.

irgendwo bei León

Templerfestung in Ponferrada

Dorf im Bierzo

Nach dem beschwerlichen Aufstieg über den Puerto de Pedrafita kommt man im ersten galicischen Dorf O Cebreiro an. Hier gibt es noch
Pallozas, strohgedeckte runde Streinhäuser, die vermutlich aus der Keltenzeit stammen.

Galicische Landschaft

ein
hórreo, ein galicischer Kornspeicher, der auf Steinen (
pegollos) steht, die mit einer grrossen runden Steinmplatte (
tornarratas) abgedeckt sind, damit Ratten und Mäuse sich nicht an dem Korn gütlich tun.

Galicischer Alltag

Endlich in Santiago de Compostela. Kathedrale und Statue des Santiago

Mönche tragen den
botafumeiro in die Kathedrale. Das ist ein rund 50 kg schweres und 1,50 m hohes Räuchergefäss aus purem Silber, in dem Weihrauch abgebrannt wird. Es wird von mindestesn acht Mönchen im Kreuzschiff der Kathedrale geschwenkt. Einstmals durften die Pilger in der Kathedrale schlafen. Da sie nicht gerade nach Veilchen dufteten, wurde der
botafumeiro täglich geschwenkt. Heute wird er nur noch an bestimmten Festtagen geschwenkt. Denn eine Füllung Weihrauch kostet um die 300 €.
Ich ging vorsichtshalber hinter einem Kirchenpfeiler in Deckung und machte keine Fotos.
Hier

könnt ihr zuschauen.
Botafumeiro

Die Bar Negreiro, der Journalistentreffpunkt. Dort trinkt man den galicischen Weisswein in
tazas, das sind kleine, weisse Steinguttässchen. Dazu gibt es phantastische Kartoffeln in einer pikanten Sauce.

Gassen in Santiago de Compostela. Sie sind mit Graniststeinen belegt.

Meine Jakobsmuschel..
Un saludo
Morayma
Edit.: Man sollte nicht telefoonieren und gleichzeitig schreiben. Dann muss man Schreibfehler beseitigen